Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

In vier Schritten zum nachhaltigen Portfolio

7. Oktober 2022

Lesezeit: 6 Minuten

von Laura Gianesi, LGT

Nachhaltiges Portfolio

Ihr Portfolio soll nachhaltiger werden? Woran Sie im Vorfeld denken sollten, worauf Sie achten müssen und wie Sie den richtigen Partner finden.

Nachhaltiges Investieren hört sich schwieriger an, als es in Wirklichkeit ist. Diese vier Fragen helfen Ihnen, ein nachhaltiges Portfolio zusammenzustellen, das wirklich Ihren Zielen entspricht.

1. Wie nachhaltig soll Ihr Portfolio sein?

Diese Frage zielt auf keine Ja-oder-Nein-Antwort: Es gibt verschiedene Stufen des nachhaltigen Engagements.

Egal, ob Nachhaltigkeit die Haupt- oder Nebenrolle in Ihrem Portfolio spielt: Fragen Sie Ihre Bank oder Ihren Vermögensverwalter, wie viele Nachhaltigkeitsprofile er Ihnen anbieten kann. Bei der Vermögensberatung der LGT bieten wir zum Beispiel vier Profile an:

  • Traditional: Nachhaltigkeit spielt für Sie eine untergeordnete Rolle. Ihre Anlageentscheidungen bestimmen ausschliesslich finanzielle Kriterien.
  • Basic: An die Nachhaltigkeit Ihres Portfolios haben Sie gewisse Mindeststandards.
  • Enhanced: Sie haben hohe Nachhaltigkeitsstandards. Ihre Investments unterstützen eine nachhaltige Entwicklung.
  • Enhanced Plus: Ihr Portfolio hat sehr hohe Nachhaltigkeitsstandards und beinhaltet viele Investments, die einen positiven Beitrag zu Gesellschaft und Umwelt leisten.

Investieren in Klima
Statt auf die Strasse zu gehen, können Sie in Klimagerechtigkeit investieren. © KEYSTONE/imageBROKER/Nathalie Lieckfeld

Die finanziellen Vorteile und Risiken variieren von Portfolio zu Portfolio. Eine gute Vermögensverwaltung kann Ihnen helfen, eine Auswahl zu treffen, die zu Ihrer individuellen finanziellen Situation und Ihren Zielen, wie z.B. Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft, passt.

Vergessen Sie dabei nicht, dass Nachhaltigkeit die Rendite Ihres Portfolios nicht beeinträchtigt. Jüngste Studien haben gezeigt, dass nachhaltige Anlagen mindestens genauso gut abschneiden wie traditionelle Anlagen (siehe University of Oxford und Arabesque, BMO Global Asset Management, Finanzdienstleister MSCI und NYU Stern School of Business).

 

2. Was sind Ihre Werte?

Was für eine Frage.

Nehmen Sie sich erst einmal Zeit, um sich über Ihre Werte klar zu werden. Ihre Werte helfen, das theoretische Konzept der Nachhaltigkeit so zu konkretisieren, dass sich daraus spezifische Anlageziele ableiten lassen.

Was liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen? An welche Sache denken Sie seit Jahren immer wieder zurück? Welche Ungerechtigkeit trifft einen Nerv?

Nachhaltige Portfolios
Sollte Ihr Portfolio Familien mit geringem Einkommen helfen, sich Medikamente zu besorgen? 

Liegt Ihnen das soziale Wohlergehen am Herzen – Menschen in einkommensschwachen Ländern, die besseren Zugang zu Medikamenten erhalten sollten? Oder geht es Ihnen um den Klimaschutz? Wollen Sie verhindern, dass der majestätische, weisse Gletscher, der Sie vor Jahren in Staunen versetzte, zu schlammigem Wasser schmilzt? Oder beschäftigt Sie die biologische Vielfalt – und das Aussterben ganzer Tier- und Pflanzenpopulationen, das sich alarmierend beschleunigt hat?

Sobald Sie sich über Ihre Werte und Hauptziele Gedanken gemacht haben, können Sie die damit verbundenen Anlagemöglichkeiten gemeinsam mit Ihrem Vermögensverwalter besprechen und bewerten. Im Idealfall beschäftigt er engagierte Anlagespezialistinnen und -spezialisten, die durch die gezielte Auswahl von Aktien und Anleihen ein Portfolio zusammenstellen, das in dem Bereich, der Ihnen am Herzen liegt, eine positive Wirkung erzielt. Dieser Ansatz wird als nachhaltiges thematisches Investieren bezeichnet und wird immer beliebter.

Nachhaltiges Portfolio
Ihr Portfolio kann nicht nur Gutes tun, sondern auch Schlechtes vermeiden. Zum Beispiel die Unterstützung schädlicher Branchen. © Shutterstock

Eine andere Möglichkeit, Ihr Portfolio nach Ihren Werten zusammenzustellen, ist der Ausschluss: Statt wie beim thematischen Investieren in die Bereiche zu investieren, die Sie unterstützen möchten, schliessen Sie die Anlagen, die Ihren Werten widersprechen, aus Ihrem Portfolio aus. Mit anderen Worten: Sie konzentrieren sich darauf, negative ökologische und soziale Auswirkungen zu vermeiden.

Banken und Vermögensverwalter, denen Nachhaltigkeit wirklich am Herzen liegt, schliessen aus eigenen Stücken bestimmte, nicht nachhaltige Sektoren aus. Wenn es Ihnen ein Anliegen ist, dann fragen Sie Ihre Bank, ob sie das auch tut. Die LGT zum Beispiel führt keine Instrumente, die Aktivitäten im Bereich der thermischen Kohle und kontroverser Waffen unterstützen.

3. Wollen Sie alle Entscheidungen selbst treffen?

Überlegen Sie, wie viel Fachwissen, Zeit und Energie Sie in die Verwaltung Ihres Portfolios investieren können.

Bei einem Portfoliomanagement-Mandat geben Sie die Richtung vor, und Anlageexpertinnen und -experten verwalten Ihr Portfolio und entscheiden nach Ihren Vorgaben über Ihre Investitionen. Dieser Prozess ist relativ einfach und überschaubar.

Wenn Sie jedoch aktiver sein und selbst fundierte und schnelle Anlageentscheidungen treffen wollen, ist ein Vermögensberatungsmandat für Sie besser geeignet. Je nach Profil werden Sie von einem engagierten Anlageexpertinnen und -experten auf der Grundlage Ihrer individuellen Werte und Ziele beraten und erhalten regelmässig Anlageideen und -vorschläge.

4. Wie finden Sie den richtigen Partner?

Greenwashing erkennen
Wie erkennt man Greenwashing, ohne ein "Greenwash-Guerilla" zu sein? © Keystone/DPA/Ashley Cooper

Sobald Sie Ihre persönlichen Antworten auf die drei oben genannten Fragen gefunden haben, ist es an der Zeit zu prüfen, ob Ihr derzeitiger Vermögensverwalter oder Ihre Bank Ihre Kriterien erfüllt.

Doch wie können Anlegerinnen und Anleger die wirklich nachhaltigen Banken von den Greenwashern unterscheiden – in einer Zeit, in der fast alle Unternehmen öffentlich darüber sprechen, wie nachhaltig sie wirtschaften? Wie können sie leere Versprechungen von anspruchsvollen Dienstleistungen unterscheiden? Wie können sie sicher sein, dass ihre Portfolios auch wirklich einen positiven Einfluss haben?

Hier sind drei wichtige Punkte, auf die Sie achten können:

Quick Check: Was den Impact Ihres Portfolios unterstützt

  • Transparenz
    Am wichtigsten ist, dass Banken und Vermögensverwalter ihren Kundinnen und Kunden klare und transparente Informationen darüber geben, wie nachhaltig ihre Anlagen wirklich sind. Die Unternehmen sollten aktiv darüber informieren, wie ihre Nachhaltigkeitsratings funktionieren. Andernfalls können Sie um mehr Informationen bitten: Wenn Ihre Bank kein eigenes Nachhaltigkeitsrating hat, warum ist das der Fall? Wenn sie eines hat, wie funktioniert es? Woher bezieht sie ihre Nachhaltigkeitsdaten?

  • Fachwissen über nachhaltige Anlagen
    Wie viele Expertinnen und Experten für nachhaltige Anlagen beschäftigt Ihre Bank oder Ihr Vermögensverwalter? Wie lange gibt es das Team schon? In der Regel erhalten Sie bereits bei dem ersten Treffen einen Eindruck ihrer Kompetenz und Glaubwürdigkeit. 
     
  • Nachhaltigkeitsstrategie
    Achten Sie auch darauf, ob die Bank oder der Vermögensverwalter über eine klare und detaillierte Nachhaltigkeitsstrategie verfügt, die nicht nur nachhaltige Anlagen, sondern auch eine nachhaltige Geschäftstätigkeiten umfasst. Setzt sich das Unternehmen für soziale Gerechtigkeit ein? Baut es seine Büros ressourcenschonend? Und seit wann verfolgt die Firma eine nachhaltige Strategie? Handelt es sich um eine neuere Entwicklung oder ist sie fester Bestandteil der Überzeugungen und der Identität des Unternehmens?

Die Berücksichtigung dieser Kriterien soll Ihnen helfen, die Bank oder den Vermögensverwalter zu finden, der Ihren Bedürfnissen und Wünschen wirklich entspricht. Wir wünschen Ihnen viel Glück.

Titelbild: © Gettyimages/Abstract Aerial Art

Mehr vom LGT Online Magazin?

Hinterlassen Sie Ihre E-Mail-Adresse und erhalten per Newsletter regelmäßig das Aktuellste vom LGT Online Magazin.
Newsletter abonnieren