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LGT Navigator: Börsen trotzen schwachen Konjunktursignalen

17. August 2022

Trotz schwacher US-Konjunkturdaten setzte sich die Erholungs-Rally an der New Yorker Börse fort, getrieben von guten Quartalsberichten und Ausblicken von Walmart und Home Depot. In Europa haben sich unterdessen die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten dem Mannheimer Forschungsinstituts ZEW zufolge erneut eingetrübt und das Stimmungsbarometer fiel auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2008.

Börsen trotzen schwachen Konjunktursignalen

Der Dow Jones Industrial kletterte am Dienstag über die Marke von 34’000 Punkten und schloss bei 34'152.01 Punkten +0.71% höher als am Vortag. Der breite S&P 500 ging mit einem Tagesgewinn von +0.19% bei 4'305.20 Punkten aus dem Handel. Unterstützung boten der US-Baumarktkonzern Home Depot, der ein Rekordquartal vermeldete und der weltgrösste Retailer Walmart, der im Berichtsquartal den Umsatz steigerte und sich im Jahresausblick optimistischer zeigte. An der Nasdaq verbuchten die Indizes hingegen einen Rückgang um rund -0.25%. Am US-Anleihenmarkt notiert die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 2.81% leicht höher als am Vortag.

Im asiatisch-pazifischen Raum verlief der Handel an den Aktienmärkten zur Wochemitte uneinheitlich. In Hongkong steigt der Hang Seng um rund +0.8% und in Shanghai legte der Composite-Index um rund +0.3% zu. Japans Nikkei 225 geht rund +1% höher aus dem Tagesgeschäft, nachdem in Japan für Juli mit +19% ein über den Erwartungen liegendes Exportwachstum im Vergleich zum Vorjahresmonat gemeldet wurde. Hintergrund ist die starke Erholung der Autoexporte.

Neuseelands Zentralbank strafft die geldpolitischen Zügel weiter

Für Aufmerksamkeit sorgt heute die Notenbank von Neuseeland, die ihren Leitzins um einen weiteren halben Prozentpunkt auf 3.0% angehoben hat. In ihrem Ausblick geht die Reserve Bank of New Zealand von einer Anhebung um weitere 100 Basispunkte aus, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

Negative Signale vom US-Häusermarkt

In den USA ist die Anzahl der Baustarts im Juli überraschend stark zurückgegangen. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Baubeginne um -9.6%, während Analysten mit einem Rückgang um 2.1% gerechnet hatten. Gleichzeitig gingen auch die für die zukünftige Bautätigkeit aussagekräftigen Baugenehmigungen um -1.3% zurück, allerding war hier mit einem deutlicheren Rückgang um -3.3% gerechnet worden. Hintergrund sind die gestiegenen Hypothekenzinsen sowie gestiegene Baukosten aufgrund von Material- und Arbeitskräftemangel.

Inflation sorgt bei Finanzprofis laut ZEW für Konjunkturpessimismus

Der Ausblick für die deutsche Wirtschaft hat sich den neusten Umfrageergebnissen des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) deutlich verschlechtert. Das aktuelle Konjunkturbarometer fiel im August von minus 53.5 auf minus 55.3 Punkte zurück und erreichte damit den tiefsten Stand seit Oktober 2008. Analysten waren hingegen von einem Anstieg auf minus 52.7 Zähler ausgegangen. Der anhaltend starke Anstieg der Lebenshaltungskosten und die erwarteten zusätzlichen Kosten für Heizung und Strom belasten die Aussichten für die konsumnahen Wirtschaftsbereiche in Deutschland, kommentierte das ZEW. Analog die Einschätzung der befragten Finanzanalysten und Investoren für die Eurozone: Der entsprechende Indikator fiel um 3.8 auf minus 54.9 Punkte.

Handelsdefizit der Euroländer weitet sich wieder aus

Gestiegene Importe und schwächelnde Exporte sorgten im Juni für eine unerwartet starke Ausweitung des Handelsbilanzdefizits im Euroraum. Saisonbereinigt erhöhte sich das Defizit wieder auf EUR 30.8 Milliarden, eine Differenz von EUR 3.6 Milliarden zum Vormonat und wieder näher an dem im April notierten Rekorddefizit von EUR 32.3 Milliarden. Ökonomen hatten einen Rückgang des Defizits auf EUR 22.0 Milliarden prognostiziert. Hintergrund sind nicht zuletzt die stark gestiegenen Energieimporte in Folge des Ukraine-Kriegs und der gestiegenen Energiepreise.

  

Wirtschaftskalender 17. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Verbraucherpreise (Juni, J/J) +9.4%
08:00 GB Erzeugerpreise (Juni, J/J) +16.5%
11:00 EZ BIP Q2 (Q/Q) +0.7%
14:30 USA Einzelhandelsumsätze (Juli, M/M) +1.0%
20:00 USA FOMC Protokoll

 

Unternehmenskalender 17. August

Land Unternehmen Periode
CH Swiss Life H1
CH Tecan H1
DK Carlsberg H1
US Cisco Systems Q4
US Target Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.