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LGT Navigator: Fed signalisiert baldige Zinserhöhung

12. Januar 2022

US-Notenbankchef Powell und weitere hochrangige Fed-Mitglieder haben einen möglichen ersten Zinsschritt bereits für März signalisiert – früher als bisher erwartet. Das Fed begründet dies mit dem gestiegenen Inflationsrisiko. An den Aktienbörsen scheinen inzwischen das Szenario eines forscheren Tempos seitens der US-Notenbank und insgesamt vier Zinserhöhungen im Laufe dieses Jahres grösstenteils eingepreist zu sein. Heute stehen insbesondere die neusten Daten zur Verbraucherpreisentwicklung in den USA sowie der regelmässige Konjunkturbericht der US-Notenbank, das sogenannte Beige Book, im Mittelpunkt.

Fed signalisiert baldige Zinserhöhung

Der Vorsitzende der Federal Reserve Jerome Powell hat angesichts der hohen Inflation eine erste Leitzinserhöhung im März in Aussicht gestellt. Das Fed werde dann auch ihre milliardenschweren Anleihekäufe abschliessen und danach den Leitzins im Lauf des Jahres erhöhen sowieihre Bilanz verkürzen, so Powell bei seiner Anhörung im US-Senat. Laut Powell gehe die grösste Gefahr von der gestiegenen Inflation aus. Denn wenn sich das hohe Inflationsniveau in der Wirtschaft und in den Köpfen der Menschen festsetze, werde dies unausweichlich zu einer strafferen Geldpolitik führen, was wiederum die Wirtschaft abwürgen könnte. Gestützt wird Powells Einschätzung auch von anderen hochrangigen Zentralbankmitgliedern. So hat etwas die Präsidentin der Fed von Cleveland, Loretta Mester, die im laufenden Jahr auch stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss (FOMC) ist, ihre Bereitschaft für eine Leitzinserhöhung im März signalisiert. Es spreche viel dafür, die Lockerungsmassnahmen zurückzufahren und falls die Konjunkturentwicklung so bleibe wie jetzt, würde sie eine Leitzinsanhebung befürworten. In etwa gleicher Meinung ist auch Esther George, die Vorsitzende der Fed von Kansas.

Die Wall Street hat sich bereits in den letzten Tagen auf eine schnellere Gangart seitens der US-Notenbank eingestellt und so sorgten die Aussagen von Powell & Co für mehr Klarheit und für positive Reaktionen. Der Dow Jones Industrial schloss ein halbes Prozent höher und der S&P 500 gewann fast ein Prozent. Am stärksten waren die Gewinne an der Technologiebörse Nasdaq. Nachdem die Tech-Werte jüngst unter den gestiegenen Zinserwartungen gelitten hatten, legten die Tech-Indizes gestern um rund eineinhalb Prozent zu. In Asien sorgten die positiven Vorgaben aus Übersee für ebenfalls steigende Aktienkurse. 

EZB-Chefökonom hält an Inflationsausblick fest

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane ist der Ansicht, dass die Inflationsprognosen der Zentralbank auch durch den starken Anstieg der Teuerungsrate im Euroraum auf +5% nicht in Frage gestellt seien. Die Inflation werde noch in diesem Jahr zurückgehen und sich auch 2023 und 2024 unter dem Zielwert der EZB einpendeln. Derzeit sei auch nicht erkennbar, dass die hohe aktuelle Inflation zu höheren Lohnabschlüssen führe, zeigte sich Lane in einem Interview mit einer italienischen Zeitung überzeugt. Der aktuellen Prognose zufolge rechnet die EZB in den Jahren 2023 und 2024 mit einer Inflationsrate von jeweils +1.8%. Neue Prognosen wird die Zentralbank im März veröffentlichen.

Neuer Bundesbankpräsident sieht steigende Inflation mit Sorge

Der neue Chef der deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, betonte anlässlich seiner Amtseinführung, dass der mittelfristige Inflationsausblick äusserst unsicher sei und deshalb die EZB gefordert sei, ihren geldpolitischen Kurs anzupassen, wenn es die Preisstabilität erfordere. Laut Nagel bestehe derzeit das Risiko, dass die Inflation länger erhöht bleiben könnte, als gegenwärtig erwartet werde. Die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise erreichte in Deutschland zuletzt im Dezember mit +5.3% den höchsten Stand seit Juni 1992. Bundesbankpräsident Nagel tritt die Nachfolge von Jens Weidmann an, der nach rund zehn Jahren das Amt aus persönlichen Gründen vorzeitig abgegeben hat.

 

Wirtschaftskalender 12. Januar

MEZ Land Indikator Letzte Periode
11:00 EZ Industrieproduktion (November, M/M) +1.1%
14:30 USA Verbraucherpreise (Dezember, M/M) +0.8%
14:30 USA Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +6.8%
14:30 USA Kern-Verbraucherpreise (Dezember, J/J) +4.9%
20:00 USA Fed Beige Book

 

Unternehmenskalender 12. Januar

Land Unternehmen Periode
DE Volkswagen Auslieferungen 2021
DE BMW Auslieferungen 2021
GB Sainsbury Q3 Umsatz

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.