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LGT Navigator: Ernüchternde Halbjahresbilanz von Wall Street & Co

1. Juli 2022

An den Aktienbörsen fällt die Bilanz zum ersten Halbjahr vor dem Hintergrund von Rezessions- und Inflationsängsten schwach aus. Die Bilanz zum ersten Halbjahr fällt damit nicht nur an der New Yorker Börse ernüchternd aus. Die Stimmung an den Börsen bleibt dementsprechend fragil und dominiert von Rezessions- und Inflationsängsten vor dem Hintergrund der geldpolitischen Wende der Zentralbanken. 

Ernüchternde Halbjahresbilanz von Wall Street & Co

Der Dow Jones Industrial schloss am Donnerstag angesichts von Rezessions- und Inflationsängsten mit einem Tagesverlust von -0.82% bei 30'775.43 Punkten. Der Dow schliesst damit das erste Halbjahr mit einem Verlust von rund -15% ab. Der marktbreite S&P 500 ging gestern -0.88% bei 3'785.38 Punkten aus dem Handel und verliert damit in den ersten sechs Monaten des Jahres gut -20% die schwächste Halbjahresbilanz seit 1970! Am stärksten waren die Halbjahresverluste an der Nasdaq mit rund -30% – die schlechteste Performance seit 2002.

Europas Börsen hatten zuvor ebenfalls deutliche Verluste hinnehmen müssen. Der EuroStoxx 50 schloss -1.7% tiefer bei 3'454.86 Punkten, nahe dem Jahrestief von 3’387 Zählern. Für das erste Halbjahr resultiert damit ein Verlust von fast -20%.

Am Anleihenmarkt fiel indessen die zehnjährigen US-Treasuries erstmals seit knapp drei Wochen wieder unter die Marke von 3% auf 2.99%.

Vor dem Nationalfeiertag in den USA am Montag, an dem alle US-Finanzmärkte geschlossen bleiben, stehen heute vor allem die aktuellen Ergebnisse der monatlichen Einkaufsmanagerumfragen in Europa und den USA im Fokus.

Verhaltene Stimmung der Japan AG

Dem sogenannten Tankan-Bericht der Bank of Japan zufolge – eine quartalsweise erscheinende Unternehmensumfrage der Notenbank – hat sich das Geschäftsklima in der weltweit drittgrössten Volkswirtschaft im zweiten Quartal weiter eingetrübt. Insbesondere die grossen Industrieunternehmen zeigten sich pessimistischer. Der entsprechende Indikator sank per Ende Juni von +14 Punkten drei Monate zuvor auf +9 Punkte . Hier spielten vor allem die anhaltenden Lieferkettenprobleme und der Mangel an Materialien sowie die Energiepreise eine entscheidende Rolle. Zu spüren bekommt die japanische Industrie aber auch die Auswirkungen der «Lockdowns» in China. Etwas besser scheint die Stimmung im Dienstleistungssektor zu sein. Dieser Indikator verbesserte sich im Q2 von +9 auf +13 Zähler. Der Tankan-Bericht basiert auf der Befragung von rund 10'000 Unternehmen.

An der Tokioter Börse fällt der Nikkei am ersten Handelstag im Juli um fast -2%.

Die ebenfalls heute Morgen veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus China lieferten hingegen einen positiven Impuls. So kletterte der Einkaufsmanagerindex (PMI) für Chinas verarbeitendes Gewerbe im Juni wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten – von 49.6 auf 50.2. Der PMI für den Dienstleistungsbereich stieg noch kräftiger von 47.8 auf 54.7 Punkte. An den chinesischen Börsen konnten die guten Daten aber die allgemein vorsichtige Stimmung nicht beeinflussen und so notiert der Composite-Index am Shanghaier Aktienmarkt leicht im Minus. In Hongkong wurde heute wegen eines Feiertages nicht gehandelt.  

Schwächere Konsumausgaben in den USA

Die Ausgaben der Amerikaner sind im Mai weniger stärker als von Analysten erwartet gestiegen. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Konsumausgaben noch um +0.2% (Konsens +0.4%) und der Vormonatswert wurde von +0.9% auf +0.6% korrigiert. Gleichzeitig blieb der Inflationsdruck unverändert auf hohem Niveau. Der von der US-Notenbank präferierte Inflationsindikator – der auf den Konsumausgaben basierende Preisindex PCE (Personal Consumption Expanditure) – legte im Mai um +6.3% zu, respektive in der Kernrate um +4.9%.

Frankreichs Inflationsrate steigt weiter

Die Lebenshaltungskosten in Frankreich haben sich im Juni, getrieben durch den Anstieg der Energie- und Lebensmittelpreise, nochmals kräftig erhöht. Auf Jahressicht erreichte die Teuerungsrate mit +6.5% den höchsten Stand seit Gründung der Eurozone im Jahr 1999.

Ausblick für Schweizer Wirtschaft laut KOF weiterhin verhalten

Das Wirtschaftsbarometer der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich blieb im Juni mit einem Rückgang um 0.8 auf 96.9 Punkte den zweiten Monat in Folge unter dem langfristigen Mittelwert. Belastet werde die Wirtschaft vor allem durch eine schwächere Auslandsnachfrage und das verarbeitende Gewerbe, das nach wie vor mit weltweiten Lieferkettenproblemen zu kämpfen hat. Eine leicht positive Entwicklung sei hingegen beim Privatkonsum beobachtet worden.

Wirtschaftskalender 1. Juli 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:15 ES Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 53.8
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 60.0
09:45 IT Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 51.9
09:50 FR Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 51.0
09:55 DE Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 52.0
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 52.0
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 53.4
11:00 EZ Verbraucherpreise (Juni, J/J) +8.1%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Juni, J/J) +4.4%
11:00 IT Verbraucherpreise (Juni, J/J) +7.3%
15:45 USA Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 52.4
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie (Juni) 56.1

Unternehmenskalender 12. Juli

Land Unternehmen Periode
USA Pepsico Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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