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LGT Navigator: Alle Augen auf das Fed gerichtet

16. Juni 2021

Einmal mehr, wenn die US-Notenbank ihren geldpolitischen Richtungsentscheid bekannt gibt, gilt an den Kapitalmärkten Höchstspannung. Im gegenwärtigen Umfeld einer Konjunkturerholung nach dem Corona-bedingten ad-extremis Einbruch im Vorjahr und der daraus entstehenden Inflationsgefahren muss das Fed die richtige Balance finden. Obwohl heute nicht mit einer unmittelbaren Anpassung der Geldpolitik gerechnet wird, stehen die Aussagen von Zentralbankchef Powell sowie die neuen Konjunkturprognosen des Fed im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. 

Alle Augen auf das Fed gerichtet

Im Vorfeld des heute Abend um 20:00 Uhr (MEZ) erwarteten Zinsentscheids des Offenmarktausschusses (Federal Open Market Committee) der amerikanischen Notenbank tendierten die Börsenindizes mehrheitlich seitwärts. Der Dow Jones Industrial schloss bei 34'299.33 Punkten, -0.27% tiefer. Der S&P 500 gab um -0.20% auf 4'246.59 Zähler nach und auch der Nasdaq 100 musste nach dem am Vortag erreichten Rekordhoch einen Tagesverlust von -0.69% auf 14'030.41 Punkte hinnehmen. Ähnlich präsentiert sich heute Morgen das Börsenbild in Asien und auch in Europa dürften die Anleger vor dem Fed-Entscheid zurückhaltend bleiben.

Japans Exporte mit stärkstem Anstieg seit 41 Jahren

Die japanischen Ausfuhren stiegen im Mai um 49.6% gegenüber dem Vormonat und verzeichneten damit in der Folge der Erholung von der Coronakrise den kräftigsten Zuwachs seit April 1980! Damit legten die Exporte auch den dritten Monat in Folge zu – zuletzt im April um +38%. Im Mai haben sich beispielsweise die Ausfuhren von Autos und Autoteilen mehr als verdoppelt – auf Jahressicht um über +130%. Insbesondere im Handel mit den USA glänzten Japans Exporte. Ein Beleg, dass auch die Binnenwirtschaft sich erholt, sind die im Mai um +27.9% gestiegenen Importe, die ebenfalls bereits den vierten Monat in Folge zunahmen.

Teilweise kräftiger Teuerungsschub in Euro-Kernländern

In Deutschland kletterte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im Mai auf das höchste Niveau seit September 2011. Auf Jahressicht erhöhten sich die Lebenshaltungskosten um +2.5% verglichen mit +2.0% im April und +1.7% im März. Getrieben wird der stetige Preisauftrieb vor allem durch die höheren Energiepreise, respektive im Falle Deutschlands auch durch die seit Beginn des Jahres eingeführte CO2-Abgabe. Auch in Frankreich sorgten gestiegene Energiepreise für eine höhere Inflationsrate. Im Jahresvergleich stiegen die französischen Konsumentenpreise um +1.8% – die höchste Inflationsrate seit Ende 2018. Anders in Italien wo sich die Inflation entgegen den Erwartungen im Mai nicht weiter beschleunigt hat. Die Jahresteuerungsrate im «Bel Paese» blieb mit +1.2% gegenüber dem Vormonat unverändert. Auf Monatssicht gingen die italienischen Verbraucherpreise sogar um -0.1% zurück.

EU und die USA erzielen Kompromiss im Streit um Subventionen für Flugzeughersteller

Am Rande des Treffens von US-Präsident Joe Biden und EU-Spitzenvertretern wurde ein Kompromiss im jahrelangen Streit um Subventionen für Airbus und Boeing und dem gegenseitigen Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung erzielt. Beide Seiten verständigten sich darauf, die gegenseitig verhängten Strafzölle für fünf Jahre auszusetzen, womit der Handelskonflikt zwischen den Wirtschaftsmächten massgeblich entschärft wird. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem «Durchbruch, der ein neues Kapitel in den Beziehungen öffnet».

Wirtschaftskalender 16. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (Mai, J/J) +1.5%
14:30 USA Baugenehmigungen (Mai, M/M) -1.3%
14:30 USA Baubeginne (Mai, M/M) -9.5%
14:30 USA Inportpreisindex (Mai, J/J) +10.6%
20:00 USA FOMC-Zinsentscheid  +0.1%
20:30 USA Fed-Pressekonferenz & Konjunkturprognosen

 

Unternehmenskalender 17. Juni

Land Unternehmen Periode
USA Adobe Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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