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LGT Navigator: Freundlicher Börsenstart in das zweite Quartal

4. April 2022

Trotz eines geringer als erwarteten Beschäftigungswachstums in den USA bleibt die Entwicklung am Arbeitsmarkt solide und eine Beschleunigung des Lohnwachstums unterstützt den eingeschlagenen Zinserhöhungskurs der US-Notenbank. Dagegen hat sich die Stimmung in der Industrie jüngst eingetrübt, und zwar in den USA und im Euroraum. Nach einem schwierigen ersten Quartal sind die Aktienmärkte mit leichten Gewinnen in den April gestartet.

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Die US-Börsen sind mit leichten Gewinnen in das zweite Quartal gestartet. Während sich der amerikanische Arbeitsmarkt weiterhin robust zeigt, belasteten schwache Industriedaten die Anlegerstimmung. Der S&P 500 avancierte am Freitag schliesslich +0.3% und der Dow Jones Industrial legte +0.4% zu. Der Nasdaq 100 gewann +0.1%. 

In Asien sind die Börsen freundlich in die neue Woche gestartet. In Hongkong gewinnt der Hang Seng Index mehr als +1%. Insbesondere Technologiewerte wie Tencent und Alibaba sind gefragt. In Tokio notiert der Nikkei leicht im Plus. Die chinesischen Aktienmärkte sind am Montag und Dienstag feiertagsbedingt geschlossen. 

US-Arbeitsmarktentwicklung bleibt solide

Im März sind in der amerikanischen Wirtschaft zwar weniger neue Stellen geschaffen worden als erwartet, jedoch bleibt die Entwicklung durchaus robust. Die Arbeitslosenrate sank gleichzeitig kräftiger als prognostiziert. Wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte, betrug das Jobwachstum im letzten Monat +431'000 (Konsens +490'000). In den beiden Vormonaten hat sich die Beschäftigung aber noch besser entwickelt als zunächst angenommen und es wurden 95'000 zusätzliche neue Stellen gezählt. Die Arbeitslosenquote fiel von 3.8% im Februar auf 3.6% (Konsens 3.7%). Gleichzeitig hat sich die Lohnentwicklung im März wie erwartet beschleunigt. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich im Monatsvergleich um +0.4% und auf Jahressicht um +5.6%. 

Industrie auf beiden Seiten des Atlantiks im Gegenwind

Das Wachstum und die Stimmung in der US-Industrie haben sich im März abgeschwächt. Dies signalisierte der viel beachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) des Branchenverbandes ISM. Der PMI gab demnach von 58.6 auf 57.1 Punkte nach, während Analysten von einer Verbesserung auf 59.0 Zähler ausgegangen waren. Hintergrund dürften vor allem die anhaltenden Lieferkettenprobleme sowie der starke Preis- und Kostenauftrieb sein. 

Bei Industrieunternehmen im Euroraum sorgten der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft aufgrund steigender Energiekosten für Verunsicherung. So fiel der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in der Eurozone im März um 1.7 auf 56.5 Punkte, womit das tiefste Niveau seit mehr als einem Jahr erreicht wurde. Der Krieg in der Ukraine und der Konflikt mit Russland habe für einen bedrohlichen neuen Gegenwind gesorgt, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global. 

Auch auf der britischen Insel hat sich die Stimmung der Industrie im März stärker eingetrübt als erwartet. Der entsprechende PMI gab von 58.0 auf 55.2 Zähler nach – der niedrigste Stand seit 13 Monaten. Anhaltende Lieferengpässe, der steigende Inflationsdruck und die geopolitischen Spannungen hätten den Aufschwung der britischen Wirtschaft gebremst, hiess es. 

Inflation im Euroraum setzt Höhenflug fort

In der Eurozone sind die Verbraucherpreise auch im März weiter gestiegen. Mit nunmehr +7.5% erreicht die Inflationsrate ein neues Rekordhoch. Im Februar notierte die Jahresteuerungsrate noch bei +5.9%. Analysten waren von einem deutlich geringeren Preissprung ausgegangen und hatten für März eine Inflation auf Jahressicht von +6.7% prognostiziert. Im Monatsvergleich stiegen die Konsumentenpreise in den Euroländern im Schnitt um +2.5%. Haupttreiber bleiben die Energiepreise, die sich auf Jahressicht um knapp +45% verteuert haben. Die Kernrate, ohne Energie- und Lebensmittelpreise, kletterte von +2.7% im Februar auf +3.0%. Mit dem weiter zunehmenden Inflationsdruck steigt auch der Druck auf die Europäischen Zentralbank (EZB), die Zinswende einzuleiten. Die Kapitalmärkte gehen mittlerweile von mindestens einer Leitzinserhöhung der EZB noch in diesem Jahr aus. 

EZB-Chefökonom beschwichtigt

Philip Lane, Chefvolkswirt der EZB, rechnet mittelfristig weiterhin mit einem Rückgang der rekordhohen Inflation im Euroraum. Es handle sich um einen Angebotsschock und daher werde der grösste Teil des Inflationsdrucks wieder abklingen. «Europa muss sich vielleicht an höhere Preise gewöhnen, aber die Dynamik wird abnehmen», so Lane in einem Interview. Für die EZB sei ein flexibler geldpolitischer Rahmen, der es ermögliche, auf alle mittelfristigen Entwicklungen reagieren zu können, das Wichtigste.

  

Wirtschaftskalender 4. April 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Exporte (Februar, M/M) -2.8%
08:00 DE Importe (Februar, M/M) -4.2%
10:30 EZ Sentix Konjunkturausblick (April) -7.0
11:00 EZ Erzeugerpreise (Februar, J/J) +26.3%
11:00 GB Bank of England Governor Bailey spricht
12:00 EU Treffen Eurogruppe 
16:00 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (Februar, M/M) +1.4%

 

Unternehmenskalender 4. April 

Land Unternehmen Periode
ESP Repsol Q1-Umsatz

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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