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LGT Navigator: Rezessionsangst und bevorstehende Zinswende der EZB geben den Takt an

29. Juni 2022

Das Vertrauen der Konsumenten in den USA und in den zwei grössten Wirtschaft Europas hat sich weiter verschlechtert und trübte auch die Stimmung an den Börsen. Rezessionsängste und der geldpolitische Straffungskurs der grossen Zentralbanken bestimmen weiterhin das Geschehen an den Kapitalmärkten. Aussagen von der EZB-Spitze stellten zudem in Aussicht, dass die Notenbank die Zinswende eventuell mit einem kräftigen Zinsschritt einleiten wird und danach das Tempo der geldpolitischen Normalisierung forcieren könnte, sollte sich der Inflationstrend weiter verschärfen.

Rezessionsangst und bevorstehende Zinswende der EZB geben den Takt an

An der Wall Street gerieten die Aktienindizes nach der kurzen Erholungsphase am Dienstag vor dem Hintergrund von Rezessions- und Inflationsängsten sowie einer rekordtiefen Konsumentenstimmung wieder unter Druck. Der Dow Jones konnte die jüngsten Gewinne nicht halten und schloss -1.56% tiefer bei 30'946.99 Punkten. Der S&P 500 verlor -2.01% und ging bei 3'821.55 Punkten aus dem Handel. Am stärksten waren die Verluste an der Technologiebörse Nasdaq, wo die Indizes um rund -3% nachgaben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen blieb mit 3.19% praktisch unverändert zum Vortag.

Auch die asiatischen Märkte verbuchten heute auf breiter Front Verluste. In Tokio notiert der Nikkei 225 rund -1.1% tiefer und in Hongkong verliert der Hang Seng-Index rund -1.7%. Die Angst vor einer weltweiten Rezession überwog dabei die Hoffnungen auf eine Entspannung durch die erwarteten Lockerungen der harten Corona-Bestimmungen in China.

EZB könnte laut Lagarde bei geldpolitischer Normalisierung aufs Tempo drücken

Aussagen von Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), zufolge könnte die EZB bei der Normalisierung ihrer Geldpolitik in den nächsten Monaten schneller vorgehen als bisher angenommen, sollte sich der Inflationsdruck nicht abschwächen. «Angesichts der allgemeinen Aussichten wird der Prozess der Normalisierung unserer Geldpolitik entschlossen und nachhaltig fortgesetzt werden», meinte Lagarde anlässlich einer Notenbankkonferenz in Portugal. An den Kapitalmärkten wird erwartet, dass die EZB am 21. Juli erstmals seit elf Jahren eine Zinserhöhung beschliessen und damit die Zinswende einleiten und den Kampf gegen die hartnäckige Inflation lancieren wird.

Verbraucherstimmung in den USA weiter eingetrübt

Die amerikanischen Konsumenten zeigten sich in der aktuellen Umfrage des New Yorker Wirtschaftsforschungsinstituts The Conference Board vorsichtiger. Der Verbrauchervertrauensindex fiel dabei kräftiger als erwartet von 103.2 auf 98.7 Punkte zurück – der tiefste Wert seit Februar 2021. Analysten hatten im Schnitt einen Rückgang auf 100,0 Punkte erwartet. Am stärksten trübten sich die mittelfristigen Konjunkturerwartungen der Konsumenten ein.

Konsumklima in Deutschland fällt auf Rekordtief

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und der Sorgen um die Energieversorgung Europas ist die Konsumentenstimmung in Deutschland auf einen neuen Tiefpunkt gefallen. Gemäss dem Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK gab der für Juli berechnete Indikator von minus 26.2 auf minus 27.4 Punkte nach. «Der Krieg in der Ukraine und die anhaltenden Lieferkettenprobleme sorgen für explodierende Energie- und Lebensmittelpreise, wodurch sich das Konsumklima so stark eingetrübt hat wie noch nie», kommentierte die GfK.

Auch in Frankreich sind Konsumenten pessimistischer

Das Vertrauen der französischen Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung hat sich im Juni weiter eingetrübt, namentlich den sechsten Monat in Folge. Das Konsumentenstimmungsbarometer fiel von 85 auf 82 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Wert seit neun Jahren. Gleichzeitig stiegen die Inflationserwartungen der befragten Privathaushalte auf das höchste Niveau seit 2008. Im Mai betrug die Inflationsrate in Frankreich +5.8%.

Wirtschaftskalender 29. Juni 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
09:00 ES Verbraucherpreise (Juni, J/J) +8.5%
10:00 CH ZEW-Konjunkturerwartungen (Juni) -52.6
11:00 EZ Wirtschaftsstimmung (Juni) +105.0
11:00 EZ Verbraucherrvertrauen (Juni) -23.6
11:00 EZ Geschäftsklima (Juni) +1.26
14:00 DE Verbraucherpreise (Juni, J/J) +8.7%
14:30 USA BIP Q1 (Revision, annualisiert) -1.5%
15:00 USA Fed-Vorsitzender Powell spricht
15:00 EZ EZB-Präsidentin Lagarde spricht
15:30 GB Bank of England Governor Bailey spricht

Unternehmenskalender 29. Juni

Land Unternehmen Periode
SWE H&M Q2

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.