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LGT Beacon: Taktische Asset-Allokation für das Q4/2017

13. September 2017

Von der innenpolitischen Selbstlähmung in den USA bis hin zu den Spannungen um Nordkorea: Historisch haben sich durch solche Risikofaktoren ausgelöste Marktschocks stets als temporär erwiesen. Zugleich stehen die aktuellen zyklischen Konjunkturzeichen weiter weltweit auf Wachstum. Wir halten daher Kurs und bleiben Aktien übergewichtet.

Nachfolgend stellen wir unsere makroökonomische Einschätzung und Anlagepolitik für die nächsten drei bis sechs Monate vor. Die hier erwähnten Entscheidungen betreffen die von LGT Capital Partners verwalteten diversifizierten Strategien.

Robustes Weltwirtschaftswachstum

Von einer restriktiveren Kreditpolitik in China über die innenpolitische Lähmung in den USA bis hin zur erneuten Säbelrasselrunde rund um Nordkorea – die Weltkonjunktur hat im Laufe der jüngsten Monate allen Gegenwinden die Stirn bieten können. Das Realwachstum hat weltweit zuletzt generell sogar zugenommen (Grafik 1).

Im letzten LGT Beacon verwiesen wir auf die besonders starken Daten aus der Eurozone und Schweden (dessen offene Wirtschaft als europäischer Frühindikator angesehen werden kann). Inzwischen ist bekannt geworden, dass auch Japans Wirtschaftsmotor brummt: Nippons Realwachstum übertraf im zweiten Quartal den Potentialwert immerhin um das Dreifache. Die grossen Ökonomien wachsen also derzeit nahe oder sogar über Potential – bei allenfalls nur moderaten Inflationstendenzen, was eine gute Voraussetzung für nachhaltige Unternehmensgewinne darstellt. Dazu kommt, dass sich auch die Geschäftsumfragen zuletzt erneut noch einmal aufhellten (in den Industrieländern von hohem und in den Schwellenländern von tiefem Niveau ausgehend, vgl. Grafik 2). Auch wenn sich die jüngst besonders starke Dynamik in Europa fortan naturgemäss doch abflachen sollte, bleiben die Zeichen global sicherlich weiter auf Wachstum eingestellt.

US-Politik und Zentralbanken

Indessen ist in Bezug auf die USA der Optimismus über die Wachstumspolitik der Regierung (Steuerreform, Infrastrukturinvestitionen etc.) inzwischen so tief gesunken, dass jegliche Art von Fortschritt als positive Überraschung aufgenommen werden dürfte, wie der jüngste überraschende Kuhhandel zur Anhebung der Schuldenobergrenze zwischen dem republikanischen Präsidenten und der demokratischen Minderheit im Kongress illustriert. Bereits wenige Tage später erklomm der S&P 500 ein neues historisches Hoch. Die US-Wirtschaft läuft letztlich auch ohne zusätzliche Impulse aus Washington nach wie vor gut genug.

Wichtiger ist, dass die grossen Zentralbanken weiterhin bestrebt sind, möglichst wachstumsfreundlich zu bleiben – auch jene, die sich bereits für eine baldige Reduktion der Basisgeldmenge (technisch als «Bilanznormalisierung» umschrieben) entschieden haben oder darüber nachdenken. Weil die aktuellen Inflationsraten und die mittelfristigen Inflationserwartungen mehrheitlich unter den Zielwerten notieren, zweifeln viele Marktteilnehmer nämlich am Sinn einer potentiellen Geldverknappung zum aktuellen Zeitpunkt. Sowohl die US Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank werden gröbere Marktverwerfungen daher meiden wollen.

Geopolitik: Nordkorea

An dieser Stelle auch einige Worte zur Geopolitik: Nordkoreas jüngste Raketen- und Atomtests sowie die Gegenreaktionen darauf suggerieren eine Eskalation des ungelösten Konflikts aus den 1950er Jahren. Wir glauben jedoch nicht, dass die Situation das Potential hat, die Weltkonjunktur zu entgleisen. Angesichts des Machtgleichgewichts und der Interessenlage der Beteiligten wird sich am Ende die Realpolitik durchsetzen. Sollte es trotzdem zu grossen Militäraktionen kommen, dann wäre mit einem raschen Zusammenbruch des isolierten Regimes in Pjöngjang zu rechnen, was die Weltwirtschaft ebenfalls nicht belasten würde. Zugegebenermassen müssten wir im Kriegsfall allerdings zunächst sehr wohl mit Marktturbulenzen rechnen. Mittelfristig dürfte die Entwicklung jedoch nach bekannten historischen Mustern verlaufen, wie  beispielsweise nach den beiden Feldzügen gegen den Irak 1991 und 2003.

Nachhaltig negative Effekte wären nur dann wahrscheinlich, falls es im Zuge einer Eskalation auch zu einer schärferen Konfrontation zwischen den USA und China kommen sollte – was jedoch sehr unwahrscheinlich erscheint. Klar ist jedenfalls, dass sich US-Aktien historisch stets rasch von vergleichbaren Krisen erholt haben – und ein Jahr später zumeist deutlich höher notierten (Grafik 3).

Zum Weiterlesen öffnen Sie bitte das angefügte Dokument.

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Anmerkung: Die nächste Ausgabe des LGT Beacon erscheint voraussichtlich am 18. Oktober 2017.