Skip navigation Scroll to top

VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Beacon: Der globale Konjunkturaufschwung hält an

8. August 2017

Die Konjunkturdaten bleiben positiv und die Inflationserwartungen steigen weiter in Richtung der Zielwerte. Wir positionieren uns für eine Euro-Schwäche gegenüber der schwedischen Krone und stellen fest, dass Aktien in Europa und Japan wieder an Fahrt aufnehmen. In Japan könnte die Austreibung der deflationären Geister demnächst sogar endgültig gelingen.

Wir aktualisieren hiermit unseren Makro-Ausblick für die nächsten drei bis sechs Monate auf Basis unserer vierteljährlichen taktischen Asset-Allokation (TAA) von Mitte September.

Konjunkturaufschwung hält an

Die geopolitischen Spannungen haben in Asien inzwischen etwas abgenommen. Im Gegenzug traten wieder einige europäische Probleme (Katalonien, Brexit) auf, deren Auswirkungen beschränkten sich aber auf die betroffenen Marktsegmente (spanische Aktien, britisches Pfund). Insgesamt zeigten sich die meisten Börsen und die ökonomischen Daten erneut freundlich, während die Zinsen und die Inflationserwartungen weiter moderat stiegen. Zum ersten Mal seit 2010 wiesen die sieben grössten Industrieländer zwei Quartale hintereinander ein Wachstum aus. Die acht grössten Schwellenländer (Emerging Markets, EM) wiesen das erste synchrone Wachstumsquartal seit 2014 aus.

Die Konjunkturumfragen hellten sich zudem mehrheitlich weiter auf, wobei Europa wieder besonders positiv auffiel: Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone schnellte von bereits hohem Niveau noch einmal in die Höhe. Die Prognosen für die Unternehmensgewinne blieben ebenfalls stabil und die Inflationsraten stiegen, wobei sie zumeist weiter unter dem angepeilten Ziel von 2 Prozent notieren.

Keine bösen Überraschungen in der Geldpolitik

Vor diesem Hintergrund hat die Federal Reserve am 21. September erwartungsgemäss den Beginn ihrer Bilanzverkürzung angekündigt («quantitative Straffung»). Gleichzeitig senkte sie auch ihre langfristige Leitzinsprognose von 3 auf 2.75 Prozent. Damit hat sich die voraussichtliche Leitzinskurve leicht abgeflacht. Darüber hinaus offenbarte das letzte Woche veröffentlichte Protokoll der relevanten Fed-Sitzung, dass «viele» Teilnehmer ihre Besorgnis über die anhaltend niedrige Inflation zum Ausdruck gebracht hatten. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Fed ihre eigenen Straffungspläne immer wieder hinterfragt, was grundsätzlich wachstumsfreundlich ist. In diesem Zusammenhang lohnt es sich, sich daran zu erinnern, was seit der Juni-Sitzung passiert ist. Damals entschied die Fed, bis Dezember auf weitere Zinserhöhungen zu verzichten. Marktbasierte Inflationserwartungen (bekannt als Breakeven-Rates) begannen sofort in Richtung des angestrebten Inflationsziels zu steigen, nachdem sie zuvor während eines halben Jahres kontinuierlich gesunken waren.

In den USA haben hat die langfristige Breakeven-Rate inzwischen das Ziel erreicht. Die Fed dürfte daher im Dezember wie eingepreist tatsächlich erneut die Zinsen erhöhen. Gleichzeitig zeigt die schwache Aufwärtsdynamik der Breakeven-Rates und deren tiefen Niveaus in Europa (geschweige denn in Japan), dass der Spielraum für übertriebenen Straffungseifer gering bleibt. Sollten sich in den Notenbanken die Falken zu stark hervorwagen, würde es ebenso rasch wieder bergab gehen. Solange die Notenbanken also ihre eigenen Inflationsziele ernst nehmen, dürften sich trotz allen Straffungsabsichten im Zweifelsfall doch tendenziell die Tauben durchsetzen.

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich am 8. November 2017.