Skip navigation Scroll to top
LGT
VALUES WORTH SHARING
Scroll to top

LGT Navigator: Der Energiehahn aus Russland wird zugedreht

9. März 2022

Die Finanzmärkte bleiben weiterhin im Schatten des fortlaufenden Krieges in der Ukraine, steigenden Energiepreisen und damit zunehmender Angst vor ausufernder Inflation und einer potenziellen wirtschaftlichen Stagnation. Unterdessen wächst der politische Druck, Öl- und Gaslieferungen aus Russland einzuschränken oder gar ganz zu stoppen. Insbesondere für Europa, allen voran Deutschland, könnte dies heikle Auswirkungen auf die Energieversorgung haben. Die EU-Kommission arbeitet aber bereits an einem Plan mit Massnahmen, um russische Gasimporte innerhalb eines Jahres um zwei Drittel zu reduzieren.

Der Energiehahn aus Russland wird zugedreht

An Europas Börsen versandeten anfängliche Erholungsversuche und auch in New York kamen die Kurse angesichts der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und energiepolitischer Fragen erneut ins Trudeln. Der Dow Jones Industrial erreichte zunächst ein Plus von rund +2%, ging dann aber schlussendlich -0.56% tiefer als am Vortag bei 32'632.64 Punkten aus dem Handel. Der breite S&P 500 verlor -0.72% und landete bei 4'170.70 Zählern. An der Nasdaq hielten sich gestern die Verluste mit etwa -0.4% noch in Grenzen. Geprägt war der Handel von Unsicherheit, Nervosität und Volatilität. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte unterdessen auf 1.86%.

USA verhängen Embargo für Öl aus Russland – die EU «kann» nicht mitziehen

Vor dem Hintergrund des von den USA verkündeten Embargos russischer Öllieferungen blieben die Ölpreise auf hohem Niveau nahe der jüngst seit 2008 nicht mehr erreichten Höchststände. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notiert aktuell bei knapp USD 131. Anfangs Woche war der Brent-Preis bis auf rund USD 139 gestiegen. Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) beträgt heute rund USD 126. Die Opec warnte, dass die weltweite Erdölförderung nicht ausreiche, um einen kompletten Ausfall Russlands auszugleichen. US-Präsident Joe Biden betonte, dass das Ölembargo der Amerikaner mit den Europäern abgestimmt sei und Putins Kriegsmaschinerie einen weiteren schweren Schlag versetzen werde. Angesichts der hohen Abhängigkeit Europas von russischen Öl- und Gaslieferungen «können» sich die EU dem Importverbot der Amerikaner nicht anschliessen. Immerhin legte die EU-Kommission bereits einen Plan vor, um die russischen Gasimporte innerhalb von einem Jahr um zwei Drittel zu reduzieren. Deutschlands Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte im Falle eines kompletten Embargos russischer Lieferungen vor schweren Schäden für die deutsche Wirtschaft. Grossbritannien kündigte unterdessen an, ab Ende 2022 kein russisches Öl mehr zu importieren. Als Reaktion auf das Ölembargo Washingtons, drohte der Krems seinerseits mit einem Gas-Lieferstopp durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1.

Immer mehr Grossunternehmen verabschieden sich aus Russland

Der britische Ölkonzern Shell kündigte an, mit sofortiger Wirkung kein russisches Erdöl und Gas mehr zu kaufen und auch bestehende Verträge nicht zu erneuern. Zudem werde russisches Erdöl aus den eigenen Lieferketten entfernt und alle Shell-Tankstellen in Russland geschlossen sowie andere lokale Geschäftsaktivitäten eingestellt. Nicht nur Ölkonzerne drehen Russland den Rücken zu. Einen Abzug haben inzwischen auch Apple, Coca-Cola, Starbucks und McDonald’s angekündigt. 

Deutsche Industrie fürchtet Öl- und Gas-Embargo

Ein Importstopp für russisches Öl und Gas würde die deutsche Industrie nach Einschätzung des Branchenverbandes BDI unmittelbar belasten. Für viele Industriezweige in Deutschland sei die Energie ein wesentlicher Kostenfaktor und es werde dadurch immer schwieriger, noch kostendeckend zu produzieren. Diese Eskalationsstufe müsse unbedingt verhindert werden, auch wenn es emotional schwerfalle, meinte BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

Italien will Abhängigkeit von russischem Gas reduzieren

Italien strebt eine unabhängigere Gasversorgung an und will dementsprechend die Abhängigkeit von Russland verringern. Italien importiert jährlich mehr als 40% seines Gases aus Russland. Es müssen nun Alternativen durch Lieferanten aus anderen Teilen der Welt, beispielsweise aus Katar, gefunden werden, was aber einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Blick in den Rückspiegel – Euro-Wirtschaft wächst im Schlussquartal 2021 minimal

Die Wirtschaft in den 19 Euroländern ist im vierten Quartal des letzten Jahres im Schnitt um +0.3% gegenüber dem Vorquartal gewachsen.  Im Gesamtjahr 2021 wies die Eurozone eine Wachstumsrate von +5.3% aus. Angesichts der Verwerfungen durch den Krieg in der Ukraine könnte sich die Wirtschaftsentwicklung im laufenden Jahr wieder verlangsamen, insbesondere wegen den Auswirkungen steigender Energiekosten und anhaltenden Lieferkettenengpässen.

  

Wirtschaftskalender 9. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:50 JP BIP Q4 (Q/Q) +1.3%
10:00 IT Industrieproduktion (Januar, M/M) -1.0%

 

Unternehmenskalender 9. März

Land Unternehmen Periode
CH Geberit Jahreszahlen
DE Adidas Jahreszahlen
DE Deutsche Post Jahreszahlen
DE Continental Jahreszahlen
FR Vivendi Jahreszahlen
IT Prada Jahreszahlen
GB Prudential Jahreszahlen

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.