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LGT Navigator: Börsen stellen sich auf eine restriktivere Geldpolitik ein

17. Dezember 2021

Nachdem die amerikanische Notenbank ihre Abkehr von der ultraexpansiven Geldpolitik forcierte, kündigten gestern die britische und die norwegische Zentralbank bereits eine erste Zinserhöhung an. Währenddessen hielten die EZB wie auch die Bank of Japan sowie die SNB an ihrem bisherigen Kurs fest. EZB-Chefin Lagarde räumte aber ein, dass die Inflation im Euroraum in den nächsten Jahren höher ausfallen könnte als die bereits deutlich angehobenen Projektionen in Aussicht stellen.

Börsen stellen sich auf eine restriktivere Geldpolitik ein
Bank of England, London

Nachdem die erste Reaktion an den internationalen Aktienmärkten auf die restriktivere Gangart der US-Notenbank überraschend positiv ausfiel, setzten gestern an der New Yorker Börse Zinssorgen vor allem die Technologiewerte unter Druck. Während sich der Dow Jones Industrial und der breite S&P 500 noch recht gut hielten, verbuchten die Indizes an der Nasdaq Verluste von mehr als zwei Prozent. Auch in Asien tendierten einige der wichtigen Aktienindizes zum Wochenschluss im negativen Bereich. So verliert die Tokioter Börse heute fast zwei Prozent. 

Auch die Bank of England zieht die Schraube an

Grossbritanniens Notenbank hob ihren Leitzins um 15 Basispunkte auf +0.25% an. Dies, nachdem die britische Inflationsrate im November mit +5.1% das höchste Niveau seit zehn Jahren erreichte. Der Entscheid fiel mit einer klaren Mehrheit von acht zu eins Stimmen. Ob weitere Zinsschritte folgen werden, bleibt derzeit noch unklar, da die anhaltende Pandemie für hohe Unsicherheit sorgt. So trübte sich die Stimmung britischer Unternehmen im Dezember deutlich ein. Der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit fiel kräftig um 4.4 auf 53.2 Punkte und notiert damit auf dem tiefsten Stand seit zehn Monaten.

Bank of Japan bleibt locker und adjustiert ihre Corona-Hilfen

Die japanische Notenbank beliess wie allgemein erwartet ihre Geldpolitik unverändert und bestätigte ihr kurzfristiges Zinsziel bei -0.1% und das Ziel für die Renditen zehnjähriger Anleihen bei 0%. Japans Zentralbank adjustiert aber ihre Corona-Finanzhilfen. Während sie die Ankäufe von Unternehmensanleihen zur Unterstützung grosser Unternehmen zurückfährt, verlängerte sie das Hilfsprogramm für kleinere Firmen um sechs Monate.

EZB hält an ihrem Kurs fest, sieht aber Aufwärtsrisiken im Inflationsausblick

Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt wie erwartet ihr Pandemie-Notkaufprogramm (Pandemic Emergency Purchase Programme) im nächsten Jahr auslaufen. Anleihenkäufe bleiben aber ein Bestandteil der EZB-Politik. So wird die Notenbank im zweiten Quartal 2022 das Kaufvolumen des APP-Programms von derzeit monatlich EUR 20 Milliarden auf EUR 40 Milliarden aufstocken. Im Q3 sollen Anleihen im Umfang von EUR 30 Milliarden monatlich gekauft werden und ab Oktober 2022 wieder auf EUR 20 Milliarden verringert werden. Den Leitzins behielt die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent. In ihren gestern vorgestellten Prognosen geht die EZB in diesem und im kommenden Jahr von einer teilweise deutlich höheren Inflation aus. Die Teuerungsrate dürfte in diesem Jahr bei +2.6% liegen (bisherige Prognose +2.2%) und im nächsten Jahr auf +3.2% (bisher +1.7%) ansteigen. 2023 rechnet die EZB dann aber mit einem Rückgang der Inflationsrate auf +1.8% (bisher +1.5%). Zuletzt hatte die Inflationsrate in der Eurozone im November +4.9% betragen – in Deutschland gar +5.2%.

Unterdessen hat sich die Unternehmensstimmung im Euroraum zum Jahresende vor dem Hintergrund der Pandemie deutlich verschlechtert. So fiel der Einkaufsmanagerindex im Dezember auf 53.4 von 55.4 Punkten im Vormonat zurück – der tiefste Stand seit neun Monaten. Laut IHS Markit trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor besonders deutlich ein.

Der Franken hält die SNB am Boden

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bleibt wie erwartet bei ihrer expansiven Geldpolitik und hält am Negativzins von -0.75% fest. Zwar korrigierte die SNB ihre Wachstums- und Inflationsprognose leicht nach oben, jedoch hält der weiterhin starke Franken die Zentralbank quasi am Boden und eine Zinswende ist noch nicht absehbar. Die SNB rechnet mit einer weiteren Erholung der Schweizer Wirtschaft und einer leicht höheren Inflation im Jahr 2022 von +0.6% (bisher +0.4%).

Norwegens Notenbank wagt nächsten Zinsschritt

Die norwegische Zentralbank hat ihren Leitzins zum zweiten Mal seit Beginn der Coronakrise um 25 Basispunkte auf +0.5% erhöht. Der Schritt war an den Märkten erwartet worden. Die Norges Bank stellte zudem weitere Zinsanhebungen in Aussicht.

Türkische Zentralbank senkt erneut Leitzins

Obwohl die Türkei eine Inflationsrate von rund 21% ausweist, lockerte die Notenbank erneut ihren Schlüsselzins um nochmals 100 Basispunkte auf 14.0%. Gleichzeitig stellte die türkische Zentralbank aber ein vorläufiges Ende der Leitzinssenkungen in Aussicht.

 

Wirtschaftskalender 17. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Erzeugerpreise (November, J/J) +18.4%
09:00 AUT Verbraucherpreise (November, J/J) +4.1%
10:00 DE Ifo Geschäftsklima (Dezember) +96.5
11:00 EZ Verbraucherpreise (November, M/M) +0.8%
11:00 EZ Verbraucherpreise (November, J/J) +4.9%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (November, J/J) +2.6%
11:30 RUS Bank of Russia Zinsentscheid +7.5%

 

Unternehmenskalender 20. Dezember

Land Unternehmen Periode
USA Nike Q2
USA Micron Technology Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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