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LGT Navigator: Konjunkturdaten und mögliche Annäherung auf dem Capitol Hill treiben die Wall Street

1. Oktober 2020

US-Arbeitsmarktdaten von ADP und ein neuerlicher Kompromissvorschlag für ein US-Corona-Hilfspaket sorgten an der Wall Street für einen wieder etwas freundlicheren Ton, nachdem an Europas Börsen die Kurse infolge des ersten direkten Schlagabtauschs zwischen US-Präsident Trump und dem Herausforderer Biden unter Druck geraten waren. An den Finanzmärkten machten vor allem Trumps neuerliche Aussage, wonach er möglicherweise eine Niederlage nicht akzeptieren könne, die Anleger nervös. Der Fokus richtet sich nun auf den am Freitag anstehenden offiziellen Arbeitsmarktbericht.

Konjunkturdaten und mögliche Annäherung auf dem Capitol Hill treiben die Wall Street

Nachdem die Demokraten im US-Parlament Mitte Woche einen neuen Vorschlag für ein Corona-Hilfspaket im Umfang von USD 2.2 Billionen vorgebracht hatten, kontert nun die republikanische Seite mit einem Gegenvorschlag in der Höhe von USD 1.5 Billionen, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie einzudämmen. Der Streit über den Umfang und die Ausgestaltung des Konjunkturpakets dürfte damit aber keinesfalls beendet sein und es bleibt fraglich, ob es den Parteien gelingt, sich im hitzigen Wahlkampf auf eine baldige Lösung zu einigen.

An der New Yorker Börse kletterte der Dow Jones Industrial zwischenzeitlich über 28 000 Punkte und schloss mit einem soliden Tagesgewinn von +1.2% bei 27 781.70 Zählern. Damit beendet der amerikanische Leitindex den September mit einem Minus von -2.3%. Über das dritte Quartal gesehen resultiert ein Plus von +7.5%. Der marktbreite S&P 500 beendete den gestrigen Handelstag mit einem Gewinn von +0.84% bei 3 363.0 Punkten. In Asien tendierten die meisten Aktienindizes trotz der positiven Vorgaben aus den USA uneinheitlich, wobei aufgrund eines technischen Problems der Handel an der Tokioter Börse ausfiel und in China, Hongkong und Südkorea die Börsen aufgrund eines Feiertages geschlossen blieben. Der MSCI-Index für asiatische Aktien ausserhalb Japans legte um rund +0.7% zu, jedoch bleibt die Marktstimmung nach der chaotischen TV-Debatte und der zunehmenden Unsicherheit in Bezug auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen fragil. Für die Aktienmärkte in Europa signalisieren die Futures eine etwas festere Öffnung.

ADP-Zahlen machen Hoffnung auf weitergehende Erholung am US-Arbeitsmarkt

Bevor die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag in den Mittelpunkt rücken, veröffentlichte gestern die Arbeitsmarktdienstleistungsfirma ADP (Automatic Data Processing) den Bericht zur Beschäftigungssituation in der amerikanischen Privatwirtschaft. Dem Bericht zufolge nahm die Zahl der Beschäftigten im Monatsvergleich um 749 000 zu, womit die Zunahme deutlich stärker ausfiel als von Analysten im Schnitt mit 649 000 erwartet. Zudem war das Jobwachstum im August grösser als bisher angenommen. Revidierten Angaben zufolge nahm die Beschäftigung im Vormonat um 481 000 zu (erste Schätzung 428 000). Besonders deutlich war die Zunahme laut ADP im Dienstleistungssektor, wo während des Corona-bedingten «Lockdowns» am meisten Stellen verloren gegangen waren.

Die gestern ebenfalls veröffentlichten Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt bestätigten, dass die amerikanische Wirtschaft im zweiten Quartal um annualisiert -31.4% geschrumpft ist. Der Einbruch war damit etwas geringer als in einer vorherigen Schätzung mit -31.7% angenommen.

EZB-Spitze denkt über flexibleres Inflationsziel nach

Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde könnte die Notenbank im Zuge der laufenden Strategieüberprüfung die Auslegung ihres Inflationsziels flexibler gestalten. Lagarde bestätigte, dass dies derzeit im EZB-Rat besprochen werde. Die grundsätzliche Frage ist dabei, ob nach einer längeren Periode zu niedriger Inflation danach auch eine höhere Teuerung toleriert werden soll. Aktuell peilt die EZB eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent als Idealwert für die Wirtschaft an, verfehlt dieses Ziel aber seit Jahren. Die Überprüfung der Strategie soll im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden.

SNB stemmt sich mit Milliarden gegen Frankenstärke

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat eigenen Angaben zufolge im ersten Halbjahr insgesamt CHF 90 Mrd. für Devisenmarktinterventionen eingesetzt, um damit eine für die heimische Exportwirtschaft schädliche Aufwertung des Frankens infolge der Corona-Krise zu verhindern. Anders als bisher hat SNB erstmals ihre Interventionsbeträge frühzeitig in einem Quartalsbericht veröffentlicht, nachdem die US-Regierung auf eine zeitnahe Veröffentlichung der Devisendaten gedrängt hat.

Rekordabsturz der britischen Wirtschaft im Q2 etwas geringer als befürchtet

Grossbritanniens Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal revidierten Angaben zufolge um -19.8% gegenüber dem Vorquartal abgestürzt. Der Einbruch war damit aber etwas geringer als eine erste Berechnung mit -20.4% ergeben hatte. Für das Gesamtjahr 2020 geht die Bank of England von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um -9.5% aus. Das Vereinigte Königreich wurde von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen und zählt in Europa mit 42 000 bislang die meisten Covid-19-Toten.

 

 

Wirtschaftskalender 1. Oktober

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:30 CH Verbraucherpreise (September, J/J) -1.4%
09:15 SP IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 49.9
09:30 CH Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 51.8
09:45 IT IHS Markit Einkaufsmanagerindex Industrie (September) 53.1
11:00 EZ Arbeitslosenrate (August) 7.9%
14:30 USA Konsumausgaben (August, M/M) +1.9%
14:30 USA Persönliche Einkommen (August, M/M) +0.4%
14:30 USA PCE-Kern(inflations)Index (August, J/J) +1.25%
16:00 USA ISM Einkaufsmanagerindex Industrie 56.0

 

Unternehmenskalender 6. Oktober

Land Unternehmen Periode
CH Aryzta J

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.