Skip navigation Scroll to top
Scroll to top

LGT Navigator: Steigende Bondrenditen sorgen für halten Druck auf Aktien aufrecht

26. Februar 2021

Steigende Inflationserwartungen und höhere Renditen an den Anleihenmärkten drücken weiterhin auf die Stimmung an den Aktienbörsen. Besser als erwartete Konjunkturdaten aus den USA vermochten die Kurse nicht zu stützen. An der Wall Street kamen insbesondere erneut die Technologiewerte unter die Räder. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte über 1.6% und erreichte damit das höchste Niveau seit Februar 2020.

Steigende Bondrenditen sorgen für halten Druck auf Aktien aufrecht

An der New Yorker Börse greift die Inflationsangst um sich und sorgte gestern für kräftige Einbussen bei Standardwerten und in noch stärkerem Ausmass bei Technologieaktien. Während die Aussichten in Bezug auf die Bewältigung der Coronakrise dank der, wenn auch langsamen, Ausweitung der Impfkampagnen positiv sind, drückt die Angst vor einem unkontrollierten Anstieg der Inflation und in der Folge steigender Zinsen auf die Börsenstimmung. Der Dow Jones Industrial brach am Donnerstag um -1.75% auf 31'402.01 Punkte ein, nachdem der Leitindex Mitte Woche noch über 32'000 Punkte auf Rekordniveaus gestiegen war. Der S&P 500 fiel gar um -2.45% auf 3'829.34 Zähler ein. Am stärksten erwischt es in diesem Szenario die Technologieaktien. So brach der Nasdaq 100 um -3.56% auf 12'828.31 Punkte ein – der stärkste prozentuale Tagesverlust seit Oktober 2020. Einerseits würden Tech-Aktien unter einem Anstieg der Finanzierungskosten leiden und andererseits sind sie durch die überdurchschnittlichen Kursanstiege in der jüngsten Vergangenheit anfällig für Gewinnmitnahmen.

Nach dem Anstieg der Renditen an den Anleihemärkten setzte sich der negative Trend an den Börsen in Asien fort. Der breite MSCI Asia Pacific Index notierte zuletzt rund -3% im Minus. Auch an Europas Aktienmärkten signalisieren die Futures einen tiefroten Handelsstart.

Neuste Konjunkturdaten deuten auf zähe, aber fortlaufende Erholung der US-Wirtschaft

Die weltgrösste Wirtschaft ist im Schlussquartal zwar mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von +4.1% etwas stärker gewachsen als zunächst angenommen, verlor aber im Vergleich zur starken Erholung im Q3 (annualisiert +33.4%) deutlich an Fahrt. Gleichzeitig meldeten US-Unternehmen im Januar einen kräftigen und fortlaufenden Anstieg des Auftragseingangs. Die Bestellungen für langlebige Güter (z.B. Maschinen oder Flugzeuge) legten zum Jahresstart um +3.4% gegenüber dem Vormonat zu. Analysten waren von einem Zuwachs um +1.1% ausgegangen. Zudem haben die Aufträge im Dezember mit +1.2% stärker zugenommen als in einer Berechnung mit +0.5% angenommen. Die Aufträge nahmen damit im Januar bereits den neunten Monat in Folge zu. Der Auftragseingang bei zivilen Kapitalgütern (ohne Luftfahrt) – ein wichtiger Indikator für Unternehmensinvestitionen – betrug auf Monatssicht +0.5%.

EZB wird ungewollten Anstieg der Zinsen verhindern

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel eine ungewollte Straffung der Finanzierungsbedingungen verhindern. Ein zu rascher Anstieg der Realzinsen aufgrund einer antizipierten schnelleren Wirtschaftserholung könnte die Erholung gefährden, warnte die EZB-Direktorin. Ein optimistischerer Konjunkturausblick sei aber durchaus gerechtfertigt. «Wir sehen Licht am Ende des Tunnels», so Schnabel in einem Zeitungsinterview.

Geldmengenwachstum beschleunigt sich

Das Wachstum der breit gefassten Geldmenge M3 hat sich im Euroraum zu Jahresbeginn beschleunigt. Das Aggregat erhöhte sich um +12.5% gegenüber dem Vormonat, wie die EZB meldete. Damit ist die Geldmenge in der Eurozone vor dem Hintergrund der extrem lockeren Geldpolitik der EZB im Januar so stark gestiegen wie seit November 2007 nicht mehr. Auch die Kreditvergabe der Geschäftsbanken an Privathaushalte wuchs im Januar um +3% und die Kreditvergabe an Unternehmen um +7%. Die Ausweitung der Geldmenge soll der Wirtschaft Impulse geben, erhöht aber auch das derzeit heiss diskutierte Inflationsrisiko.

Bundesbank geht von erneutem Einbruch im Q1 aus

Die deutsche Notenbank rechnet mit einem neuerlichen spürbaren Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal aufgrund der Corona-Massnahmen. Die stärkeren Belastungen durch die bis mindestens Anfang März geltenden strikten Eindämmungsmassnahmen dürften zu einem Rückschlag der gesamtwirtschaftlichen Leistung im ersten Quartal 2021 führen, kommentierte die Bundesbank in ihrem gestern publizierten Monatsbericht. Ab dem Frühjahr sollte die deutsche Wirtschaft dann aber dank der sukzessiven Lockerungen der Massnahmen und der breiteren Verfügbarkeit von Impfstoffen laut Bundesbank wieder auf ein deutlich höheres Leistungsniveau zurückkehren und die Erholung fortsetzen.

Konsumklima in Deutschland verbesserte sich trotz «Lockdown»

Die Stimmung der deutschen Konsumenten hat sich im Februar nach dem Einbruch zu Jahresbeginn etwas erholt. Gemäss den neusten Umfrageergebnissen des Nürnberger Konsumforschungsunternehmens GfK haben sich sowohl die Bereitschaft für Konsumausgaben als auch die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Einkommen verbessert. Der auf dieser Basis für März prognostizierte Konsumklimaindex verbesserte sich um 2.6 auf -12.9 Punkte.

US-Finanzministerin fordert mehr Unterstützung für globale Impfprogramme

Die neue amerikanische Finanzministerin Janet Yellen betonte die Notwendigkeit einer koordinierten Reaktion auf die globale Coronakrise und forderte die G20-Länder auf, die Unterstützung für globale Impfprogramme auszuweiten. Ein schnelles und globales Impfprogramm sei der stärkste Impuls, den die Weltwirtschaft braucht, kommentierte Yellen.

 

 

Wirtschaftskalender 26. Februar 

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:45 FR Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.6%
09:00 CH KOF-Konjunkturbarometer (Februar) 96.5
09:00 CH BIP Q4 (Q/Q) +7.2%
09:00 SP Verbraucherpreise (Januar, J/J) +0.4%
14:30 USA Persönlicher Konsum (Januar, M/M) -0.2%
14:30 USA Persönliche Einkommen (Januar, M/M) +0.6%
14:30 USA PCE-Preisindex (Januar, J/J) +1.3%
14:30 USA Handelsbilanz (Januar) USD -83.19 Mrd.
15:45 USA Chicago Einkaufsmanagerindex (Februar)  63.8
16:00 USA Konsumentenstimmung Universität Michigan (Februar) 76.2

 

Unternehmenskalender 26. Februar

Land Unternehmen Periode
CH LafargeHolcim Q4
DE BASF Q4
DE Deutsche Telekom Q4
AUT Erste Group Q4
FR Engie Q4

 

Treffen Sie fundierte Anlageentscheide mit LGT

Globale Markt- und Wirtschaftsentwicklungen auf einen Blick

Abonnieren Sie die aktuellen Marktinformationen als Newsletter

Folgen Sie uns auch auf Facebook oder LinkedIn – oder besuchen Sie MAG/NET und entdecken Sie spannende Hintergrundartikel. Bei Fragen steht Ihnen ein Berater der Bank gerne zur Verfügung.

Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

Risikohinweis (Disclaimer)
Diese Publikation dient ausschliesslich zu Ihrer Information und stellt kein Angebot, keine Offerte oder Aufforderung zur Offertstellung und kein öffentliches Inserat zum Kaufoder Verkauf von Anlage- oder anderen spezifischen Produkten dar. Der Inhalt dieser Publikation ist von unseren Mitarbeitern verfasst und beruht auf Informationsquellen, welche wir als zuverlässig erachten. Wir können aber keine Zusicherung oder Garantie für dessen Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität abgeben. Die Umstände und Grundlagen, die Gegenstand der in dieser Publikation enthaltenen Informationen sind, können sich jederzeit ändern. Einmal publizierte Informationen dürfen daher nicht so verstanden werden, dass sich die Verhältnisse seit der Publikation nicht geändert haben oder dass die Informationen seit ihrer Publikation immer noch aktuell sind. Die Informationen in dieser Publikation stellen weder Entscheidungshilfen für wirtschaftliche, rechtliche, steuerliche oder andere Beratungsfragen dar, noch dürfen alleine aufgrund dieser Angaben Anlage- oder sonstige Entscheide getroffen werden. Eine Beratung durch eine qualifizierte Fachperson wird empfohlen. Anleger sollten sich bewusst sein, dass der Wert von Anlagen sowohl steigen als auch fallen kann. Eine positive Performance in der Vergangenheit ist daher keine Garantie für eine positive Performance in der Zukunft. Ausserdem unterliegen Anlagen in Fremdwährungen Devisenschwankungen. Wir schliessen uneingeschränkt jede Haftung für Verluste bzw. Schäden irgendwelcher Art aus – sei es für direkte, indirekte oder Folgeschäden –, die sich aus der Verwendung dieser Publikation ergeben sollten. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unterstehen, die die Verteilung dieser Publikation verbieten oder von einer Bewilligung abhängig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen informieren und diese einhalten. Den mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen ist es, im Rahmen interner Richtlinien, freigestellt, den in diesem Bericht erwähnten Titel zu kaufen, zu halten und zu verkaufen.

Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.