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LGT Navigator: Die Angst vor neuerlichen «Lockdowns» nimmt zu

28. Oktober 2020

Die Befürchtung neuerlicher «Lockdowns» angesichts weiter schnell steigender Corona-Neuinfektionen und deren unmittelbaren negativen Auswirkungen auf die fragile Wirtschaftserholung hält die Marktstimmung gedrückt. Die heisse Phase im US-Präsidentschaftswahlkampf sorgt unterdessen für zunehmende Nervosität und das lang ersehnte US-Corona-Hilfspaket scheint nun definitiv auf der langen Bank zu landen.

Die Furcht vor dem neuerlichen «Lockdown»

US-Präsident Donald Trump bestätigte gestern, dass das bereits seit langem umstrittene weitere Corona-Hilfspaket definitiv erst nach den Wahlen aufgelegt werden soll. Die Amerikaner würden nach der Wahl das beste Konjunkturpaket bekommen, das sie jemals gesehen hätte, so Trump. Noch anfangs Woche hatte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi auf eine Einigung noch vor dem Wahltermin gedrängt.

Der US-Präsident goss unterdessen weiter Öl ins Feuer bezüglich der Frage, ob er eine Niederlage akzeptieren würde. «Echte Umfragen würden zeigen, dass er gewinne», twitterte Trump. Die Medien würden dies unterdrücken; die öffentlich bekannten Umfragen seien häufig gefälscht und hätten keinen Wert. Eine Woche vor der Präsidentenwahl haben bereits mehr als 69 Mio. Amerikaner ihre Stimme abgegeben, was mehr als der Hälfte aller Stimmen, die bei der Wahl vor vier Jahren insgesamt abgegeben wurden, entspricht.

Die US-Aktienindizes haben nach kräftigen Verlusten zum Wochenauftakt am Dienstag weiter nachgegeben. Lediglich die Technologiebörse Nasdaq konnte sich stabilisieren. Vor dem Hintergrund der weiter stark steigenden Covid-19-Fallzahlen insbesondere in den USA und Europa und der Nervosität vor den US-Wahlen schloss der Dow Jones Industrial -0.8% tiefer bei 27 463.19 Punkten. Der breite S&P 500 beendete den Tageshandel mit einem Minus von -0.3% bei 3 390.68 Zählern. Der Nasdaq 100 legte hingegen um +0.82% auf 11 598.95 Punkte zu. Erst nach Börsenschluss vermeldete Microsoft ein solides Q1-Ergebnis. Ein starkes Cloudgeschäft hat dem Softwarekonzern ein starkes Wachstum beschert. Der Gewinn legte zu und übertraf die Markterwartungen. In Asien dämpfte die ungewisse Entwicklung der Pandemie die Börsenstimmung.

Die asiatischen Märkte sind am Mittwoch wegen schnell steigender Coronavirus-Zahlen gefallen. Die Anleger scheuten wegen der steigenden Infektionsraten in den USA und in Europa grössere Investitionen. Die Vereinigten Staaten, Russland, Frankreich und auch Deutschland haben in den letzten Tagen eine Rekordzahl an Corona-Fällen registriert und neue Massnahmen eingeführt, um die zweite Welle schnell unter Kontrolle zu bekommen. Vor dem Hintergrund zunehmender Sorgen vor den weltwirtschaftlichen Folgen neuer Massnahmen zur Pandemie-Eindämmung signalisieren die Futures für Europas Börsen einen schwachen Börsenstart.

US-Konsumenten kurz vor dem Urnengang wieder etwas skeptischer

Das Vertrauen der Amerikaner hat sich im Oktober wieder eingetrübt. Der Erhebung des New Yorker Wirtschaftsforschungsinstituts The Conference Board zufolge fiel das Verbrauchervertrauensbarometer von 101.3 auf 100.9 Punkte zurück. Analysten hatten mit einer Verbesserung auf 102.0 Zähler gerechnet. Das Barometer verharrt damit weit unter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Zu Jahresbeginn hatte der Indikator bei knapp 132 Punkten notiert. Insbesondere die Erwartungen der befragten Privathaushalte hat sich eingetrübt. Der entsprechende Index gab von 102.9 auf 98.4 Punkte deutlich nach.

Immobilienpreise in den USA steigen trotz Corona-Krise stark

Der breite S&P/Case-Shiller-Index zeigte, dass die Häuserpreise in den 20 grössten Metropolen der USA im August im Schnitt um +5.2% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Damit legte der Indikator so kräftig zu wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Im Monatsvergleich legten die Preise um +1.1% zu. Experten zufolge wirken am amerikanischen Häusermarkt die folgenden Faktoren positiv: anhaltend niedrige Zinsen, Wohneigentum als Sicherheit und der steigende Bedarf an Wohnraum wegen verstärktem Einsatz von Home-Office sowie ein gleichzeitig begrenztes Angebot.

Gute Auftragslage in der US-Industrie

Der Bestellungseingang bei langlebigen Wirtschaftsgütern (Produkte, die eine Lebensdauer von mindestens drei Jahren haben) hat in den USA im September überraschend stark zugenommen. Wie das US-Handelsministerium gestern meldete, wurden im September +1.9% mehr Aufträge notiert als im Vormonat; was den fünften monatlichen Zuwachs in Folge markiert. Ökonomen waren von einem deutlich moderateren Plus von +0.4% ausgegangen. Die Bestellungen für zivile Investitionsgüter ohne Flugzeuge, die als wichtige Messgrösse für die Unternehmensinvestitionen gelten, stiegen auf Monatssicht um +1.0%, nachdem bereits im Monat zuvor ein Plus von +2.1% registriert worden war.

Exporterwartungen deutscher Firmen trüben sich wieder ein

Einer aktuellen Studie des Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo zufolge hat sich der Ausblick deutscher Exportunternehmen im Oktober wieder verschlechtert. Nachdem im Vormonat noch ein Höchststand seit dem Jahr 2018 erreicht worden war, fiel der Indikator um 3.7 auf 6.6 Punkte zurück. Sowohl in der Nahrungs- und Getränkeindustrie als auch in der Bekleidungsbranche wird laut Ifo mit rückläufigen Exporten gerechnet. Optimistischer blicken Hersteller von elektronischen Produkten und der chemischen Industrie in die Zukunft. Trotz des Rückgangs bleiben die Exporterwartungen aber klar über dem im April beobachteten Tiefststand.

 

 

Wirtschaftskalender 28. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konsumentenvertrauen (Oktober)  95.0
13:30 USA Handelsbilanz (September M/M) -USD 83.1 Mrd.

 

Unternehmenskalender 28. Oktober

Land Unternehmen Periode
DE BASF Q3
DE Beiersdorf Q3
DE Deutsche Bank Q3
DE Deutsche Börse Q3
IT Eni Q3
GB GlaxoSmithKline Q3
USA Alphabet Q3
USA General Electric Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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