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LGT Navigator: Kapitalmärkte und US-Wahlen im Griff von Covid-19

26. Oktober 2020

Nach wie vor warten die Anleger, ob es den politischen Spitzen in Washington gelingt, doch noch eine Einigung für ein weiteres Corona-Hilfspaket zu erzielen. Während die nach wie vor äusserst fragile Pandemiesituation in den USA nach wie vor nicht unter Kontrolle ist und bei den unmittelbar bevorstehenden Wahlen das beherrschende Thema darstellt, hoffen Investoren auf einen Covid-19-Impfstoff. Positive Neuigkeiten diesbezüglich wurden am Freitag bekannt, als die US-Arzneimittelbehörde FDA das Medikament «Remdesivir» zur Behandlung von Covid-19-Erkankungen zugelassen hat. Währenddessen wächst auch in Europa die Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung der Pandemie und den wirtschaftlichen Schäden erneuter «Lockdowns».

Kapitalmärkte und US-Wahlen im Griff von Covid-19

Die Börsen in Asien starteten ohne klar ersichtlichen Trends in die neue Handelswoche. Einerseits hält sich die Hoffnung auf ein US-Konjunkturpaket, andererseits drücken die insbesondere in den USA und Europa schnell steigenden Coronavirus-Fallzahlen auf die Marktstimmung. In den USA wurden in den vergangen zwei Tagen eine rekordhohe Anzahl neuer Covid-19-Ansteckungen vermeldet und in Europa mehren sich immer schärfere Massnahmen zur Eindämmung des Virus. An der Wall Street überwog zum Ende der letzten Woche ebenfalls die Zurückhaltung der Investoren. Marktbeherrschendes Thema bleiben die in gut einer Woche bevorstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen. Nach wie vor führt der demokratische Herausforderer Joe Biden, jedoch bleibt der effektive Ausgang des Urnenganges höchst ungewiss. Insbesondere eine Pattsituation oder eine juristische Anfechtung eines nicht eindeutigen Resultates beunruhigen die Finanzmärkte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss -0.1% tiefer bei 28 335.57 Punkten. Auf Wochensicht resultierte ein Verlust von knapp -1%. Der marktbreite S&P 500 konnte hingegen ein Tagesplus von +0.32% in das Wochenende retten und beendete den Freitag bei 3 465.39 Zählern.

Angesichts immer mehr schwindenden Aussichten auf ein US-Konjunkturpaket noch vor den Wahlen, der hohen Unsicherheit über den Wahlausgang sowie die nach wie vor laufenden zähen Verhandlungen um einen Handelsdeal zwischen der EU und Grossbritannien signalisieren die Futures auch für Europa und die Wall Street einen schwachen Handelsstart.

Beschleunigte Aktivität in der US-Wirtschaft

Der vom Londoner Marktforschungsinstitut IHS Markit monatlich erhobene Sammelindex für den Dienstleistungs- und Industriesektor in den USA verbesserte sich im Oktober von 54.3 auf 55.5 Punkte und zementierte damit die Erholung vom Corona-Schock. Überraschend ist die Verbesserung im Dienstleistungsbereich. Trotz der weiterhin höchst fragilen Pandemielage stieg der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor von 54.6 auf 56.0 Zähler und damit deutlicher als erwartet. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson kommentierte, dass die US-Wirtschaft das Schlussquartal auf einer soliden Grundlage begonnen zu haben scheine. Im Dienstleistungssektor scheinen sich immer mehr Unternehmen auf das Leben mit Covid-19 einzustellen, während das verarbeitende Gewerbe angesichts der steigenden Nachfrage von Haushalten und Unternehmen weiterhin ein solides Wachstum verzeichne.

Erholungsdynamik in der Euro-Wirtschaft lässt spürbar nach

Vor dem Hintergrund der dramatisch zunehmenden Covid-19-Fallzahlen hat sich die Erholung in der Wirtschaft im Euroraum eingetrübt. Der vom Institut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober um einen Punkt auf 49.4 Zähler. Mit dem dritten monatlichen Rückgang in Folge notiert das Barometer nun erstmals seit Juni wieder unter der 50er Wachstumsschwelle. Von der Corona-Krise am stärksten betroffen bleibt der Dienstleistungssektor. Laut IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson steigt die Gefahr, dass die Euro-Wirtschaft zum zweiten Mal in eine Rezession rutscht.

In Grossbritannien signalisierten der zusammengefasste Einkaufsmanagerindex ebenfalls eine deutliche Abschwächung. Der Indikator fiel im Oktober um 3.6 auf 52.9 Punkte zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf lediglich 54.0 Zähler gerechnet. Immerhin blieb der britische PMI über der Wachstumsmarke von 50 Punkten.

China strebt mehr Unabhängigkeit an

In Peking beginnen heute die viertägigen Beratungen der kommunistischen Parteispitzen unter der Führung von Staats- und Parteichef Xi Jinping über den neuen Fünfjahresplan. Die zweitgrösste Volkswirtschaft solle dabei eine grössere Selbstständigkeit vom Rest der Welt anstreben. Im Mittelpunkt stünden die Förderung eigener technologischer Innovationen, die es China ermöglichen sollen, angesichts des Handels- und Technologiekonflikts mit den USA unabhängiger zu werden. Peking dürfte mit gestärktem Selbstvertrauen auftreten, da China im Gegensatz zu den USA und Europa die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu haben scheint und wahrscheinlich als einzige grosse Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum verzeichnen wird.

 

 

Wirtschaftskalender 26. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 DE Ifo-Geschäftsklimaindex (Oktober)  93.4
13:30 USA Fed Chicago Nationaler Aktivitätsindex (September)  +0.79
15:00 USA Neubauverkäufe (September M/M) +4.8%
15:30 USA Fed Dallas Industriebarometer (Oktober)  +13.6

 

Unternehmenskalender 26. Oktober

Land Unternehmen Periode
DE SAP Q3

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.