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LGT Navigator: Anleger bleiben vorsichtig

19. Mai 2021

Schwache Daten aus der US-Baubranche haben am Dienstag die Börsenstimmung belastet. Die Kauflust der Amerikaner nach Abklingen der Corona-Pandemie beschert US-Warenhausketten starke Quartalszahlen. Derweil warnt die Internationale Energieagentur (IEA), dass Investitionen in neue Projekte zur Öl- und Gasförderung sofort gestoppt werden müssen, damit die Klimaziele noch erreicht werden können.

Shopping boom

Die amerikanischen Börsen haben die Verluste am Dienstag ausgeweitet. Der S&P 500 verlor -0.9% auf 4127.83 Zähler und der Dow Jones büsste -0.8% auf 34'060.66 Punkte ein. Der Nasdaq 100 fiel um -0.7% auf 13'217.68 Punkte. Für schlechte Stimmung sorgten unerwartet schwache Daten aus der Baubranche. So fiel die Zahl der Baubeginne im April binnen Monatsfrist um -9.5%. Analysten hatten lediglich einen Rückgang von -2% prognostiziert. Zudem wurden weniger Baubewilligungen erteilt, was als Indikator für die künftige Bautätigkeit gilt. Im Fokus steht heute das Protokoll der vergangenen Zinssitzung der US-Notenbank (Minutes).

In Asien handeln die Aktienmärkte am Mittwoch uneinheitlich. In Tokio verliert der Nikkei -1.6% und der Shanghai Composite notiert -0.6% leichter. In Hong Kong gewinnt der Hang Seng +1.4%.

Shoppingboom in den USA

Mit überraschend guten Quartalszahlen warteten am Dienstag die US-Detailhändler auf. So haben Walmart, der grösste amerikanische Einzelhändler, und das Traditionshaus Macy's ihre Jahresziele angehoben. Die Warenhausketten profitieren davon, dass es die Menschen nach der Lockerung der Corona-Schutzmassnahmen wieder nach draussen zieht, um ihre Einkäufe zu erledigen. Unterstützend wirken zudem die billionenschweren Hilfsprogramme, die die US-Regierung beschlossen hat, und die unter anderem in Form von Schecks direkt an die Privathaushalte gezahlt werden. Die Entwicklung dürfte für etwas Entspannung im traditionellen US-Einzelhandel sorgen, der in den vergangenen Jahren stark unter Druck geraten ist, da nicht allen Anbietern der Anschluss an die digitale Welt gelungen ist. Auch das Geschäft für Heimwerkerbedarf läuft auf Hochtouren, wie das Quartalsergebnis von Home Depot beweist: Die Baumarktkette hat den Umsatz im Vorjahresvergleich deutlich gesteigert. 

IEA: Erreichen der Klimaziele erfordert strikte Massnahmen

Die Internationale Energieagentur (IEA) mahnte am Dienstag, dass die Investitionen in neue Projekte zur Gewinnung fossiler Brennstoffe sofort gestoppt werden müssten, wenn die weltweiten Kohlenstoffemissionen bis 2050 auf netto Null sinken sollen. In ihrem neusten Bericht «Net Zero by 2050» hält die Energieaufsichtsbehörde mit Sitz in Paris fest, dass sich zwar immer mehr Regierungen dazu bekennen, den CO2-Ausstoss auf Null reduzieren zu wollen. Doch würden die bisherigen Verpflichtungen – selbst wenn sie vollständig umgesetzt werden – weit hinter dem zurückbleiben, was erforderlich ist, um das Nullziel bis 2050 zu erreichen. Dies ist aber entscheidend, um den globalen Temperaturanstieg auf 1.5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde. Die IEA listet verschiedene Massnahmen auf, die sie als nötig erachtet, um das Ziel doch noch zu erreichen und plädiert unter anderem für einen Verkaufsstopp von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bis 2035 sowie eine massive Ausweitung der Investitionen in Wind- und Solarenergie.

Klage gegen EZB-Anleihenkäufe scheitert

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat erneute Klagen gegen den Erwerb von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) abgewiesen. Die Klagen seien unzulässig und unbegründet, befand das Gericht. Im Fokus stand das Anleihenkaufprogramm PSPP (Public Sector Purchase Programme), das die EZB Anfang 2015 lanciert hatte, um die europäische Konjunktur anzukurbeln. Die Karlsruher Richterinnen und Richter hatten das Programm im Mai 2020 teilweise für verfassungswidrig erklärt und die Bundesregierung und den Bundestag dazu aufgefordert, die Verhältnismässigkeit der milliardenschweren Käufe zu prüfen. Dieser Verpflichtung kamen die Regierungsgremien nach und schlossen die entsprechenden Überprüfungen bis im Juli 2020 ab. Die neuen Klagen hatten die Umsetzung des Karlsruher Urteils bemängelt – nun kam das Bundesverfassungsgericht zum Schluss, dass es dafür keine Grundlage gibt. Damit kann sich die Bundesbank auch weiterhin an den Anleihenkäufen der EZB beteiligen.

 

Wirtschaftskalender 19. Mai

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreisindex (April, J/J) +0.7%
11:00 EZ Verbraucherpreisindex (April, J/J) +1.6%
20:00 USA FOMC Sitzungsprotokoll

Unternehmenskalender 19. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Julius Bär Q1

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.