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LGT Navigator: SNB-Zinsentscheid im Fokus

24. März 2022

Nach der Zinswende der US-Notenbank und der bereits dritten Zinserhöhung der britischen Zentralbank stehen heute in der Schweiz und in Norwegen zwei weitere geldpolitische Richtungsentscheide an. Neben der Zentralbankenpolitik stehen weiterhin das Kriegsgeschehen in der Ukraine und die Folgen insbesondere für die Energiepolitik Europas im Mittelpunkt. In diesem Zusammenhang verstärkt sich nun auch die Sorge vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft bei gleichzeitig steigenden Preisen.  

SNB-Zinsentscheid im Fokus

An der New Yorker Börse schloss der Dow Jones Industrial -1.29% tiefer bei 34'358.50 Punkten und der S&P 500 fiel um -1.23% auf 4'456.24 Zähler zurück. Auch in Asien trübt heute Morgen die Angst vor einer weiteren Eskalation zwischen dem Westen und Russland die Börsenstimmung. Die meisten Aktienindizes verzeichneten nach den Gewinnen am Vortag wieder leichte Verluste. US-Staatsanleihen erholten sich etwas von ihren jüngsten Verlusten und die Rendite zehnjähriger Treasuries ging auf 2.30% zurück.

Für Aufregung sorgt auch Putins Ankündigung, dass russisches Erdgas ab sofort in Rubel bezahlt werden muss, woraufhin die Ölpreise wieder gestiegen sind. Derweil ist US-Präsident Joe Biden zu Gesprächen mit EU, den G7 und der NATO in Brüssel eingetroffen. Neben neuen Wirtschaftssanktionen gegen Russland soll es auch um die Frage eines möglichen kompletten Embargos von russischem Öl gehen. Angesichts der starken Abhängigkeit in einigen EU-Ländern ist dies weiterhin umstritten. Der Druck, insbesondere auf Deutschland, steigt aber.

Im Blick bleibt auch die Geldpolitik. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte heute um 09:30 Uhr (MEZ) angesichts des Krisencharakters des Schweizer Frankens und der nach wie vor «verträglichen» Inflation über keinen echten Spielraum in Sachen Geldpolitik verfügen.

Ist ein G20-Gipfel mit Putin noch möglich?

Ende Oktober dieses Jahres soll auf der indonesischen Insel Bali ein G20-Gipfel stattfinden. Mit dem Angriffskrieg in der Ukraine stellt sich nun aber für westliche Nationen die Frage, ob Russlands Präsident Wladimir Putin mit von der Partie sein soll, kann oder darf. Jake Sullivan, seines Zeichens Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Joe Biden, meinte hierzu, dass sich Washington mit seinen Partnern diesbezüglich absprechen und gemeinsam eine Entscheidung treffen werde. China hat hingegen bereits betont, sich gegen einen Ausschluss Russlands aus der Gruppe der 20 grössten Industrie- und Schwellenländer auszusprechen. Putin selbst habe jedenfalls (bis jetzt) die Absicht am G20-Treffen teilzunehmen, bestätigte die russische Botschafterin in Indonesien.

Ifo rechnet mit geringerem Wachstum bei höherer Inflation

Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und den weltweiten Auswirkungen, insbesondere auf die Energiemärkte, geht das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo in seiner gestern veröffentlichten Frühjahrsprognosen nun von einem schwächeren Wachstum der deutschen Wirtschaft aus. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr im Basisszenario um +3.1% oder im Alternativszenario lediglich um +2.2% zulegen. Bisher war das Ifo im Schnitt von einem BIP-Wachstum in diesem Jahr von +3.7% ausgegangen. 2023 dürfte die Wachstumsrate dann +3.3% (Basisszenario) bzw. +3.9% (Alternativszenario) betragen. Die Inflation wird sich der Einschätzung des Ifo in diesem Jahr in einer Bandbreite von +5.1-6.1% bewegen – der höchste Wert seit 1982. Der Ukraine-Konflikt und die Sanktionen sowie die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise und anhaltende Lieferengpässe dämpfen die deutsche Konjunktur, kommentierte das Ifo.

Schweizer Wirtschaft laut KOF im besten Fall auf Kurs, jedoch mit erheblichen Risiken

Auch die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich sieht in der Ukraine-Krise einen deutlichen Wachstumsdämpfer für die Schweizer Wirtschaft. Zwar wurde die bisherige Wachstumsprognose für das laufende Jahr von +3% unverändert bestätigt, dies jedoch nur im bestmöglichen Szenario. In einem Negativszenario, d.h. die geopolitische Krise weitet sich aus und es kommt zu einem vollumfänglichen Embargo aller russischen Energie- und Rohstoffexporte auch in die EU sowie einer deutlichen Franken-Aufwertung, könnte das Wachstum der Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr auch lediglich +1.1% betragen. Für 2023 erwartet die KOF im Basisszenario eine leicht geringere Wachstumsrate von +2.0% (zuvor +2.1%). Das Negativszenario würde ein BIP-Wachstum von lediglich +0.5% vorsehen.

Inflation in Grossbritannien knackt 6%-Marke

Die britischen Verbraucherpreise sind im Februar kräftiger gestiegen als befürchtet. Auf Jahressicht erhöhte sich die Teuerungsrate von +5.5% zu Jahresbeginn auf +6.2%. Damit wurde die höchste Inflationsrate seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1997 beobachtet. Gemäss Statistikamt in London wurden die Preise vor allem durch Strom, Gas und Dienstleistungen getrieben. Die Bank of England hat bereits mit drei Zinsschritten auf den stark zugenommenen Inflationsdruck reagiert.

Wegen der stark steigenden Lebenshaltungskosten kündigte die britische Regierung an, die Kraftstoffsteuer vorübergehend zu senken. Grossbritanniens Finanzminister Rishi Sunak zufolge werde die Benzinsteuer befristet bis März 2023 um fünf Pence pro Liter gesenkt, wofür die Regierung rund GBP 5 Milliarden budgetiert. Zudem sollen Hausbesitzer beim Einbau von Solarpanels oder Wärmepumpen in den nächsten fünf Jahren finanziell entlastet werden.

  

Wirtschaftskalender 24. März

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Konjunkturindikator (März) +112.0
09:15 FR Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (PMI Composite, März) 55.5
09:30 CH SNB Zinsentscheid -0.75%
09:30 DE Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (PMI Composite, März) 55.6
10:00 NOR Norges Bank Zinsentscheid +0.5%
10:00 EZ Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (PMI Composite, März) 55.5
10:30 GB Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (PMI Composite, März) 59.9
10:30 CH SNB Pressekonferenz
11:00 EU Treffen Staats- und Regierungschefs
13:30 USA Erstanträge Arbeitslosengeld (wöchentlich) 214'000
13:30 USA Auftragseingang dauerhafte Güter (Februar, M/M) +1.6%
14:45 USA Einkaufsmanagerindex Privatwirtschaft (PMI Composite, März) 55.9

 

Unternehmenskalender 24. März

Land Unternehmen Periode
CH Zur Rose  Jahreszahlen
CH Meyer Burger Technology Jahreszahlen
DE Daimler Truck Jahreszahlen
DE Heidelberg Cement Jahreszahlen
IT Saipem Jahreszahlen
GB Next Jahreszahlen

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.