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LGT Navigator: Börsenstimmung bleibt von Zurückhaltung geprägt

8. Februar 2022

An den internationalen Aktienbörsen dominierte zu Wochenbeginn eine vorsichtige Haltung der Anleger geprägt von der antizipierten Zinswende der amerikanischen Zentralbank und den am Donnerstag anstehenden Inflationsdaten aus den USA. Nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht vom letzten Freitag rechnen die Kapitalmärkte nun mit mindestens fünf Zinserhöhungen der Federal Reserve im laufenden Jahr. Während an den Börsen auch die Unternehmensberichtssaison im Mittelpunkt bleibt, sorgt der Ukraine-Konflikt ebenfalls für erhöhte Unsicherheit.

Börsenstimmung bleibt von Zurückhaltung geprägt

In New York verbuchten am Montag einmal mehr vor allem die Technologiewerte Verluste. Die Indizes an der Nasdaq verloren rund -0.85%. Der breite S&P 500 eröffnete die Woche mit einem Tagesminus von -0.3%, während sich der Dow Jones Industrial zumindest unverändert zum Freitag bei 35'091.13 Punkten halten konnte. In Asien war am Dienstagmorgen erneut keine klare Tendenz ersichtlich. Währenddessen konnte sich der Goldpreis, vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten in Bezug auf den Ukraine-Konflikt und der anstehenden Inflationsdaten aus den USA, bei USD 1'820 pro Unze halten. 

Investorenstimmung im Euroraum erneut verbessert

Die vom Finanzmarktanalyseunternehmen Sentix regelmässig befragten rund 1'200 Analysten und intentionellen Anleger zeigten sich den neusten Umfrageergebnissen zufolge optimistischer. Der Sentix-Konjunkturindikator stieg im Februar um 1.7 auf 16.6 Punkte und verbesserte sich damit den zweiten Monat in Folge. Zuversichtlicher eingeschätzt wurde dabei sowohl die aktuelle als auch die zukünftige Konjunkturentwicklung im Euroraum. Währenddessen sei die Entwicklung in den USA «problematisch» und in Asien «uneinheitlich».

Gegenwind für lockere Gangart der EZB wird stärker

EZB-Ratsmitglied Klaas Knot geht davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch vor Jahresende die Leitzinsen erhöhen wird und eine zweite Zinsstraffung im Frühjahr 2023 folgen könnte. Begründet sieht dies der niederländische Notenbankchef in den steigenden Inflationsrisiken. Hinsichtlich der Inflationsentwicklung betonte Knot aber, dass die Situation im Euroraum nicht mit derjenigen in den USA vergleichbar sei. In den Vereinigten Staaten sei die Inflation hauptsächlich auf innere Gründe zurückführen, während der Grossteil der Inflation im Euroraum aus dem Ausland komme, wogegen die EZB nicht viel ausrichten könne. Die Einschätzung einer doch nachhaltigeren als zunächst vermuteten Inflation scheint sich innerhalb der EZB zu verstärken. So hat auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde anlässlich des letzten Zinsentscheids in der vergangenen Woche erste Hinweise auf eine straffere Geldpolitik geliefert. In der Eurozone beläuft sich die Jahresteuerungsrate mittlerweile auf +5.1%.

ESM-Chef rüttelt an Euro-Kriterien

Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, fordert, den Stabilitätsfonds permanent einzurichten und das Stabilitäts- und Wachstumspakt zu lockern, um jederzeit schnell auf Krisensituationen reagieren zu können. Die Euro-Schuldengrenze zu erhöhen, wäre ökonomisch sinnvoll, meint der ESM-Chef und schlägt vor, die Schuldenobergrenze von 60% des Bruttoinlandsprodukts auf 100% anzuheben. Zudem solle die Defizitgrenze von 3% der Wirtschaftsleistung gelockert werden.

  

Wirtschaftskalender 8. Februar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 IT Einzelhandelsumsätze (Dezember, M/M) -0.4%
14:30 USA Handelsbilanz (Dezember) USD -80.2 Mrd.

 

Unternehmenskalender 8. Februar

Land Unternehmen Periode
DE TUI  Q1
FR BNP Paribas Jahreszahlen
NL Qiagen Q4
AUT Telekom Austria Q4
AUT ams-Osram Jahreszahlen
GB BP Jahreszahlen
USA Pfizer Q4
USA DuPont Q4
USA Harley-Davidson Q4

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Tina Haldner, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.