Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Navigator: Börsenstimmung und Weltwirtschaftsperspektiven bleiben im Banne des Virus

29. Juni 2020

Die Coronavirus-Pandemie bleibt auch an den Kapitalmärkten das beherrschende Thema. Rasant steigende Infektionszahlen in den USA, eine unkontrollierte Ausbreitung in Brasilien und die Anzeichen einer zweiten Welle in einigen europäischen Ländern trüben die Anlegerstimmung. Erneute, zumindest lokale, «Lockdowns» gefährden die erhoffte Wirtschaftserholung. Dies hinterlässt an den internationalen Aktienbörsen hohe Unsicherheit und dürfte auch zum Wochenauftakt für eine anhaltend risikoaverse Haltung der Investoren sorgen.

Börsenstimmung und Weltwirtschaftsperspektiven bleiben im Banne des Virus

In den Vereinigten Staaten haben die Zahlen zu den Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen wieder deutlich zugenommen. Diese jüngsten Entwicklungen scheinen zu belegen, dass die Wirkung des Lockdowns – eine zunächst eingedämmte Ausbreitung des Virus – durch eine zu frühe Öffnung der Wirtschaft wieder zunichte gemacht werden kann. In den USA haben die Fallzahlen am Wochenende den bisherigen Höchststand aus dem April sogar übertroffen. Gemäss der Johns-Hopkins-Universität wurden zum Ende der vergangenen Woche innerhalb von 24 Stunden rund 40 000 neue Fälle gemeldet. Insgesamt zählen die USA 2.549 Mio. infizierte Personen und 125.800 Todesfälle. Unterdessen müssen beispielsweise in Kalifornien, Texas und Florida Bars wieder schliessen. Weltweit gibt es aktuell 10.145 Mio. bestätigte Covid-19-Infektionen und 501 893 Todesfälle.

An den Aktienmärkten hält die Sorge um die weitere Entwicklung der Pandemie und deren Auswirkung auf die Weltwirtschaft die Investoren nach wie vor in Atem. So notierte der Dow Jones Industrial am Freitag zeitweise unter der Marke von 25 000 Punkte und schloss -2.84% tiefer bei 25 015.55 Zählern. Der Wochenverlust betrug -3.3%. In Asien setzte sich die risikoaverse Haltung fort und die meisten Aktienindizes notierten zum Wochenstart im Minus. In Tokio fiel der Nikkei-Index um -2.22% auf 22 011.31 Punkte.

Aufhebung des «Lockdowns» sorgt für kurzzeitige Erholung des US-Konsums

Die amerikanischen Verbraucher sorgten nach einem Einbruch im April bereits im Mai wieder für einen kräftigen Anstieg der Konsumausgaben. Laut US-Handelsministerium nahmen die Ausgaben im letzten Monat um +8.2% zu und machten damit einen Teil des massiven Rückgangs im Vormonat um -12.6% überraschend schnell wieder wett. Mit Spannung wird nun beobachtet werden, wie sich die wieder verstärkte Ausbreitung und teilweise erneuten «Lockdowns» auf den Privatkonsum auswirken werden. Ein weiteres hoffnungsvolles Zeichen lieferten am Freitag die finalen Umfrageergebnisse der Universität Michigan. Demnach hat sich die Konsumentenstimmung in den USA im Juni wieder deutlich aufgehellt. Das Verbraucherstimmungsbarometer stieg von 72.3 Punkten im Mai auf 78.1 Zähler an. Damit lag das definitive Ergebnis zwar unter dem zunächst ermittelten Wert von 78.9 Punkten, jedoch bestätigt die schnelle Erholung, dass die befragten Privathaushalte derzeit zumindest keine weitere Verschlechterung der Situation befürchten.

Natürlich sind dies nur Momentaufnahmen und können durch die sich laufend verändernde Entwicklung der Pandemie, gerade in den USA, schnell wieder zunichtegemacht werden.

Euro-Wirtschaft sollte Tiefpunkt überschritten haben

EZB-Chefin Christine Lagarde äusserte sich anlässlich einer Wirtschaftskonferenz zuversichtlich. Sie geht davon aus, dass die Wirtschaft in der Eurozone das Schlimmste überstanden haben dürfte. Die Erholung werde aber kompliziert, graduell und regional verlaufen. Angesichts des Risikos einer zweiten Pandemiewelle bleibe die EZB weiterhin gefordert, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Die EZB setze dabei die Instrumente ein, welche die proportional gesehen, effektivsten Ergebnisse erzielten im Hinblick auf Liquidität, die geldpolitische Ausrichtung und die Übertragung des geldpolitischen Signals in den gesamten Euroraum, betonte Lagarde.

Italiens Unternehmer fassen wieder Mut

Die Stimmung unter Firmen hat sich in Italien im Juni gemäss neusten Umfragewerten wieder etwas aufgehellt. Nach den verheerenden Folgen der Pandemie gibt es Zeichen einer Erholung. So verbesserte sich das Geschäftsklimabarometer für die Gesamtwirtschaft (Industrie- und Dienstleistungsbranche) in diesem Monat von 52.7 auf 65.4 Punkte. Italien wurde mit mehr als 34 000 Toten besonders schwer von der Pandemie getroffen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) prognostiziert für die drittgrösste Volkswirtschaft im Euroraum einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts im laufenden Jahr von -12.8%.

Neue Gesprächsrunde zwischen Brüssel und London

Die Verhandlungen zwischen den der EU und Grossbritannien über ein Anschlussabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase sollen heute fortgeführt werden. Bisher waren die Gespräche weitgehend ergebnislos verlaufen. EU-Chefunterhändler Michel Barnier forderte im Vorfeld «klare Signale» für einen Kompromiss aus London. Die EU bietet den Briten ein umfassendes Handelsabkommen mit Zugang zum EU-Markt ohne Zölle und Mengenbegrenzung, fordert im Gegenzug aber gleich hohe Sozial-, Umwelt- und Verbraucherstandards. Grossbritannien will jedoch keine Vorgaben der EU akzeptieren. Weitere wichtige Streitpunkte sind der Zugang von EU-Fischern zu den reichen britischen Fischgründen, die Rolle des Europäischen Gerichtshofs bei Streitigkeiten der Vertragspartner und der polizeiliche Datenaustausch. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen. Eine Verlängerung der Verhandlungsfrist hat der britische Premier Boris Johnson bereits mehrfach ausgeschlossen.

Wirtschaftskalender 29. Juni

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 SP Verbraucherpreise Juni (J/J) -0.9%
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung Juni 67.5
14:00 DE Verbraucherpreise Juni (J/J) +0.5%
16:00 USA Ausstehende Hausverkäufe Mai (M/M) -21.8%
16:00 USA Ausstehende Hausverkäufe Mai (J/J) -34.6%

Unternehmenskalender 14. Juli

Land Unternehmen Periode
USA JPMorgan Chase Q2
USA Citigroup Q2

 

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Twitter, Facebook oder LinkedIn. Hier werden Sie laufend über die neusten Marktentwicklungen, LGT News und die aktuellen Beiträge im LGT Finanzblog informiert. Weitere Informationen: LGT Social Media.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 83 48, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.