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LGT Navigator: Geldpolitische Wende des Fed rückt näher

19. August 2021

Das Protokoll der letzten Zinssitzung der amerikanischen Zentralbank (Fed) zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Reduzierung der monatlichen Wertpapierkäufe zugenommen hat. Noch sei aber eines der Ziele des Mandats der Fed, nämlich Vollbeschäftigung, noch nicht erreicht.

Geldpolitische Wende des Fed rückt näher

Im Protokoll (Minutes) der letzten Sitzung des geldpolitischen Rates des Fed (FOMC – Federal Open Market Committee) vom 28. Juli hielt die US-Notenbank fest, dass substanzielle weitere Fortschritte auf dem Weg zum Vollbeschäftigungsziel noch nicht erreicht seien und deshalb am bisherigen expansiven Kurs weiter festgehalten werde. Einige Ratsmitglieder halten aber angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung bis Ende Jahr eine Reduzierung der Quantitativen Lockerungsmassnahmen (QE) für gerechtfertigt. Derzeit kauft das Fed nach wie vor jeden Monat Anleihen im Umfang von USD 120 Mrd. Sollte der nächste Arbeitsmarktbericht am 3. September erneut ein anhaltend deutliches Beschäftigungswachstum zeigen, so könnte US-Notenbankchef Jerome Powell durchaus die geldpolitischen Zügel etwas anziehen. Ein diesbezügliches Signal könnte Powell bereits am Zentralbanktreffen in Jackson Hole am 26.-28. August senden.

An der Wall Street gaben die Aktienindizes zur Wochenmitte weiter nach und an den Anleihemärkten sanken die Renditen leicht. Währenddessen legte der US-Dollar gegenüber dem Euro auf ein Neunmonatshoch zu. Der Dow Jones Industrial gab um -1.08% auf 34'960.69 Punkte nach und weitete damit die Verluste vom Vortag aus. Der S&P 500 verlor ebenfalls -1.07% auf 4'400.27 Zähler und an der Tech-Börse Nasdaq notierten die Indizes um knapp -1% tiefer. Für schlechte Stimmung sorgen derzeit vor allem die wieder stark steigenden Covid-19-Fallzahlen. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in den USA zuletzt auf über 270 und ist damit fast viermal so hoch wie vor einem Monat.

Inflationsrate im Euroraum klettert über zwei Prozent

In der Eurozone haben sich die Lebenshaltungskosten im Juli auf Jahressicht um +2.2% erhöht, womit die höchste Teuerungsrate seit Oktober 2018 erreicht wurde. Im Juni hatte die Inflationsrate noch +1.9% betragen. Ökonomen hatten mit dieser Entwicklung gerechnet, gehen aber davon aus, dass die Teuerungsrate bis zum Jahresende noch auf +3% ansteigen wird. Die EZB geht ihrerseits aber davon aus, dass dieser Anstieg nur temporär sein wird. Im Monatsvergleich gingen die Verbraucherpreise in den Euroländern im Schnitt hingegen um -0.1% zurück. Ohne Berücksichtigung der vielfach volatilen Energie- und Lebensmittel-, Alkohol- und Tabakpreise schwächte sich aber die Kerninflationsrate von +0.9% im Juni auf noch +0.7% im Juli ab. Während die Energiepreise auf Jahressicht kräftig um +14.3% zugelegt hatten, blieb der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln unterdurchschnittlich.

Preisdruck in Grossbritannien lässt nach

Anders als auf dem europäischen Festland hat sich der Preisdruck auf der britischen Insel im Juli spürbar entschärft. So sank die Inflationsrate von +2.5% im Juni – dem höchsten Stand seit August 2018 – auf +2.0% (Konsens +2.3%), womit die Teuerungsrate wieder exakt dem Ziel der Bank of England entspricht.

 

Wirtschaftskalender 19. August

MEZ Land Indikator Letzte Periode
14:30 USA Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung (wöchentlich) 375'000
14:30 USA Philly Fed-Industrieindex (August) +48.6
16:00 USA Frühindikator (Juli, M/M) +0.7%

 

Unternehmenskalender 19. August

Land Unternehmen Periode
CH Geberit H1
USA Applied Materials Q2
USA Macy's Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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