Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Inflation und absehbares Bremsmanöver der Fed halten Börsen im Zaum

14. Oktober 2021

Der erneute Anstieg der Inflationsrate in den USA bringt die amerikanische Notenbank zusehends unter Druck. Vor diesem Hintergrund hält sich die Kauflust an den Aktienbörsen in Grenzen. Positive Impulse erhoffen sich Investoren von der gestern gestarteten Firmenberichterstattungssaison in den USA. JPMorgan lieferte mit einem kräftigen Gewinnsprung im Q3 ein besser als erwartetes Ergebnis. Mit den Bilanzausweisen von Citigroup, Bank of America, Wells Fargo und US Bancorp bleiben die Banken im Mittelpunkt.

Inflation und absehbares Bremsmanöver der Fed halten Börsen im Zaum

An der Wall Street sorgte der Anstieg der US-Verbraucherpreise im September für Zurückhaltung. Der Dow Jones Industrial trat auf der Stelle und ging gegenüber dem Vortag unverändert bei 34’377.81 Punkten aus dem Handel. Der S&P 500 konnte nach anfänglichen Verlusten leicht um +0.3% auf 4'363.80 Zähler zulegen. Besser lief es an der Technologiebörse Nasdaq; der Nasdaq 100 schloss +0.77% höher bei 14'774.60 Punkten.

JPMorgan überzeugte mit einem kräftigen Gewinnanstieg. Die Grossbank verdiente im Q3 mit USD 3.74 je Aktie (Konsens USD 3.00) oder Netto USD 11.69 Mrd. knapp 25% mehr als in der Vorjahresperiode. Das starke Gewinnplus stützte sich aber auch auf die Auflösung von Kreditrückstellung im Umfang von rund USD 2 Mrd.

Die Aktienbörsen in Asien tendierten einmal mehr uneinheitlich. Während der Nikkei in Tokio um rund +1.3% zulegte, fiel der Hang Seng-Index in Hongkong um etwa-1.5%. Der Shanghai Composite blieb praktisch unverändert. Auch hier stehen vor allem die Inflationssorgen im Zentrum. So meldete China den stärksten Anstieg der Erzeugerpreise seit Beginn der Erhebung 1996.

Das Fed verstärkt unter Zugzwang

Im gestern Abend veröffentlichten Protokoll der letzten Federal Open Market Committee (FOMC)-Sitzung vom 21. bis 22. September bekräftigte die US-Notenbank, dass sie eine baldige Drosselung der Anleihekäufe als angemessen einstuft. Das «Tapering» könnte bereits Mitte November oder Mitte Dezember beginnen. Das Wertpapierkaufprogramm könnte dann Mitte 2022 auslaufen, sollte die konjunkturelle Erholung weiter voranschreiten. Obwohl der Konjunkturausblick aufgrund der Probleme in den globalen Lieferketten, einer zähen Erholung am Arbeitsmarkt und der anhaltenden Pandemie gefährdet scheint, kommt das Fed vor allem wegen des zunehmenden Inflationsdrucks immer mehr unter Druck, gegenzusteuern.

Inflationsdruck in den USA nimmt erneut zu

Nachdem die Teuerungsrate in den USA im Sommer bis auf +5.4%, resp. das höchste Niveau seit rund 13 Jahren, gestiegen war, ging sie im August leicht auf +5.3% zurück. Im September nun hat der Inflationsdruck wieder zugelegt und die Verbraucherpreise sind auf Jahressicht um +5.4% gestiegen. Bisher zeigte sich das Fed entspannt und geht, wie die Europäische Zentralbank (EZB), von einem temporären «Überschiessen» aufgrund von Basiseffekten aus. Es mehren sich aber immer mehr Stimmen, die mit einem länger anhaltenden Inflationsanstieg rechnen. Die Kern-Inflationsrate blieb jedoch immerhin im September mit +4.0% unverändert.

Inflationsrate in Deutschland klettert erstmals seit fast 28 Jahren über Vier-Prozent-Marke

Getrieben durch den Basiseffekt bei den Energiepreisen ist in Deutschland die Teuerungsrage der Konsumentenpreise im September auf +4.1% gestiegen und überschritt damit erstmals seit Dezember 1993 die 4%-Marke. Für Energie mussten die Privathaushalte auf Jahressicht +14.3% mehr berappen. Heizöl hat sich dem deutschen Statistikamt zufolge innerhalb eines Jahres um rund +75% verteuert und Benzin kostet etwa +28% mehr. In Deutschland wirkt zudem die seit Jahresbeginn zu entrichtende CO2-Abgabe sowie die Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung nach. Aber nicht nur Energie ist massiv teurer geworden, sondern auch die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im September durchschnittlich um knapp +5%.

EU propagiert «Toolbox» gegen steigende Energiepreise

Nach Ansicht der EU-Kommission müssen Unternehmen und Privathaushalte möglichst schnell vor den rasant steigenden Energiepreisen geschützt werden. EU-Energiekommissarin Kadri Simson stellte hierfür eine sogenannte «Toolbox» vor, die angewendet werden könne, ohne gegen die europäischen Wettbewerbsregeln zu verstossen. Die Brüsseler Exekutive schlägt beispielsweise vor, dass EU-Länder direkte Zahlungen, Steuererleichterungen und Subventionen für kleine Unternehmen anwenden könnten. Mittelfristig brauche die EU aber Reformen, um den europäischen Energiemarkt auf lange Sicht robuster zu machen.

IWF sieht «Evergrande» als potenzielles Risiko für weltweite Finanzstabilität

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellt der schwer angeschlagene chinesische Immobilienkonzern «Evergrande» eine Gefahr nicht nur für die chinesische Wirtschaft, sondern auch für die globale Finanzstabilität. In dem soeben veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht warnt der IWF, dass China zwar kurzfristig über Instrumente verfüge. ernsthafte Auswirkungen auf die Wirtschaft zu verhindern, längerfristig müsse Chinas Regierung aber die Rahmenbedingungen für die Umstrukturierung und Insolvenz von Unternehmen stärken.

 

Wirtschaftskalender 14. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 SP Verbraucherpreise (September, J/J) +4.0%
14:30 USA Erzeugerpreise (September, J/J) +8.3%
14:30 USA Erstanträge Arbeitslosenversicherung (wöchentlich) 326'000

 

Unternehmenskalender 14. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Temenos Q3
DE Hannover Rück  Investoren-Tag
GB Rio Tinto Q3
USA Citigroup Q3
USA Bank of America Q3
USA Morgan Stanley Q3
USA Wells Fargo Q3
USA US Bancorp Q3
USA Alcoa Q3
USA United Health Q3
USA  Walgreens Boots Alliance Q4

  

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.