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LGT Beacon: Schritte in Richtung einer neutralen Positionierung

17. August 2018

Gute Unternehmens- und Konjunkturdaten liessen in den letzten sechs Wochen den Handelskonflikt in den Hintergrund rücken und halfen, den S&P 500 bis knapp unter das historische Januarhoch zu treiben. Doch dann zeigte die eskalierende Türkeikrise die Risiken auf, die steigende US-Zinsen und US-Zölle für manche Länder und die allgemeine Marktstimmung bergen können.

In jüngster Zeit beobachten wir zunehmend, dass gewisse Risiken die Marktaussichten einzutrüben begonnen haben – Aussichten, die ansonsten sehr bullisch sein müssten. Diese Risiken können wie folgt zusammengefasst werden:

  • Zunehmender Wirtschaftsprotektionismus beeinträchtigt die Produktivität und festigt die Inflation
  • Anhaltende geldpolitische Straffung, insbesondere in den USA, welche die US-Dollar-Liquidität reduziert
  • Mögliche politische Spaltungen/Lähmung wichtiger Institutionen, insbesondere in der Europäischen Union (EU) nach den jüngsten Wahlen in Italien 

Natürlich sind Risiken wie immer auch mit Chancen verbunden, darunter:

  • Anhaltende Hochkonjunktur, dank aufgestauter Nachfrage für Anlageinvestitionen und steigendem Binnen-konsum
  • Weiter tiefe Realzinsen: Der Anstieg der Nominalzinsen bleibt hinter der Inflation zurück, was Kreditschöpfung, Konsum und Risikoanlagen stützt
  • Angemessene und zum Teil zunehmend attraktivere Bewertungen von Finanzanlagen, was die langfristigen erwarteten Renditen erhöht
  • Weitere Liberalisierung des Welthandels und der Investitionen infolge des politischen Drucks der USA, zumindest unter US-Verbündeten und/oder Ländern, die strategische Interessen teilen

Strategie: Schrittweise in Richtung neutral

Solch zweigespaltene und unsichere Aussichten begünstigen einen antizyklischen Investmentansatz – d.h. den Abbau von Risiken in Stärkephasen und den Aufbau von Risiken während übertriebener Verwerfungen. Wir bekräftigen dieses Prinzip und fügen hinzu, dass wir nun zudem dazu neigen, unsere moderate Übergewichtung von Aktien schritt-weise in Richtung einer neutralen Gesamtposition abzubauen - eine solche Vorgehensweise würde mehr Flexibilität für opportunistische Auf- und Abbauaktionen bieten.

So tätigten wir zuletzt Schritte in diese Richtung: Wir kauften Emerging Markets (EM)-Hartwährungsanleihen und High Yield (HY)-Bonds hinzu und bauten im Gegenzug Aktien in Europa ab. Der Euro Stoxx 50 hatte bis Anfang August rund 5.5% gegenüber Ende Juni zugelegt und sich damit als erster grosser Index ausserhalb der USA den vorherigen Hochs markant angenähert. Damit schien eine Reduktion der Quote angebracht. Wir bleiben zudem geneigt, EM-Aktien zu gegebener Zeit, bzw. sobald sich diese erholt haben, abzubauen. An unserer Präferenz für Finanzanlagen in den USA halten wir aufgrund der guten US-Konjunktur derweil fest. 

Verkauf bei Stärke, Kauf bei übertriebener Schwäche

Die Verkäufe europäischer Aktien entsprachen unserem anti-zyklischen Ansatz. Auch die Zukäufe im festverzinslichen Bereich erfolgten nach längeren Schwächephasen, welche wir fundamental grundsätzlich für übertrieben hielten. EM-Anleihen haben seit Beginn des Handelskonflikts im März, als die USA Stahl- und Aluminiumimporttarife ankündigten, besonders deutlich gelitten. Diese Bewegung ging primär auf die Währungsabwertungen zurück – Zölle stärken tendenziell den USD, zum Teil als kompensierender Marktmechanismus. Nichtsdestotrotz hat sich das Hartwährungssegment zu stabilisieren begonnen, und wir nutzten die Gelegenheit für Zukäufe. Die meisten EM bleiben wirtschaftlich relativ robust, während ihre Anleihen einen signifikanten Renditeaufschlag gegenüber risikofreien Alternativen in den Industrieländern bieten.

Lesen Sie weiter im LGT Beacon

Welche Konsequenzen sich daraus für unsere Portfolios ergeben erfahren Sie, wenn Sie hier im LGT Beacon weiterlesen. Diese Publikation können Sie auch wöchentlich abonnieren: Publikationen abonnieren

Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich Mitte September 2018.