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LGT Investorama: Mehr Ideen als Geld?

28. Januar 2021

Die Zentralbanken signalisieren, dass die Leitzinsen in den Hauptwährungen noch sehr lange auf extrem tiefen Niveaus bleiben. Mit Verfallrenditen von unter einem Prozent sind auch globale Anleihen unattraktiv. Wie kann dennoch mit einem 5-Jahres-Horizont eine adäquate Rendite erzielt werden?

Aktien zählen weiterhin zu den Kernanlagen ausgewogener und wachstumsorientierter Portfolios, auch wenn neue Allzeithöchststände erreicht wurden und in einzelnen Segmenten Euphorie regiert. Die expansive Geld- und Fiskalpolitik treibt die Bewertungen nach oben. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis globaler Aktien auf Basis der Gewinne der letzten 12 Monate von 25 sieht optisch hoch aus, muss aber relativiert werden. Damit wird im Umkehrschluss noch immer eine Gewinnrendite von 4% erzielt. Die Risikoprämie im Vergleich zu den mageren Anleihenrenditen ist damit weiterhin stattlich. Zudem erzielten die Unternehmen selbst im pandemiegeplagten 2020 eine Eigenkapitalrendite von 8%, was für eine bemerkenswerte Resilienz spricht. Abstand nehmen wir von zu mechanischen Ansätzen. Mit einer einfachen Value-Strategie kauft man beispielsweise einen Korb tief bewerteter Aktien. Darunter werden aber viele sein, welche aus guten Gründen zurückgeblieben sind und für die daher keine Renaissance zu erwarten ist. Klassische Banken beispielsweise werden ihre ehemals überlegenen Kapitalrenditen nicht mehr erzielen. Der Energiesektor steht vor immensen Transformationskosten. IT-Hardware-Produzenten können nur geringe Margen erzielen und sind oft austauschbar. Pharmaunternehmen ohne vielversprechende Pipeline oder Akquisitionsgeschick versprechen kein zukunftssicherndes Wachstum. Selektivität ist gefordert – starke Geschäftsmodelle, gute Marktpositionen, Preissetzungsmacht, intaktes Wachstum und vernünftige Bilanzrelationen – sprich: Qualität.

Auch Immobilien versprechen eine angemessene Rendite, obwohl sie oft als Digitalisierungsverlierer gesehen werden. Der Einzelhandelssektor hat seit geraumer Zeit durch die Verlagerung zum Online-Handel strukturellen Gegenwind; Verkaufsflächen geraten weiter unter Druck. Auch der Markt für Büroflächen wird durch die Strafversetzung ins Homeoffice bedrängt. Die positiven Aspekte sollten allerdings nicht ausgeblendet werden. Einzelhandels-Immobilien haben deutlich an Marktgewicht verloren, Abschläge zu den Buchwerten sind eingepreist. Homeoffice wird nur für einen Teil der Angestellten bleiben, andererseits nimmt der private Wohnbedarf dadurch zu. Auch der Flächenbedarf pro Mitarbeiter dürfte nach jahrelangem Rückgang wieder zunehmen. Zudem gibt es bei globalen Immobilien ein wachsendes Segment, welches vom Megatrend der Digitalisierung profitiert, wie Logistikimmobilien, Rechenzentren oder Mobilfunkinfrastruktur. Häufig wird bei der Einschätzung von Anlagen hauptsächlich auf nachfrageseitige Aspekte fokussiert. Gerade bei Immobilien ist die Einschätzung des zukünftigen Angebots eine ebenso relevante Grösse. Eine Vielzahl von Projekten wird nicht realisiert werden, was den Bestand unterstützt. Schliesslich spricht auch bei Immobilien die handfeste Differenz zwischen Nettorenditen und allgemeinem Zinsniveau eine entscheidende Rolle für die zukünftige Performance.

Die auf längere Sicht zementierte Tiefzinsphase verleiht Gold eine gute Chance, weiter zu glänzen. Betrachtet man das Metall als Alternative zu den Papiergeldwährungen, wird klar, dass dieses nicht durch die Zentralbanken beliebig vermehrt werden kann. Dies verleiht Inflationsschutz und Krisenstabilität. Durch die tiefen Zinsen fehlen nicht nur Erträge, auch der Diversifikationsbeitrag dieser Anlageklasse wird in Zukunft geringer sein, weshalb andere Renditequellen gesucht werden müssen. Abseits der klassischen Anlagen liefern versicherungsbasierte Investments diversifizierende Renditen, welche insbesondere nach den jüngsten Prämienanstiegen attraktiv sind. Flexible marktneutrale Strategien machen zudem ein Portfolio in schwierigen Marktphasen robuster.

Zu behaupten, es gäbe viel mehr profitable Anlageideen, als Geld vorhanden ist, wäre wohl vermessen. Dennoch wird man mit einem vernünftigen Anlagemix in vielen Szenarien gut abschneiden.

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