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Ahead of the curve: Noch mehr Stimulus

17. August 2020

Ein Kommentar von Jürgen Lukasser, Chief Investment Officer der LGT Bank Österreich, zur Coronakrise und wie der damit verbundene wirtschaftliche Stillstand ihren Tribut fordern: Im zweiten Quartal hat sich die Konjunktur beiderseits des Atlantiks drastisch eingetrübt. 

Ahead of the curve: Noch mehr Stimulus

Die Coronakrise und der damit verbundene wirtschaftliche Stillstand fordern ihren Tribut: Im zweiten Quartal hat sich die Konjunktur beiderseits des Atlantiks drastisch eingetrübt. In Deutschland ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) von April bis Juni um 10.1% eingebrochen und in den USA ist die Wirtschaftsleistung auf annualisierter Basis 32.9% geschrumpft (-9.5% im Vergleich zum Vorquartal). Analysten hatten einen noch schärferen Rückgang von 34.5% erwartet. Dennoch handelt es sich um einen historischen Wirtschaftseinbruch: Eine ähnliche Kontraktion verzeichnete die US-Wirtschaft zuletzt 1940, und selbst während der Finanzkrise vor zwölf Jahren schrumpfte das amerikanische BIP höchstens 8.4%. Ohne den dualen Stimulus der US-Regierung und der Notenbank wäre die aktuelle Wirtschaftsflaute wohl noch viel dramatischer ausgefallen. Der einzige Lichtblick ist derzeit, dass es sich bei der BIP-Entwicklung um einen nachlaufenden Indikator handelt und Marktbeobachter für das nun laufende dritte Quartal ein Wachstum von über 15% erwarten. Vorlaufindikatoren indizieren zudem, dass sich nicht nur die amerikanische, sondern auch die globale Wirtschaft weiterhin erholt. Allerdings zeigen die Daten auch, dass wir uns zwar noch in einer V-förmigen Erholung befinden, aber das Momentum sich abzuschwächen beginnt. Im Zentrum stehen einmal mehr die US-Konsumenten, die bis Ende Juli vom Fiskalpaket 1.0 der Regierung profitiert haben.

Seit 1. August müssen die Amerikaner nun ohne die zusätzlichen Liquiditätsmittel auskommen, die die Regierung zur Abfederung der Folgen der Coronakrise beschlossen hatte. In Washington berät der Kongress derzeit über ein Stimulus-Paket 2.0. Doch die Verhandlungen gestalten sich weit schwieriger als erwartet. Die Demokraten haben ein Hilfspaket im Umfang von USD 3.4 Billionen vorgelegt, während die Republikaner lediglich eine Finanzspritze von USD 1.1 Billionen bereitstellen wollen. Es bestehen aber nicht nur signifikante Differenzen über die Höhe der Finanzhilfe, sondern auch darüber, wer die Unterstützung erhalten soll. Experten erwarten, dass es in der zweiten Augusthälfte zu einem Durchbruch bei den Verhandlungen kommen wird. Ein Kompromiss dürfte dabei in einem deutlich kleineren Hilfspaket resultieren, als die Demokraten es in ihrem Vorschlag fordern. Die größte Übereinstimmung zwischen den Parteien gibt es wohl bei den Barzahlungen, die wie erwähnt Ende Juli ausgelaufen sind. Republikaner und Demokraten möchten diese in etwa auf dem Niveau belassen, das bereits im ersten Fiskalpaket beschlossen worden ist, um die Konsumenten bei Laune zu halten. In zwei Punkten gibt es jedoch noch enormen Gesprächsbedarf. Dabei geht es einerseits um die die Arbeitslosenunterstützung und andererseits um staatlich bzw. lokale Beihilfen. Die Vorstellungen könnten nicht weiter auseinanderklaffen: USD 1.34 Billionen beträgt die Differenz zwischen den Plänen der beiden Parteien – das ist mehr, als das Gesamtvolumen des zweiten Hilfspakets, das die Republikaner überhaupt finanzieren wollen. Wir erwarten dennoch eine Einigung, da in drei Monaten nicht nur die Präsidentschaftswahlen anstehen, sondern zahlreiche Kongressabgeordnete sich zur Wiederwahl stellen müssen.

Die langfristigen Implikationen dieser Stimuluspakete sind schwer abschätzbar. Kurzfristig verhindern diese Maßnahmen aber, mit der außergewöhnlichen und einmaligen Situation umzugehen, die durch Covid-19 ausgelöst worden ist. Die Zentralbanken versuchen, die Kapitalmärkte liquide zu halten und die Regierungen wollen mit enormen Geldzuschüssen die Konsumenten und die Arbeitsplätze schützen. Die Implikationen für Anleger sind klar: Ohne Risiko resultiert eine negative Rendite. Der Anlagenotstand hat sich somit verschärft und dürfte den Goldpreis mittelfristig weiter in die Höhe treiben und die Aktienmärkte in einem «Buy-the-dip»-Modus halten. Mit einer Korrektur von 5 bis 10% müssen Investoren jederzeit rechnen. Erst, wenn die langfristigen Zinsen oder die Realzinsen steigen, wird sich eine Änderung dieser Situation einstellen.

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