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LGT Navigator: Angespannte Nerven vor Jackson Hole

24. August 2022

Die sich in den letzten Tagen durchgesetzte Erwartung, dass US-Notenbankchef Powell beim Zentralbankentreffen in Jackson Hole unterstreichen könnte, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen sei und ein weiterhin strikter geldpolitischer Straffungskurs verfolgt werden müsse, sorgt an den Aktienmärkten für Abgabedruck. Analog wächst die Sorge, dass die Zinserhöhungen zwangsläufig die weltgrösste Volkswirtschaft in eine Rezession führen könnten. Beleg dafür ist die deutlich getrübte Stimmung der Konsumenten und der Unternehmen, wie die jüngsten Einkaufsmanagerumfragewerte bestätigten.

Angespannte Nerven vor Jackson Hole

An der New Yorker Börse lasteten schwache Konjunkturdaten sowie «hawkische» Aussagen aus der US-Notenbankspitze auf den Kursen. Der Präsident der Fed von Minneapolis, Neel Kashkari, hatte bekräftigt, dass die Inflation nur durch eine weitere Straffung der Geldpolitik unter Kontrolle zu bringen sei und die Persistenz des Preisdrucks unterschätzt werde. Der Dow Jones Industrial drehte nach einem positiven Start ins Minus und schloss -0.47% tiefer als am Vortag bei 32'909.59 Punkten. Der breite S&P 500 ging bei 4'128.73 Zählern aus dem Handel (-0.22%). An der Nasdaq konnten sich die Indizes halten und schlossen fast unverändert zum Vortag. Am Anleihenmarkt kletterte unterdessen die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 3.06%.

In Asien tendierten die Aktienbörsen zur Wochenmitte uneinheitlich. Unter Druck standen insbesondere die Märkte auf dem chinesischen Festland. So fiel der Shenzhen Component um -2.3% und in Shanghai verliert der Composite-Index -1.4%. In Hongkong handelt der Hang-Seng-Index kurz vor Handelsschluss rund -1.2% tiefer und der Hang-Seng-Tech-Index verliert rund -2.4%. In Tokio musste der Nikkei 225 frühe Gewinne wieder abgeben und handelt rund -0.4% tiefer als am Vortag.

Angesichts dieser Vorzeichen dürften Europas Börsen am Mittwoch negativ eröffnen. Der Euro konnte sich unterdessen dank schwacher US-Daten etwas stabilisieren, nachdem die Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar auf ein 20-Jahres-Tief knapp über 0.99 gefallen war. Hintergrund ist einerseits die Zinsdifferenz, die sich zu Gunsten des Greenbacks ausweitet und dem negativen Konjunkturausblick für Europa angesichts der befürchteten Verschärfung der Energiekrise. Auch zum Schweizer Franken notierte der Euro einen neuen Tiefpunkt.

Aktivität in der US-Privatwirtschaft kühlt sich merklich ab

In den USA scheint sich der Wirtschaftstrend im August überraschend deutlich abgeschwächt zu haben. Darauf deutete der Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global zur Entwicklung im Dienstleistungs- und Industriesektor der weltgrössten Volkswirtschaft hin. Der PMI Composite fiel dabei von 47.7 Punkten im Juli auf 45.0 Zähler im August zurück und verzeichnete damit den zweiten Rückgang in Folge und das tiefste Niveau seit Mai 2020. Schlechter entwickelte sich im August vor allem der Dienstleistungsbereich, wo die Unternehmen vor dem Hintergrund der hohen Inflation und steigenden Zinsen unter dem Rückgang der Konsumausgaben litten.

Unternehmensstimmung im Euroraum auf dem tiefsten Stand seit 18 Monaten

Den neusten Umfrageergebnissen unter Einkaufsmanagern zufolge hat sich der Ausblick für die Euro-Wirtschaft weiter eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global fiel dabei im August von 49.9 Punkten im Juli auf 49.2 Zähler (Konsenserwartung 49.0). Damit erreichte der Frühindikator das niedrigste Niveau seit anderthalb Jahren und notiert bereits den zweiten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der PMI für den Dienstleistungssektor notiert nun bei 50.2 und der Industrie-PMI bei 49.7 Punkten. Belastend wirkt sich die hohe Inflation aus, die insbesondere für eine schwächere Nachfrage im Dienstleistungssektor sorgt, kommentierte S&P Global. Die Industrie ihrerseits beklagte zum dritten Mal infolge weniger Aufträge.

Inflation zerrt laut Ifo die jüngsten Ersparnisse der Deutschen wieder auf

Die während der Pandemie und den Beschränkungen angesammelten Ersparnisse sind nach Einschätzung des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo inzwischen wieder aufgezehrt worden. Die deutschen Privathaushalte haben von April 2020 bis März 2021 rund EUR 70 Milliarden mehr auf den Bankkonten geparkt als in normalen Jahren, analysierte das Ifo. Wie die Bilanzen der Banken nun zeigen, haben die Konsumenten seit Ende vergangenen Jahres aber verstärkt auf diese Ersparnisse zurückgegriffen und die Überschusseinlagen seien bis zum Ende des ersten Quartals 2022 fast vollständig abgebaut worden. Im zweiten Quartal habe sich diese Entwicklung in beinahe unverändertem Tempo fortgesetzt. Aufgrund der hohen Inflation sei dem Ifo zufolge damit zu rechnen, dass der private Konsum im weiteren Verlauf des Jahres als Konjunkturmotor in Deutschland ausfallen werde.

  

Wirtschaftskalender 24. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
14:30 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (Juli, M/M) +2.0%
16:00 USA Ausstehende Hausverkäufe (Juli, M/M) -8.6%

 

Unternehmenskalender 24. August

Land Unternehmen Periode
USA Nvidia Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.