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LGT Navigator: Starke Konjunkturdaten nähren Hoffnung auf Erholung, aber auch Sorgen einer Überhitzung

6. April 2021

Während an den europäischen Aktienbörsen feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, verbuchten die Indizes an der Wall Street zum Wochenauftakt solide Gewinne. Neueste Konjunkturdaten aus den USA und Europa nähren Hoffnungen auf eine weitere und schnellere Erholung der Weltwirtschaft, verstärken aber auch die Sorge vieler Marktteilnehmer vor einer möglichen Überhitzung und steigenden Inflationsrisiken. Die Aktienbörsen Asiens tendierten heute uneinheitlich. Einerseits lieferten die Vorgaben aus Übersee positive Impulse, andererseits belastete die Sorge, dass China das Kreditwachstum drosseln könnte, die Anlegerstimmung.  

Starke Konjunkturdaten nähren Hoffnung auf Erholung, aber Sorgen einer Überhitzung

Vor dem Hintergrund solider US-Konjunkturdaten startete der Dow Jones Industrial gestern mit einem soliden Tagesgewinn von +1.13% bei 33’527.19 Punkten in die neue Handelswoche. Der breite S&P 500 setzte zwischenzeitlich gar einen neuen Rekordwert und schloss +1.44% höher bei 4’077.91 Zählern. Noch kräftiger waren die Gewinne an der Technologiebörse Nasdaq. Der Nasdaq 100 legte +2.02% auf 13'598.16 Punkte zu und der Nasdaq Composite erhöhte sich um +.1.7% auf 13’706 Zähler. In Asien setzte sich der positive Trend zunächst fort, wurde dann aber durch Bedenken, dass China das Kreditwachstum drosseln könnte, belastet. In Tokio verbuchen der Nikkei 225 und der breiter gefasste Topix nach starken Gewinnen am Vortag Tagesverluste von -1.1 %, resp. -1.3 %. Der Shanghai Composite notiert leicht im Minus, während die Börse in Hongkong wegen eines Feiertags geschlossen blieb.

Zum Börsenstart in Europa düfte vor allem auch die Aktie der Credit Suisse im Mittelpunkt stehen. Nach dem Debakel rund um Greensill und Archegos wird die Bank einen Verlust im Q1 verbuchen und den Dividendenvorschlag kürzen. Zudem müssen die oberste Risikochefin Lara Warner und Investmentbankchef Brian Chin ihre Desks räumen. 

Erholung am US-Arbeitsmarkt setzt sich stärker als erwartet fort

Die Beschäftigung in der amerikanischen Wirtschaft hat im März stärker als von Analysten antizipiert zugenommen, und die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat von 6.2% auf 6% zurück. Den Angaben des Arbeitsministeriums in Washington zufolge wurden im letzten Monat 916'000 neue Jobs geschaffen. Der Marktkonsens war von einem geringeren Zuwachs von 660'000 neuen Stellen ausgegangen. Dennoch gibt es auch ein Jahr nach Beginn der Coronakrise in den USA immer noch 8.4 Mio. weniger Arbeitsplätze. Von einer vollständigen Erholung kann somit nicht gesprochen werden. Positive Impulse dürften aber die Lockerungen der Corona-Beschränkungen in einigen Bundesstaaten, die fortschreitende Impfkampagne sowie die Konjunkturpakete geliefert haben. In den USA wurden gemäss Angaben der Gesundheitsbehörde CDC inzwischen rund 154 Mio. Covid-19-Impfdosen verabreicht und rund 30% der Bevölkerung haben zumindest eine Impfdosis erhalten.

Amerikanische Unternehmen in guter Verfassung

In den Vereinigten Staaten deuten die viel beachteten Frühindikatoren in Form der monatlichen Einkaufsmanagerumfragen auf einen sich verstärkenden Erholungstrend der Wirtschaft hin. Deutlich machten dies die stärker als erwartet ausgefallenen Ergebnisse der ISM-Einkaufsmanagerindizes im Industrie- wie auch Dienstleistungssektor. Dem Institute for Supply Management (ISM) zufolge verbesserte sich der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes von 60.8 Punkten im Februar auf 64.7 Zähler (Konsens 61.7), womit sich das Wachstum im Industriebereich stark beschleunigt hat. Bestätigt wurde das Resultat von ISM auch durch die Einkaufsmanagerumfrage des Londoner Unternehmens IHS Markt, dessen PMI im März auf 59.1 von 58.6 Punkten zulegte. Ein ebenfalls positives Bild lieferten die Umfragewerte im amerikanischen Dienstleistungssektor. So kletterte der entsprechende ISM-Einkaufsmanagerindex im März gegenüber dem Vormonat um 8.4 auf 63.7 Punkte (Konsens 59.0) – der höchste Stand seit Beginn der Datenreihe im Jahr 1997.

Europas Industrie trotz anhaltender Krise in blendender Stimmung

Europäische Industrieunternehmen scheinen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie in bester Laune. Dies geht aus den neusten Umfrageergebnissen von IHS Markit hervor. Der darauf basierende Einkaufsmanagerindex kletterte im März um 4.6 auf 62.5 Punkte und erreichte damit den höchsten Wert seit Beginn der monatlichen Umfrage vor fast 24 Jahren. IHS Markit-Chefökonom Chris Williamson fasste zusammen: «Die Euro-Industrie boomt!» Problematisch sei jedoch der Umstand, dass es aufgrund der soliden Nachfrage zu Lieferengpässen komme und deshalb die Transportkosten stark gestiegen sind.

Ähnlich wie im europäischen Währungsraum zeigt sich auch die Industrie in Grossbritannien in guter Verfassung. So stieg der Einkaufsmanagerindex im März von 55.1 Punkten im Vormonat auf 58.9 Zähler – das höchste Niveau seit Februar 2011. Die Industrie profitiere von der anziehenden Binnen- und Exportnachfrage, insbesondere aus Asien, erklärte IHS Markit.

 

Wirtschaftskalender 6. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
10:00 IT Arbeitslosenrate (März) 9.0%
11:00 EZ Arbeitslosenrate (März) 8.1%

 

Unternehmenskalender 9. April

Land Unternehmen Periode
CH Ems Chemie  Q1 Umsatz

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.