Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Fed drückt aufs Gas – Börsen reagieren positiv

16. Dezember 2021

Die amerikanische Zentralbank (Fed) hat wie erwartet angekündigt, die bereits eingeleitete Drosselung der Anleihenkäufe, das sogenannte «Tapering» angesichts des massiv gestiegenen Inflationsdrucks, zu beschleunigen. Zudem stellt das Fed nun drei Zinserhöhungen im nächsten Jahr in Aussicht. An den Aktienmärkten hatten Anleger eine forschere Gangart bereits antizipiert und so fielen die Reaktion überraschend positiv aus. Heute stehen nun die Zinsentscheide der Schweizerischen Nationalbank (SNB) um 09:30 Uhr (MEZ), der Bank of England um 13:00 Uhr und der EZB um 13:45 Uhr im Fokus, gefolgt von der Bank of Japan am Freitag.

Fed drückt aufs Gas

Dem US-Notenbankvorsitzenden Jerome Powell zufolge braucht die US-Wirtschaft die Unterstützung im bisherigen Ausmass nicht mehr, und die zuletzt signifikant gestiegene Inflation rechtfertige einen schnelleren Ausstieg aus dem laufenden Anleihenkaufprogramm. Im November erreichte die Teuerungsrate in den USA mit +6.8% den höchsten Wert seit 1982! In der Folge beschloss das Fed, die Reduzierung der Anleihenkäufe auf USD 30 Milliarden pro Monat zu verdoppeln, womit das Fed ab Januar noch Anleihen im Volumen von USD 60 Milliarden pro Monat kauft und das Programm somit bereits im März 2022 auslaufen wird. Der Leitzins bleibt unterdessen unverändert bei 0.0-0.25%, jedoch stellt die US-Notenbank ihren aktuellen Projektionen zufolge im nächsten Jahr nun insgesamt mindestens drei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte in Aussicht, und 2023 könnten weitere drei Zinsschritte folgen.

In ihren gestern vorgestellten neuen Konjunkturprognosen geht das Fed davon aus, dass die Inflation im nächsten Jahr im Schnitt +2.6% betragen wird. Im September lautete die Prognose noch +2.2%. Gleichzeitig erwartet die Notenbank ein leicht stärkeres Wirtschaftswachstum von +4.0% (bisher +3.8%) und einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 3.5%, womit das Ziel der Vollbeschäftigung fast wieder erreicht wird.

An der Wall Street reagierten die Aktienindizes überraschend positiv. Der Dow Jones Industrial legte um rund +1% zu und der breite S&P 500 gewann sogar rund +1.5%. An der zinssensitiven Technologiebörse Nasdaq ging es gar um rund +2% in die Höhe. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries blieb mit 1.45% praktisch unverändert. Die restriktivere Geldpolitik seitens des Fed scheint also offenbar gut eingepreist und bietet im positiven Sinne Investoren eine bessere Visibilität. Zudem fielen die gestern publizierten Konjunkturdaten aus den USA insgesamt gesehen recht solide aus. So meldete die Detailhandelsbranche zwar einen geringer als von Analysten erwarteten Umsatzanstieg im November von +0.3% (Konsens +0.8%), jedoch waren die Verkäufe im Monat zuvor mit +1.8% (erster Ausweis +1.4%) stark. Desweiteren zeigte der Empire-State-Indikator der New Yorker Distriktnotenbank mit einem Anstieg von 30.9 auf 31.9 Punkte eine Verbesserung des Geschäftsklimas in der Wirtschaftsregion. Ökonomen hatten einen Rückgang auf 25.9 Zähler prognostiziert.

Ist die EZB gezwungen, ihren Inflationsausblick anzupassen?

Mit Spannung wird heute auch die Einschätzung der Europäischen Zentralbank erwartet. Insbesondere hinsichtlich des Inflationsausblicks zeigte sich in jüngster Zeit eine divergierende Meinung an der Notenbankspitze. Wird die EZB also eine früher als bisher antizipierte geldpolitische Wende signalisieren, oder an der bisherigen Annahme einer «nur vorübergehend» eskalierenden Inflation festhalten? Aufschluss wird die auf 14:30 Uhr angesetzte Pressekonferenz von EZB-Präsidentin Christine Lagarde liefern.

In Frankreich kletterte die Inflationsrate unterdessen im November auf +3.4%, von +3.2% im Monat zuvor. Verteuert haben sich neben den Energiepreisen auch die Preise für Dienstleistungen. In Spanien erreichte die Teuerungsrate der Verbraucherpreise im November auf Jahressicht +5.5% (Vormonat +5.4%). Teurer als vor einem Jahr waren Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen, insbesondere im Hotel- und Gastgewerbe

Bank of England unter Zugzwang – Inflation steigt auf Zehnjahreshoch

Die britische Notenbank könnte bereits heute dem anhaltenden Inflationsdruck mit einer Straffung der Geldpolitik entgegentreten. Die rasant steigende Teuerung in Grossbritannien setzt die Notenbank jedenfalls immer stärker unter Zugzwang. Die britische Inflationsrate kletterte von +4.2% im Oktober auf +5.1% im November und erreichte damit den höchsten Stand seit zehn Jahren. Analysten hatten mit einer aktuellen Teuerungsrate von +4.8% gerechnet. Getrieben wird der Preisschub vor allem durch Transportkosten wegen höherer Preise für Kraftstoffe sowie durch höhere Preise für Wohnen und Dienstleistungen.

 

Wirtschaftskalender 16. Dezember

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konjunkturumfrage (Dezember) +109.0
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Dezember) 56.1
09:30 CH SNB Zinsentscheid -0.75%
09:30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Dezember) 52.2
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Dezember) 55.4
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.1%
13:45 EZ EZB Zinsentscheid 0.0%
14:30 USA Philly Fed-Industrie-Index (Dezember) +28.5
14:30 USA Baubeginne (November, M/M) -0.7%
14:30 USA Baugenehmigungen (November, M/M) +4.2%
15:15 USA Industrieproduktion (November, M/M) +1.6%
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (Dezember) 57.2

 

Unternehmenskalender 16. Dezember

Land Unternehmen Periode
CH Straumann Kapitalmarkttag
USA FedEx Q2
USA Adobe Q4
USA Accenture Q1

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.