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LGT Private Banking Europe House View – März 2022

2. März 2022

Die geopolitischen Risiken sorgen für grosse Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten. Anleger erwarten dennoch einen raschen Zinserhöhungszyklus in den USA. Auf der Aktienseite favorisieren wir weiterhin den Minensektor und stufen Japan auf «neutral» zurück. Zudem erhöhen wir unsere Gold-Allokation auf «Übergewichten».

LGT Private Banking Europe House View

Die Kapitalmärkte stehen seit Wochen im Bann des Ukraine-Konflikts, der vergangene Woche vollends eskaliert ist. In der Folge hat der Westen die Sanktionen gegen Russland Schritt für Schritt verschärft. So haben die G7-Nationen am Wochenende beschlossen, russische Banken vom globalen Transaktionssystem Swift auszuschliessen. Das Netzwerk ist für Finanzinstitute essenziell, um weltweit agieren zu können. Damit steigt wiederum das Risiko von Gegenmassnahmen von Seiten Russlands, die vor allem Europas Energiesicherheit tangieren könnten. Dies dürfte auch zumindest kurzfristig nicht nur das Konsumentenvertrauen dämpfen, sondern auch für einen verstärkten Inflationsdruck sorgen und das Wirtschaftswachstum bremsen. Die geopolitischen Risiken werden in den nächsten Wochen an den Finanzmärkten weiterhin für grosse Unsicherheit und erhöhte Volatilität sorgen.

Fokus auf die Geldpolitik

In Stresssituationen nimmt üblicherweise die Volatilität schnell zu und Investoren flüchten in sichere Anlagen wie Staatsanleihen, Gold oder US-Dollar. Diesen Effekt beobachten wir auch diesmal, jedoch in abgeschwächter Form. So kam es hauptsächlich innerhalb der Anlagekategorien zu Rotationen, wobei etwa US-Aktien zu den Gewinnern innerhalb der Aktienquote zählen. Wichtig ist aus unserer Sicht nun aber vor allem, ob Investoren ihre Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik anpassen und aufgrund der Krise in der Ukraine mit weniger Zinserhöhungen rechnen. Im Zentrum steht dabei insbesondere die amerikanische Notenbank (Fed). Hier zeigt sich jedoch, dass die Finanzmärkte trotz des Konflikts mit Russland auf einen raschen Zinserhöhungszyklus des Fed setzen und für 2022 weiterhin fünf bis sechs Zinsschritte von jeweils 25 Basispunkten prognostizieren. 

Konjunkturaussichten bleiben intakt

In der aktuellen Situation ist vieles unklar und die konkreten volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind schwierig zu quantifizieren. Dennoch bleibt das gesamtwirtschaftliche Bild unserer Ansicht nach konstruktiv. Es findet ein Normalisierungsprozess beim Wirtschaftswachstum, der Geldpolitik sowie der fiskalpolitischen Unterstützung statt. Dieser Prozess läuft nicht reibungslos ab, denn neben den anhaltenden Problemen in den Lieferketten, sorgen die geopolitischen Spannungen nun für eine zusätzliche Belastung. Daher besteht die Gefahr, dass sich der Inflationsdruck nicht wie bisher antizipiert bereits im Frühling wieder abschwächt, sondern bis im Sommer oder Herbst hoch bleiben könnte. Damit bleiben die Zentralbanken unter Druck, die Zinsen am kurzen Ende schnell zu erhöhen, was sich negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirken könnte.

Ausgewogenes Risiko

Unser ökonomischer Ausblick bleibt konstruktiv, da das globale Wirtschaftswachstum dieses Jahr weiter klar über Potenzial liegen sollte. Die Vorlaufindikatoren (PMIs) unterstützen diese positive Einschätzung. Das Damoklesschwert ist im Moment der Ukraine-Konflikt, der sowohl die makroökonomische Dynamik negativ beeinflussen sowie die Inflationserwartungen erhöhen könnte. Im Fokus bleibt aus unserer Sicht die US-Notenbank, die Mitte März ihren Zinserhöhungszyklus starten dürfte. 

Anlagestrategie

Auf Stufe Vermögensallokation bleiben wir defensiv positioniert, mit einem Übergewicht in Liquidität, einer neutralen Position in Aktien und Rohstoffen sowie einem Untergewicht in Obligationen. Im aktuellen Umfeld sind Ruhe sowie Geduld gefragt. Es ist nicht die Zeit, grosse Risiken einzugehen, sondern an der langfristigen Strategie festzuhalten. Die Positionierung der Markt-teilnehmer lautet tendenziell «Risk-off» und die Stimmungs-indikatoren sind entsprechend negativ. Bei weiteren möglichen Marktschwächen in den kommenden Wochen könnte dieser Kontraindikator dann ins Positive drehen. Der Fokus liegt in allen Anlagekategorien auf der Selektion. 

Aktienstrategie

Mitte Februar haben wir globale Banken, und im Speziellen europäische Institute, auf «neutral» reduziert und somit Risiken aus unserem Portfolio genommen. Innerhalb der Aktienquote favorisieren wir Branchen, die vom Anstieg der Rohstoffpreise profitieren und halten kurzfristig an der vorsichtigen Positionierung im Technologiesektor fest. Wir erwarten für die zweite Jahreshälfte, wenn der Zinserhöhungszyklus des Fed begonnen und die geopolitischen Unsicherheiten abgenommen haben, ein freundlicheres Umfeld für globale Aktien.

Anleihenstrategie

Es scheint, als sei der Bondmarkt für die US-Notenbank derzeit wichtiger als der Ukraine-Konflikt. In den vergangenen zwei Wochen haben wir weder eine Flucht in amerikanische Staatsanleihen beobachtet, noch hat sich die Zahl der erwarteten Zinsschritte des Fed für 2022 und 2023 reduziert. Wegen der aktuell hohen Inflationsrate erwarten wir bei langfristigen Zinsen weiterhin Druck nach oben und halten deshalb an der kurzen Restlaufzeit unserer Portfolios fest. Auch in turbulenten Zeiten bleiben wir in der Subanlagekategorie hybride Anleihen und insbesondere in AT1-Bonds übergewichtet. Jedoch ist aus unserer Sicht der Schlüssel zum Erfolg die richtige Selektion. Daher ist eine sorgfältige «Due Diligence» der Emittenten notwendig, um überhaupt positive Renditen erwirtschaften zu können. Zudem gehört Gold in jedes Privatkunden-Portfolio und wir erhöhen die Gold-Allokation von «neutral» auf «Übergewichten». Die defensiven Eigenschaften als sicherer Hafen sowie der langfristig überbewertete US-Dollar sprechen unserer Ansicht nach mittel- bis langfristig für ein Engagement im gelben Edelmetall.

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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