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LGT Navigator: Steigende Renditen und Turbulenzen am Devisenmarkt

27. September 2022

Neben steigenden Renditen an den Anleihenmärkten sorgte am Montag ein massiver Einbruch des britischen Pfunds für Aufregung an den Kapitalmärkten. Die Angst vor einer Schuldenkrise auf der Insel hat nach der Ankündigung von Steuersenkungen der neuen Regierung zugenommen und das Pfund gegenüber dem US-Dollar auf ein Rekordtief gedrückt. Medienberichten zufolge könnte die Bank of England eine ausserordentliche Zinserhöhung erwägen, um das Pfund zu stützen. Unter Druck bleibt auch der Euro, nachdem der Rechtsrutsch in Italien das Schreckgespenst einer neuerlichen Eurokrise an die Wand malt. 

Steigende Renditen und Turbulenzen am Devisenmarkt

An der New Yorker Börse weiteten die Indizes ihre Verluste zu Wochenbeginn angesichts steigender Renditen am Anleihenmarkt, heftiger Turbulenzen an den Währungsmärkten und verstärkter Rezessionsängste weiter aus und die Nervosität der Investoren bleibt spürbar. Der Dow Jones Industrial schloss -1.11% tiefer bei 29'260.81 Punkten und fiel zeitweise auf den tiefsten Stand seit November 2020. Der S&P 500 verlor -1.03% und ging bei 3'655.04 Punkten aus dem Handel. An der Nasdaq hielten sich die Verluste in engeren Grenzen und die Indizes schlossen rund -0.5% tiefer. Am Anleihemarkt kletterte die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihe bis auf 3.91% an und erreichte damit den höchsten Stand seit gut zwölf Jahren.

Nach starken Kursverlusten zu Wochenbeginn tendierten die Aktienmärkte in Asien am Dienstag uneinheitlich. In Tokio legte der Nikkei 225 um +0.6% zu, während der Hang Seng in Hongkong rund -1% einbüsste und der Hang Seng Tech-Index um -1.7% nachgab. Der Shanghai Composite auf dem chinesischen Festland lag rund +0.3% höher als am Vortag und der südkoreanische Kospi verlor -0.6%.

Britisches Pfund zeitweise im freien Fall

Pfund Sterling stürzte am Montagmorgen auf ein Rekordtief. Dies, nachdem die neue britische Regierung unter Premierministerin Liz Truss angekündigt hatte, die umfassendsten Steuerkürzungen seit 1972 sowie Investitionsanreize zur Ankurbelung des Wachstums umzusetzen. Daraufhin fiel das Pfund gegenüber dem US-Dollar kurzzeitig auf ein Allzeittief von 1.0350. Der aufgrund der sich ausweitenden Zinsdifferenz attraktivere Greenback weitete seine Gewinne auch gegenüber dem Euro aus und drückte die europäische Einheitswährung stellenweise bis auf 0.9555 – den tiefsten Stand seit 2002.

Ifo-Geschäftsklimabarometer fällt auf tiefsten Stand seit Mai 2020

Deutsche Unternehmen zeigten sich der neusten Umfrage des Münchener Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo zufolge nochmals pessimistischer. Der vielbeachtete Geschäftsklimaindikator für Europas grösste Volkswirtschaft fiel im September um 4.3 auf 84.3 Punkte. Analysten waren im Schnitt von einem deutlich moderateren Rückgang auf 87.0 Zähler ausgegangen. Nach Einschätzung des Ifo «rutscht die deutsche Wirtschaft in eine Rezession», denn das Geschäftsumfeld habe sich in allen betrachteten Sektoren eingetrübt. Im Einzelhandel seien die Geschäftserwartungen sogar auf ein historisches Tief gefallen. Das Ifo befragt monatlich rund 9'000 deutsche Unternehmen.

EZB muss anhaltender Verschiebung der Inflationserwartungen entgegentreten

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), betonte vor dem Europa-Parlament, dass die EZB die Leitzinsen an den nächsten Sitzungen weiter anheben müsse, um die Nachfrage zu dämpfen und dem Risiko einer anhaltenden Verschiebung der Inflationserwartungen nach oben vorzubeugen. Die Inflation sei nach wie vor viel zu hoch und werde wahrscheinlich für längere Zeit über unserem Zielwert liegen, so Lagarde. Die EZB entscheidet am 27. Oktober über eine weitere Zinsstraffung.

  

Wirtschaftskalender 27. September

MEZ Land Indikator Letzte Periode
13:30 USA Fed Vorsitzender Powell spricht
13:30 EZ EZB Präsidentin Lagarde spricht
14:30 USA Aufträge langlebige Güter (August, M/M) -0.1%
15:00 USA S&P/CaseShiller Häuserpreise 20 grösste Städte (Juli, J/J) +18.6%
16:00 USA Verbrauchervertrauen (September)  103.2
16:00 USA Verkäufe neuer Häuser (August, M/M) -12.6%

 

Unternehmenskalender 27. September

Land Unternehmen Periode
CH Georg Fischer Kapitalmarkttag

  

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 

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Aramco legt Preisspanne fest

Der saudische Ölkonzern Aramco setzt die Preisspanne für den geplanten Börsengang zwischen USD 8.00 bis USD 8.53 (30 bis 32 Riyal) fest und plant «lediglich» 1.5% seiner Anteile auf den Markt zu bringen. Damit beträgt der Wert des IPOs rund USD 1.6-1.7 Bio., deutlich weniger als das ursprünglich gesetzte Ziel von USD 2 Bio. Der endgültige Preis soll am 5. Dezember festgelegt werden.