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LGT Navigator: Das Fed bleibt vage angesichts eines hohen Unsicherheitsgrads

8. Juli 2021

Die US-Notenbank schlug in dem gestern Abend veröffentlichten Protokoll des letzten geldpolitischen Entscheids einen vorsichtig positiven Ton an und geht von weiteren Fortschritten bei der Erreichung ihrer wirtschaftlichen Ziele aus. Damit scheint das Fed den Kapitalmärkten ein weiteres Signal für eine geldpolitische Wende in nicht allzu ferner Zukunft zu geben, bleibt angesichts des hohen Unsicherheitsfaktors aber noch vage. An der Wall Street verbuchten die Indizes in der Folge leichte Gewinne, während die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen das niedrigste Niveau seit Februar erreichte.

Das Fed bleibt vage angesichts eines hohen Unsicherheitsgrads

Nachdem die amerikanische Zentralbank (Fed) an ihrer letzten Sitzung im Juni ihre lockere Geldpolitik unverändert beliess, scheint das Fed die Finanzmärkte angesichts einer anziehenden Inflation auf ein Ende ihrer extrem expansiven Ausrichtung und eine Zinswende im 2023 vorzubereiten. In dem gestern Abend veröffentlichten Protokoll (Minutes) der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) vom 15. bis 16. Juni betonte das Fed «substanzielle Fortschritte» bei der Erholung der Wirtschaft von der Coronakrise. Einige Ratsmitglieder gehen denn auch davon aus, dass die Bedingungen für eine Reduzierung der Wertpapierkäufe etwas früher erfüllt sein könnten, als dies bisher angenommen wurde. Es sei aber dennoch zu früh, um klare Aussagen hinsichtlich der künftigen Entwicklung am Arbeitsmarkt und der Inflation zu machen.

An den US-Börsen verbuchten die Indizes zur Wochenmitte moderate Gewinne. Der Dow Jones Industrial schloss +0.3% höher bei 34'681.79 Punkten. Der S&P 500 notiert weiterhin auf Rekordniveau und ging mit einem Gewinn von +0.34% bei 4'358.13 Zählern aus dem Tagesgeschäft. An der Technologiebörse Nasdaq schwächte sich die Dynamik am Mittwoch etwas ab und der Nasdaq 100 beendete den Tag bei 14'810.53 Punkten (+0.16%). In Asien tendierten die meisten Aktienindizes im negativen Bereich, während am Bondmarkt sich die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 1.30% stabilisierte.

Brüsseler Exekutive zeigt sich zuversichtlicher in ihren Konjunkturprognosen

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognosen für die Euro-Wirtschaft angehoben und geht nun davon aus, dass das Vorkrisenniveau bereits im Schlussquartal dieses Jahres erreicht wird. Im laufenden Jahr rechnet die Exekutivbehörde nun mit einer BIP-Wachstumsrate von +4.8% anstatt der bisher veranschlagten +4.3%. Im nächsten Jahr dürfte das Wirtschaftswachstum in der Eurozone dann etwas an Schwung verlieren und noch um +4.5% (bisher +4.4%) expandieren. Verantwortlich für die schneller als zunächst angenommene Erholung von der Coronakrise sollen vor allem die voranschreitenden Impfkampagnen und die damit einhergehenden Öffnungsschritte sein. Gleichzeitig geht die EU-Kommission aber auch von einer etwas höheren Inflation aus. So dürfte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise in diesem Jahr im Schnitt +2.2% betragen, verglichen mit der bisherigen Prognose von +1.9%. Bereits 2022 wird aber mit einer Abschwächung auf durchschnittlich +1.6% gerechnet.

IWF warnt vor Inflationsrisiken und früher als erwartetem Zinsanstieg

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor dem Hintergrund der expansiven Fiskalpolitik, insbesondere in den USA, vor einem steigenden Inflationsdruck und dem Risiko einer früher als antizipierten Straffung der Geldpolitik. Dies könnte laut IWF-Präsidentin Kristalina Georgieva auch zu einer Verschärfung der globalen Finanzbedingungen und erheblichen Kapitalabflüssen aus Schwellen- und Entwicklungsländern führen. Insgesamt bleiben die globalen Wirtschaftsaussichten mit hohen Unsicherheiten behaftet und der Anstieg der Inflation könnte sich als «hartnäckiger» als erwartet erweisen.

Wirtschaftskalender 8. Juli

MEZ Land Indikator Letzte Periode
07:45 CH Arbeitslosenrate (Juni)  3.0%
08:00 DE Exporte (Mai, M/M) +0.3%
08:00 De Importe (Mai, M/M) -1.7%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich)  364'000

 

Unternehmenskalender 13. Juli

Land Unternehmen Periode
AUT  Telekom Austria Q2
USA JPMorgan Chase Q2
USA Goldman Sachs Q2
USA PepsiCo Q2 

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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