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LGT Navigator: Inflation, Zinsen und Konjunktur bleiben im Mittelpunkt

19. August 2022

An der Wall Street sorgten die neusten und gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA für keine neuen Impulse. Die Anlegerstimmung bleibt insgesamt fragil und richtungsweisend bleiben die Inflationsentwicklung, das weitere Vorgehen der Zentralbanken sowie die Frage, wie sich dies auf die Weltwirtschaft auswirkt. Im Euroraum kletterte die Inflation unterdessen auf ein neuerliches Rekordhoch von knapp neun Prozent. Der Druck auf die Europäische Zentralbank die Zinswende am 8. September weiter zu forcieren, steigt damit. Erneut reagiert hat die norwegische Notenbank, die ihren Leitzins kräftig erhöhte. Ins Zentrum des Interesses kommt nun das jährliche Notenbankentreffen in Jackson Hole Ende nächster Woche.

Inflation, Zinsen und Konjunktur bleiben im Mittelpunkt

An der New Yorker Börse schlossen die Indizes am Donnerstag wenig verändert. Der Dow Jones Industrial ging bei 33'999.04 Punkten +0.06% höher als am Vortag aus dem Handel, während der S&P 500 um +0.23% auf 4'283.74 Punkte zulegte. Auch an der Nasdaq tendierten die Indizes gestern seitwärts. Einen positiven Impuls lieferte beispielsweise der Netzwerkausrüster Cisco, der im letzten Quartal dank nachlassender Lieferkettenprobleme besser als erwartet abgeschnitten hat.

Die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum zeigten sich am Freitag uneinheitlich angesichts einer verhaltenen Wall Street. In Tokio geht der Nikkei 225-Index praktisch unverändert bei 28’939 Punkten ins Wochenende. In Hongkong gewinnt der Hang Seng knapp +0.4% und in Shanghai notiert der Composite-Index leicht tiefer.

Regionales US-Industriebarometer überrascht positiv

Der Philly-Fed-Index der Notenbank von Philadelphia überraschte im August positiv mit einem unerwartet kräftigen Anstieg um 18.5 auf plus 6.2 Punkte. Analysten hatten mit einer nur leichten Verbesserung auf minus 5 Zähler gerechnet. Damit hat sich das Geschäftsklima in der Industrieregion rund um Philadelphia erstmals seit fünf Monaten wieder aufgehellt.  

US-Häusermarkt in der Rezession

In den USA sind die Verkäufe bestehender Häuser im Juli um knapp -6% zum Vormonat und damit bereits den sechsten Monat in Folge gesunken. Auf das Jahr hochgerechnet beliefen sich die Verkäufe saisonbereinigt auf 4.81 Millionen – der niedrigste Stand seit Mai 2020. Gemäss der National Association of Realtors (NAR) befindet sich der Wohnungsbau in den USA in einer Rezession.

Inflation in der Eurozone weiter beschleunigt

Die Lebenshaltungskosten in den Euroländern sind im Juli auf hohem Niveau weiter gestiegen. Mit einem Anstieg von +8.6% im Juni auf nun +8.9% erreichte die Teuerungsrate einen neuen Höchstwert seit der Einführung des Euro 1999. Treiber bleiben vor allem die Energiepreise, die auf Jahressicht um knapp +40% gestiegen sind. Zudem beschleunigte sich die Teuerung bei den Lebens- und Genussmitteln sowie bei Dienstleistungen, wie Eurostat erklärte. Die Kernrate, ohne Berücksichtigung der oft schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise, betrug im Juli +4.0% nach +3.7% im Monat zuvor. Am stärksten ist der Preisauftrieb in Estland mit mehr als +23%.

Der Euro setzte seine Abwärtsbewegung fort und fiel gegenüber dem US-Dollar unter die Marke von 1.01 – den tiefsten Stand seit Mitte Juli.

Norwegens Zentralbank stemmt sich mit kräftiger Zinserhöhung gegen Inflation

Die norwegische Notenbank straffte erneut die Zügel und erhöhte ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf +1.75% - das höchste Niveau seit März 2012. Der bereits fünfte Zinsschritt der Norges Bank war so erwartet worden. Für September stellt die Zentralbank im Kampf gegen die hohe Inflation eine weitere Zinserhöhung in Aussicht.

Türkische Notenbank senkt Leitzins trotz massiver Inflation

Trotz einer Inflationsrate von fast 80% senkte die Zentralbank der Türkei ihren Schlüsselzins um 100 Basispunkte auf +13.0%. Der Schritt war an den Finanzmärkten nicht antizipiert worden und sorgte für eine Überraschung. In der Folge geriet die türkische Lira gegenüber dem US-Dollar und dem Euro unter Druck.

  

Wirtschaftskalender 19. August 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (Juli, M/M) -0.1%
08:00 DE Erzeugerpreise (Juli, J/J) +32.7%

 

Unternehmenskalender 19. August

Land Unternehmen Periode
CH PSP Swiss Property H1
USA Deere & Co Q2
USA Foot Locker  Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.