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LGT Navigator: Aktienbörsen blicken angespannt auf die Zinsmärkte

22. Februar 2021

An den Aktienmärkten bleibt die Stimmung zum Wochenstart von Vorsicht und Zurückhaltung geprägt. Hintergrund ist der anhaltende Anstieg der Anleihenrenditen angesichts zunehmender Inflationssorgen. Währenddessen sorgte auch ein weiterer Anstieg der Rohstoffpreise für Aufmerksamkeit. Mit grossem Interesse werden Anleger in dieser Woche auch den Auftritt von US-Notenbankchef Jerome Powell beobachten.

Aktienbörsen blicken angespannt auf die Zinsmärkte

An der Wall Street blieb die Stimmung am letzten Freitag weiterhin von Nervosität gekennzeichnet. Einerseits sorgen die weltweit fortschreitenden Impfkampagnen für Zuversicht, dass die Coronakrise in absehbarer Zeit bewältigt werden kann, andererseits sorgt der anhaltende Anstieg der Renditen am Anleihenmarkt vor dem Hintergrund spürbarer Inflationssorgen für Unsicherheit an den Börsen. Der Dow Jones Industrial erreichte zum Ende der vergangenen Woche zunächst nochmals einen erneuten Rekordwert bei 31'648 Punkten, gab dann bis zum Schluss aber wieder auf 31'494.32 Zähler nach. Auf Wochensicht blieb der Dow damit praktisch unverändert. Der S&P 500 wies einen moderaten Tagesverlust von -0.19% aus und beendete den Freitagshandel bei 3'906.71 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um -0.42% auf 13'580.78 Zähler zurück und verbuchte den vierten Verlusttag in Folge.

In Asien zeigte sich zum Wochenbeginn kein einheitliches Bild. In Tokio legt der Nikkei 225-Index um rund +0.5% auf 30'156.03 Punkte zu, während die Börsen in China deutlich im Minus notieren. Für die Börseneröffnung in Europa signalisieren die Futures einen negativen Wochenauftakt. Im Fokus steht heute die monatliche Ifo-Unternehmensumfrage sowie US-Notenbankchef Jerome Powell, der am Dienstag den ersten Teil seines regelmässigen Rechenschaftsberichts vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses zum konjunkturellen Ausblick und der Geldpolitik einreichen wird.

US-Wirtschaft laut Einkaufsmanagerumfrage auf solidem Erholungstrend

In den USA zeigten die neusten Einkaufsmanagerumfragen des Londoner Research-Instituts IHS Markit im Februar die stärkste monatliche Expansion seit fast sechs Jahren, beflügelt durch eine Beschleunigung des Dienstleistungssektors und einem anhaltend robusten Wachstum in der Industrie. Der für die beiden Sektoren zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) legte leicht von 58.7 Punkten im Vormonat auf 58.8 Zähler zu und notiert damit auf dem höchsten Stand seit März 2015. Laut Markit-Chefökonom Chris Williamson verstärken die Umfragewerte die Anzeichen, dass die amerikanische Wirtschaft dank der fiskalpolitischen Stimulierung und Lockerungen der pandemiebedingten Beschränkungen ein starkes Auftaktquartal 2021 verzeichnet.

Lockdowns belasten Dienstleistungssektor im Euroraum und bremsen Erholung

Auch in der Eurozone hat sich die Stimmung der von IHS Markit befragten Unternehmen im Februar leicht aufgehellt. So verbesserte sich der für den Dienstleistungs- und Industriesektor zusammengefasste Einkaufsmanagerindex um 0.3 auf 48.1 Punkte, notiert damit aber unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Während der PMI für die Industrie den höchsten Stand seit drei Jahren erreichte und ein Wachstum signalisiert, trübte sich die Stimmung unter den Dienstleistern angesichts der Corona-Massnahmen ein. Die vielerorts anhaltenden «Lockdowns» lasteten schwer auf dem Dienstleistungssektor und dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte Wirtschaftsleistung auch im ersten Quartal zurückgehe, kommentierte Markit-Chefökonom Williamson.

EZB-Chefin Lagarde für vorsichtige Rückführung der Coronahilfen

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), warnte in einem Interview vor einer voreiligen Rückführung stattlicher Konjunkturhilfen. Diese Programme müssten schrittweise und mit Sorgfalt wieder zurückgefahren werden. Gleichzeitig werde die EZB die Wirtschaft mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik längerfristig unterstützen, versicherte Lagarde. Die Notenbankchefin geht davon aus, dass die Euro-Wirtschaft ihr Niveau von vor der Krise etwa Mitte 2022 erreichen wird. Die Prognose hänge aber stark von der Entwicklung der Covid-19-Impfkampagnen ab.

Inflation in Frankreich und Italien zieht an

In Frankreich und in Italien hat sich der Teuerungsdruck zu Jahresbeginn deutlich erhöht. Die französischen Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um +0.8%. Zurückzuführen ist der Preisanstieg laut dem Statistikamt Insee auch auf einen statistischen Effekt, da die Preise verarbeiteter Güter gegenüber dem Vorjahresmonat als Folge des coronabedingt ausgesetzten Winterschlussverkaufs deutlich gestiegen sind. In Italien ist die Inflationsrate zu Beginn des Jahres ebenfalls deutlich gestiegen. Auf Jahressicht betrug die Teuerung +0.7%, nachdem die Konsumentenpreise im Dezember gegenüber dem Vorjahr noch um -0.3% zurückgegangen waren.

 

 

Wirtschaftskalender 22. Februar 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklimaindex (Februar) 90.1
14:30 USA Fed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (Januar) 0.52
16:00 USA Frühindikator (Januar, M/M) +0.3%

 

Unternehmenskalender 22. Februar

Land Unternehmen Periode
USA  Berkshire Hathaway Q4

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.