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LGT Navigator: Druck auf ein EU-Energieembargo gegen Russland wächst

29. März 2022

Nachlassende Ölpreise vor dem Hintergrund neuerlicher Corona-Massnahmen in China, die sich negativ auf die Wirtschaft auswirken dürften, sorgten an den Aktienmärkten für einen positiven Tenor zu Wochenbeginn. Nachdem die G7 die Forderung Moskaus, Energielieferungen in Rubel zu begleichen, abgelehnt haben, bleibt an den Finanz- und Rohstoffmärkten auch ein mögliches vollumfängliches Embargo der EU gegen russische Energielieferungen eine Option. Noch sind sich die EU-Staaten nicht einig, aber der Druck, vor allem auf Deutschland, wächst. 

Druck auf ein EU-Energieembargo gegen Russland wächst

Zum Start der neuen Handelswoche sind die Ölpreise zeitweise kräftig gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent und der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) gaben zeitweise um rund -9% bis auf etwa USD 109.70, respektive rund USD 103.50 nach. Als Grund nannten Händler den Pandemie-bedingten «Lockdown» in der chinesischen Millionenmetropole Shanghai. Ein Unterbruch der Produktion könnte das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft gefährden. Im Fokus bleibt auch der Krieg in der Ukraine. Heute sollen in Istanbul die Kriegsparteien erneut Gespräche führen. Von Seiten der Ukraine hiess es, dass eine von Russland geforderte Neutralität «gründlich» geprüft werde.

An der Wall Street drehten die Indizes der Standardwerte kurz vor Handelsschluss ins Positive. Der Dow Jones Industrial schloss +0.27% höher bei 34'955.89 Punkten und damit nur knapp unter der 35’000 Punkte-Marke. Der breite S&P 500 legte um +0.71% auf 4'575.52 Zähler zu. Gefragt waren zu Wochenbeginn vor allem Technologieaktien. An der Technologiebörse Nasdaq bauten die Indizes ihre Gewinne aus und schlossen rund +1.6% höher. Die Aktie des Elektroautoherstellers Tesla legte um fast +8% zu, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, dass es die Zustimmung der Anleger für einen Aktiensplit einholen werde. Am Anleihenmarkt notierte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen mit 2.46% etwas tiefer.

In Asien tendierten die Börsenbarometer am Dienstag uneinheitlich. In Tokio notiert der 225 Titel umfassende Nikkei-Index +0.75% höher, während der japanische Yen gegenüber dem US-Dollar auf ein Sechsjahrestief fiel.

G7 sagen «Njet» zu Rubel-Zahlungen

Die G7-Länder erteilten der Forderung aus Moskau, russische Gaslieferungen in Rubel abzurechnen, eine Absage. Diese stelle einen einseitigen und klaren Bruch bestehender Verträge dar. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte letzte Woche angekündigt, Gaslieferungen an «unfreundliche Staaten» nur noch in Rubel abzurechnen anstatt in Euro oder US-Dollar. Damit, so erhofft es sich der Kreml, könnte die stark unter Druck geratene russische Währung gestützt werden. Moskau könnte nun verstärkt mit einem Lieferungsstopp drohen. Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck betonte, dass Deutschland und die anderen G7-Länder auf alle Szenarien vorbereitet seien. Deutschland hat derzeit den G7-Vorsitz inne.

Japan stützt Wirtschaft mit weiterem Fiskalpaket

Japans Regierung kündigte ein weiteres Konjunkturpaket in Höhe von rund EUR 800 Milliarden an, um die Preissteigerungen in Folge des Konflikts mit Russland abzufangen. Japan ist rohstoffarm und auf Ölimporte angewiesen. Steigende Preise gefährden zunehmend die Erholung der Wirtschaft von der Corona-Pandemie und die jüngste Schwäche des Yen verteuert zusätzlich die Preise für Importe.

  

Wirtschaftskalender 29. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (Februar, M/M) +2.0%
08:00 DE GfK Konsumklima (April) -8.1
08:45 FR Konsumentenstimmung (März) +98.0
15:00 USA S&P/CaseShiller Häuserpreise 20 grösste Städte (Januar, J/J) +18.6%
16:00 USA Verbrauchervertrauen (März) +110.5

 

Unternehmenskalender 29. März

Land Unternehmen Periode
CH Adecco  Kapitalmarkttag
DE Porsche SE Jahreszahlen
FR Scor Investorentag
USA Micron Technology Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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