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LGT Navigator: Geopolitik dominiert weiterhin die Börsenstimmung

2. März 2022

Die geopolitische Lage bleibt höchst angespannt und die Nervosität an den Kapitalmärkten hoch. Der Krieg in der Ukraine geht mit unverminderter Härte weiter, und Moskau zeigt sich von den massiven Sanktionen des Westens bisher wenig beeindruckt. Die Börsenstimmung bleibt damit angeschlagen, und Konjunkturdaten und Unternehmensnachrichten rücken in den Hintergrund. Mit Interesse dürften heute aber dennoch die Aussagen des US-Notenbankchefs Powell verfolgt werden. Im Fokus steht auch der regelmässige Wirtschaftsbericht des Fed, das Beige Book.

Geopolitik dominiert weiterhin die Börsenstimmung

Nachdem an Europas Börsen tiefrote Zahlen verbucht wurden – der EuroStoxx 50 schloss rund -4% tiefer –, gaben auch die Aktienindizes an der New Yorker Börse nochmals kräftig nach. Der Dow Jones Industrial beendete den Dienstag mit einem Verlust von -1.76% bei 33’294.95 Punkten, und der S&P 500 gab um -1.55% auf 4'306.26 Zähler nach. Auch an Asiens Börsen setzt sich der negative Trend fort. Die meisten Indizes handeln zum Tagesschluss klar im negativen Bereich. In Tokio verliert der Nikkei 225-Index -1.7%.

Die militärische Lage in der Ukraine bleibt auch sechs Tage nach dem Angriff Russlands unübersichtlich. Russland setzt den Angriff auf die Ukraine mit unverminderter Härte fort und soll nun auch durch Truppen aus Weissrussland unterstützt werden. Die US-Regierung plant ein milliardenschweres Hilfspaket im Volumen von rund USD 6.5 Milliarden, um die Ukraine humanitär, wirtschaftlich und militärisch zu unterstützen. Auch Australien will der Ukraine mit militärischer Ausrüstung und humanitärer Unterstützung zur Hilfe kommen. Finanzielle Hilfe bietet auch die Weltbank an. Die in Washington ansässige Institution will der Ukraine in den kommenden Monaten ein Hilfspaket im Umfang von USD 3 Milliarden zur Verfügung stellen.

EU will Aufnahme der Ukraine ernsthaft prüfen

Nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij mit einem eindringlichen Appell an die Europäische Union gewandt hatte, sein Land in die EU aufzunehmen, stellte EU-Ratspräsident Charles Michel der Ukraine eine ernsthafte Prüfung des Gesuchs um einen EU-Beitritt zu. Die EU werde sich seiner Verantwortung nicht entziehen können, so Michel. Zunächst müsste die EU der Ukraine offiziell den Status eines Beitrittskandidaten geben und anschliessend ein Beitrittsabkommen aushandeln. Die EU-Staaten müssten dann der Aufnahme einstimmig zustimmen.

Kreml versucht sich in Rechtfertigungen

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow trat per Videoschaltung an der Abrüstungskonferenz in Genf auf und verteidigte den Angriff auf die Ukraine. Das Land sei aus russischer Sicht eine Bedrohung für die internationale Sicherheit und strebe die Bewaffnung mit nuklearen Waffen an. «Wir müssen auf diese reale Gefahr reagieren», so Lawrow. Zudem verlangt Moskau weiterhin, dass die NATO eine Ausweitung nach Osten ausschliessen und langfristige Sicherheitsgarantien geben müsse. Während des Auftritts des russischen Aussenministers verliessen viele anwesenden Diplomaten aus Protest den Saal.

Vorsichtigere Einschätzung der Industrie im Euroraum

Die Stimmung im Industriesektor der Eurozone hat sich im Februar wieder eingetrübt. So fiel der Einkaufsmanagerindex von 58.7 auf 58.2 Punkte zurück, bleibt damit aber nach wie vor klar über der 50er Wachstumsschwelle. Einerseits sorge die abflauende Pandemie für Optimismus, andererseits würden sich Unternehmen sorgen, dass der Krieg in der Ukraine zu einem geringeren Wachstum und einem nochmals verstärkten Inflationsdruck führen könnte.

Inflation in Deutschland wieder über fünf Prozent

Die Teuerungsrate in Deutschland kletterte im Februar, getrieben von den Energiepreisen, von +4.9% im Vormonat auf +5.1%. Auf Monatssicht stiegen die Verbraucherpreise um +0.9%.

Inflationstrend in Italien nochmals verstärkt

Die Lebenshaltungskosten in Italien haben sich im Februar nochmals erhöht. Auf Jahressicht stiegen die Verbraucherpreise im letzten Monat um +6.2%, womit die Inflationsrate in der drittgrössten Volkswirtschaft der Eurozone den höchsten Stand seit Einführung des Euros im Jahr 1999 erreicht hat. Im Januar hatte die Teuerungsrate noch bei +5.1% gelegen, und Ökonomen waren von einem deutlich geringen Anstieg auf +5.4% ausgegangen. Stärkster Treiber blieben die Energiekosten. Verteuert haben sich aber auch die Preise für Lebensmittel.

  

Wirtschaftskalender 2. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 DE Einzelhandelsumsätze (Januar, M/M) -5.5%
09:00 AUT Verbraucherpreise (Februar, J/J) +4.6%
09:55 DE Arbeitslosenrate (Februar) 5.1%
11:00 DE Bundesbank-Präsident Nagel spricht
11:00 EZ Verbraucherpreise (Februar, M/M) +0.3%
11:00 EZ Verbraucherpreise (Februar, J/J) +5.1%
11:00 EZ Kern-Verbraucherpreise (Februar, J/J) +2.3%
14:15 USA ADP Beschäftigung Privatwirtschaft (Februar) -301'000
16:00 USA Fed-Vorsitzender Powell spricht
20:00 USA Fed Beige Book 57.5

 

Unternehmenskalender 2. März

Land Unternehmen Periode
CH Kuehne & Nagel Jahreszahlen
CH Bucher Jahreszahlen
DE Sixt Jahreszahlen
GB Aviva Jahreszahlen

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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