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Ahead of the curve: Kommt jetzt die erwartete Korrektur an den Aktienmärkten?

25. Januar 2021

Ein Kommentar von Jürgen Lukasser, Chief Investment Officer der LGT Bank Österreich, über die nächsten Tagen, die eine intensive Phase einleiten: über hundert US-Unternehmen geben in den nächsten Tagen die Zahlen für das vierte Quartal 2020 sowie einen Ausblick auf das laufende Quartal bekannt.

Ahead of the curve: Kommt jetzt die erwartete Korrektur an den Aktienmärkten?

Vermutlich hat Andre Kostolany auch diesmal wieder Recht. Er vertrat die Einschätzung, dass an der Börse 4 niemals 2 plus 2, sondern immer 5 minus 1 sind. Man muss eben nur die Nerven haben "minus 1" auszuhalten. Genau dieser Fall könnte in der kommenden Woche eintreten. Die Gewinnsaison tritt in den kommenden Tagen in eine intensive Phase: 118 Unternehmen in den USA werden in den nächsten Tagen die Zahlen für das vierte Quartal 2020 inklusive Ausblick auf das laufende Quartal geben. Unter diesen Unternehmen sind Schwergewichte wie AT&T, Apple, Facebook und Tesla zu finden.

Die Aktienbörsen konnten viel vom Schwung des vierten Quartals 2020 in das laufende Jahr mitnehmen. Getragen wird dieser Trend vom Optimismus der Anleger hinsichtlich der Entwicklung der Unternehmensgewinne im Jahr 2021. In dieser Hinsicht kann die laufende Gewinnsaison sicher Informationen für eine Standortbestimmung liefern. "Buy the roumor – sell the fact" ist eine Regel, die man in Situationen wie der aktuellen in Handelsräumen häufig zu hören bekommt. Optimismus hat den Börsen Rückenwind verliehen, nur wie geht es jetzt weiter? Dazu lohnt vielleicht ein kurzer Blick zurück ins Jahr 2020: In Hinblick auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne stellt 2020 wirklich ein "Annus horrbilis" dar. Den Gipfel stellte retrospektiv betrachtet das zweite Quartal 2020. Aufgrund der zahlreichen harten Lock Up zeigten Sektoren wie Energie, Industrie oder der Finanzsektor Ergebnisrückschläge, wie sie zuvor vielleicht die Generation unserer Großeltern in den 30iger Jahren des 20. Jahrhundert gekannt haben. Auf Indexebene brachen die Ergebnisse beim S&P 500 um rund 45% im Vergleich zum Vorjahr ein, in Europa war der Rückschlag mit etwas mehr als 50% sogar noch einen Tick gravierender.

Aktuell sind die Erwartungen völlig anders gelagert: Nach einer Analyse von Ned Davis Research ist der Optimismus der Anleger aktuell auf einem so optimistischen Niveau angelangt, das im Zeitraum seit 1994 lediglich in 7,4% aller Monate übertroffen wurde. Die Stimmung ist also extrem gut, der Optimismus kennt kaum Grenzen. Aber nicht nur die genannte Analyse geht in diese Richtung, auch bekannte Sentiment-Indikatoren, Put/Call-Ratios – alle Indikatoren schlagen in dieselbe Kerbe. Die entscheidende Frage lautet daher: Ist zu viel Optimismus im Markt? Und eine ehrliche Antwort darauf lautet: Die Indizien verdichten sich. Die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur steigt damit an. Dabei muss man nicht von einem Black Swan-Event ausgehen.

Neben den Quartalszahlen wird der Ausblick der Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein. Anleger warten mit Spannung auf ein Update zur Entwicklung des operativen Geschäfts der Unternehmen. In diesem Kontext darf nicht vergessen werden, dass ein Grund für die starke Entwicklung an den Aktienmärkten des ab Mai 2020 vor allem die Bereitschaft der Investoren war, das laufende Jahr 2020 einfach gedanklich abzuschreiben. In diesem Jahr war für viele Unternehmen, die eigentlich ein gutes Geschäftsmodell haben, nichts zu machen. Als langfristig orientierter Anleger kann man aber die Entscheidung treffen, über den Ergebnisausfall eines einzigen Jahres hinwegzusehen, wenn zumindest die Folgejahre eine gute Gewinnentwicklung liefern. 2020 war das die Basis für steigende Aktienkurse – und gleichzeitig steigende Bewertungen. Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind als Resultat so hoch, dass für Enttäuschungen keine Bewertungsreserven vorhanden sind. Auch dieser Umstand erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur.

Andererseits muss man festhalten, dass eine Korrektur an Wertpapiermärkten – so die Unternehmen keine katastrophalen Neuigkeiten berichten - auch absolut kein Beinbruch ist. Erwartung und Realität werden damit wieder ein Einklang gebracht. Und damit wird die Basis für eine gesunde Entwicklung an den Aktienmärkten gelegt. Genau das hat Altmeister Kostolany mit "5 minus 1" gemeint.

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