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LGT Navigator: USA machen unter Biden Ernst mit der Klimakehrtwende und Steuererhöhungen

23. April 2021

Auf dem virtuellen Klimagipfel bekundeten die beteiligten Länder und insbesondere US-Präsident Biden zumindest ihren Willen Massnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung zu verstärken. Im krassen Gegensatz zur Vorgängerregierung unter Donald Trump fordern nun insbesondere die USA die Welt auf, in Sachen Klimaschutz entschlossener und schneller zu handeln. Gleichzeitig will Biden auch Ernst machen mit der Finanzierung der immensen Fiskalausgaben und stellt Steuererhöhungen in Aussicht. Die EZB bestätigte unterdessen wie erwartet ihren Kurs und Notenbankchefin Lagarde gab keinerlei Hinweise auf eine baldige Anpassung der Geldpolitik.

USA machen unter Biden Ernst mit der Klimakehrtwende und Steuererhöhungen

In New York sorgten die Pläne der Administration Biden für die Steuern, insbesondere auf Kapitalerträge, für Verluste. Der Dow Jones Industrial gab um knapp ein Prozent auf 33'815.90 Punkte nach (-0.94%) und der S&P 500 verlor ebenfalls -0.92%; Schlussstand 4'134.98 Zähler. An der Technologiebörse Nasdaq waren die Abgaben noch etwas stärker: Der Nasdaq 100 schloss -1.24% tiefer bei 13'762.36 Punkten. Die US-Regierung will vor allem wohlhabende Amerikaner (über USD 1 Mio.) ins Visier nehmen und mit einer praktischen Verdoppelung der Kapitalertragssteuer auf rund 40% die massiven Fiskalpakete und höhere Sozialausgaben finanzieren. An Asiens Aktienbörsen blieb der Trend uneinheitlich. Während der Nikkei 225-Index in Tokio -0.8% verliert, notiert der Hang Seng-Index in Hongkong knapp +0.7% im Plus. Für die europäischen Aktienmärkte signalisieren die Futures eine leicht tiefere Eröffnung. Im Zentrum bleibt vor allem die laufende Unternehmensberichtssaison.

Klimagipfel: US-Präsident ruft zu entschiedenem und schnellen Handeln auf

Der amerikanische Präsident Joe Biden hat anlässlich des Auftakts zum Online-Klimagipfel die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs aus rund 40 Ländern aufgerufen, entschieden und schnell gegen den Klimawandel vorzugehen. Konträr zu seinem Vorgänger meinte Biden, dass die Wissenschaft nicht zu leugnen sei und die Kosten des Nichtstuns immer höher würden. «Wir müssen schnell handeln, um diese Herausforderungen zu meistern», warnte Biden. Zudem zeigte sich der 46. US-Präsident überzeugt, dass Klimaschutzmassnahmen auch wirtschaftliche Chancen bieten, wie beispielsweise bei Infrastrukturmassnahmen oder dem Ausbau der Elektromobilität. Unter Biden streben die USA an, bis zum Ende des Jahrzehnts ihre Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2005 zu halbieren, und bis spätestens 2050 die CO2-Emissionen auf netto null zu drücken. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping versicherte die Absicht, den Kohleverbrauch ab 2025 stufenweise zu verringern und bis 2060 Kohlendioxid-Neutralität zu erreichen.

2020 war in Europa das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Im vergangenen Jahr erreichten die Temperaturen in Europa im Schnitt die bisher höchsten gemessenen Werte. Gemäss dem Klimawandeldienst Copernicus (C3S) der EU lag insbesondere der Temperaturdurchschnitt im Winterhalbjahr um 3.4 Grad Celsius über dem Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte. Besonders warm war es dabei im Nordosten Europas. Aber auch global war 2020 laut dem gestern veröffentlichten monatlichen European State of the Climate Report Bericht eines der drei wärmsten der bisher erfassten Jahre.

EZB signalisiert keine Kursänderung

Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigte wie an den Kapitalmärkten erwartet ihre expansive geldpolitische Ausrichtung und beliess die Leitzinsen auf Rekordtief sowie die sie «Forward Guidance» unverändert. Laut EZB ist damit zu rechnen, dass die Leitzinsen so lange auf ihrem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau blieben, bis festgestellt werde, dass sich die Inflationsaussichten in dem Projektionszeitraum deutlich einem Niveau annähern, das hinreichend nahe an, aber unter zwei Prozent liege. Grundsätzlich erklärte die EZB ihre Bereitschaft, alle Instrumente falls erforderlich anzupassen, um für eine dauerhafte Annäherung der Inflation an den Zielbereich zu sorgen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wies in der Pressekonferenz darauf hin, dass es derzeit noch verfrüht wäre, über eine Verringerung der Anleihekäufe unter dem Pandemieprogramm PEPP zu diskutieren. Insgesamt seien die aktuellen Finanzierungsbedingungen verglichen mit März weitgehend unverändert. Zur Wechselkursentwicklung des Euros meinte Lagarde neutral, dass Wechselkurse kein Politikziel der EZB seien, die Notenbank aber die Euroentwicklung wegen der Implikationen für die Inflation genau verfolge.  

Positive US-Konjunktursignale

Der konjunkturelle Ausblick hat sich in den USA gemäss den gestern veröffentlichten Frühindikatoren stark verbessert. Mit einem deutlich stärker als erwarteten Anstieg um +1.3% im März (Konsens +1.0%) signalisiert der Sammelindex des Wirtschaftsforschungsinstituts The Conference Board einen sich auf Sicht von rund sechs Monaten verstärkenden Wachstumstrend.

Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA sorgten für positive Akzente. Gemäss US-Arbeitsministerium wurden in der Woche zum 17. April 547’000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt und damit 39'000 weniger als in der Woche zuvor. Analysten hatten nach dem starken Rückgang in der Vorwoche mit einem Anstieg auf 610’000 gerechnet. Die Zahl der Erstanträge ist damit so niedrig wie zu Beginn der Coronakrise im März 2020.

Auch das Wirtschaftsaktivitätsbarometer der Federal Reserve von Chicago signalisiert eine weitere Erholung der US-Wirtschaft. Der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) legte im März von minus 1.2 im Vormonat auf plus 1.71 Punkte zu. Ein Wert höher als Null signalisiert ein Wirtschaftswachstum über historischem Trendniveau.

 

Wirtschaftskalender 23. April

MEZ Land Indikator Letzte Periode
08:00 GB Einzelhandelsumsätze (März, M/M) +2.1%
09:15 FR IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 50.0
09:30 DE IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 57.3
10:00 EZ IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 53.2
10:30 GB IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 56.4
15:45 USA IHS Markit Einkaufsmanagerindex Composite (April) 59.7
16:00 USA Verkäufe neuer Häuser (März, M/M) -18.2%

 

Unternehmenskalender 23. April

Land Unternehmen Periode
CH Schindler Q1 
CH LafargeHolcim Q1 Umsatz
DE Daimler Q1 
FR Air Liquide Q1 Umsatz
USA American Express Q1
USA Schlumberger Q1 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Redaktion: Alessandro Fezzi, +41 44 250 78 59, E-Mail: lgt.navigator@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

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