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LGT Navigator: Fed intensiviert mit weiterer Zinserhöhung den Kampf gegen die Inflation

5. Mai 2022

Die amerikanische Zentralbank straffte ihren Leitzins wie mehrheitlich erwartet um 50 Basispunkte auf eine neue Bandbreite von 0.75 bis 1.0%. Der Fed-Vorsitzende Powell verwies auf die höchste Inflationsrate in den USA seit Jahrzehnten und signalisierte eine weitere zügige Straffung ihrer Geldpolitik. Heute wird auch von der Bank of England eine nächste Zinserhöhung erwartet. Das sich nun abzeichnende EU-Embargo auf russische Öllieferungen sorgt unterdessen für höher Ölpreise.

Fed intensiviert mit weiterer Zinserhöhung den Kampf gegen die Inflation

Die US-Notenbank (Fed) strafft die Zügel zum zweiten Mal und erhöhte den Leitzins wie von einer Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet um 50 Basispunkte. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell betonte, dass die Inflation viel zu hoch sei und die Notenbank rasch handeln müsse, um den Preisauftrieb zu bremsen. Es wird also mit einer weiteren kräftigen Erhöhung des Zinsniveaus gerechnet werden müssen. Noch stärkere Zinsschritte von beispielsweise 75 Basispunkten seien laut Powell aber derzeit nicht zu erwarten. Zudem wird die Notenbank ab Juni ihre Bilanzsumme abbauen, womit die Liquiditätszufuhr stark gedrosselt wird. Powell warnte aber auch, dass es eine grosse Herausforderung sein werde, dass die Wirtschaft sich nicht zu stark abkühlt oder gar in eine Rezession fällt. Der Arbeitsmarkt sei derzeit aber in einer soliden Verfassung. Der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank ist auf den 15. Juni angesetzt.

An der Wall Street wurde der neuerliche Zinsschritt des Fed positiv aufgenommen. Der Dow Jones Industrial legte kräftig zu und schloss +2.81% höher bei 34'061.06 Punkten. Der S&P 500 drehte nach dem Zinsentscheid ebenfalls ins Plus und erzielte eine Tagesgewinn von knapp +3% – Schlussstand: 4'300.17 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq gewannen die Indizes rund +3.5%. Zu Wochenbeginn waren die Technologieindizes noch auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2021 gefallen.

Am Anleihenmarkt sank die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen auf 2.92%. Anfangs Woche kratzte die Rendite noch an der Dreiprozentmarke.

Beschäftigungswachstum in den USA gebremst

Gemäss dem monatlichen Bericht des privaten US-Arbeitsmarktdienstleisters ADP hat sich das Stellenwachstum in der Privatwirtschaft im April gegenüber dem Vormonat ziemlich deutlich verlangsamt. Demzufolge wurden 247'000 neugeschaffene Jobs gemeldet, verglichen mit einer Konsenserwartung von 383'000 und einem revidierten Vormonatswert von 479'000 Stellen (erste Schätzung 455'000). Der ADP-Bericht liefert gewissermassen einen Hinweis auf den morgen Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht aus Washington.

Bank of England vor weiterem Zinsschritt

Die britische Zentralbank wird heute der Fed folgen und ihren Leitzins ein weiteres Mal erhöhen. Der geldpolitische Entscheid wird um 13:00 Uhr MEZ kommuniziert. Die Mehrheit der Ökonomen rechnen mit einer Erhöhung um 0.25 Prozentpunkte auf +1.0%, womit der Leitzins den höchsten Stand seit 2009 erreichen wird. Mit dem weiteren Zinsschritt wird die Bank of England dem anhaltenden und breiten Preisanstieg entgegentreten. Die gestiegenen Energiekosten haben auch zum stärksten Anstieg der Einzelhandelspreise in Grossbritannien seit mehr als zehn Jahren geführt. Im April erhöhten sich die Preise auf Jahressicht um +2.7%. Lebensmittel verteuerten sich gar um +3.5%.

Der Dienstleistungssektor trägt die Stimmung in der Eurozone

Die neusten Ergebnisse der Einkaufsmanagerumfragen im Euroraum zeigten eine leicht verbesserte Stimmungslage der befragten Unternehmen in der Privatwirtschaft. Getragen wird die Stimmung von den Dienstleistern, die von den gelockerten Corona-Restriktionen profitierten. Die Industrie leidet hingegen unter Lieferproblemen im weltweiten Warenhandel und Materialmangel. Insgesamt kletterte der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex (PMI Composite) für die gesamte Privatwirtschaft in der Eurozone aber im April auf 55.8 von 54.9 Punkten im März und erreichte damit gar den besten Wert seit rund sechs Monaten. Nach Einschätzung von S&P-Chefökonom Chris Wiliamson zeigt sich die Euro-Wirtschaft angesichts des Ukraine-Kriegs überraschend widerstandsfähig.

Negative Monatsbilanz für deutsche Exporte vor dem Hintergrund des Kriegs

In der Exportbilanz Deutschlands werden die Folgen des Ukraine-Krieges deutlich. So gingen die Ausfuhren im März gegenüber dem Vormonat um -3.3% kräftig zurück. Die Exporte nach Russland brachen regelrecht um gut -60% zum Vormonat ein. Auf Jahressicht bleibt die gesamthafte Bilanz zumindest positiv und Deutschland exportierte demnach im März +8.1% mehr seiner Güter in die Welt als ein Jahr zuvor. Die Importe legten gar um rund +20% zum Vorjahr zu.

Wirtschaftskalender 5. Mai 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
00:00 JP Feiertag
08:00 DE Auftragseingang Industrie (März, M/M) -2.2%
08:30 CH Verbraucherpreise (April, J/J) +2.4%
08:45 FR Industrieproduktion (März, M/M) -0.9%
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (April) 57.6
13:00 GB Bank of England Zinsentscheid +0.75%
13:00 GB Bank of England Inflationsbericht
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich)  180'000
15:15 GB Bank of England Gouverneur Bailey spricht

Unternehmenskalender 5. Mai

Land Unternehmen Periode
CH Adecco Q1
CH Swiss Re Q1 
DE Lufthansa Q1
DE BMW Q1
DE Henkel Q1
DE Lanxess Q1
FR Société Générale Q2
FR Credit Agricole Q1
FR AXA Q1 Umsatz
FR Air France Q1
IT UniCredit Q1
NL Stellantis Q1 Umsatz
BEL Anheuser-Busch InBev Q1
LUX ArcelorMittal Q1
GB Shell Q1
GB BAE Systems Q1 Umsatz
USA Kellogg Q1
USA Conoco Phillips Q1
USA Dropbox Q1

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.