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LGT Private Banking Europe House View – September 2022

31. August 2022

Die rekordhohe Inflation bleibt der bestimmende Faktor an den globalen Börsen und sorgt für ein Seilziehen zwischen «Bullen» und «Bären». Wir nehmen unsere Präferenz für US-Aktien zurück, ziehen aber in relativer Betrachtung US-Aktien europäischen Werten vor. Aus Sicht der Vermögensallokation spricht das derzeitige Risiko-Ertrags-Verhältnis gegen eine Erhöhung der Aktienquote.

LGT Private Banking Europe House View

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie vor zweieinhalb Jahren haben wir in diversen volkswirtschaftlichen Daten, Zahlen-reihen und Statistiken massive Verwerfungen sowie neue Extremwerte beobachtet. Die Volatilität der makroökonomischen Daten ist im historischen Vergleich ausserordentlich hoch und die Visibilität daher eingeschränkt. Die Entwicklung ist nicht überraschend, denn seit dem Zweiten Weltkrieg haben wir nie einen vergleichbaren global koordinierten Stimulus der Geld– und Fiskalpolitik erlebt wie in der Coronakrise. Die Konsequenzen sind auch heute noch spürbar – dreissig Monate nach Beginn der Pandemie. Als bestes Beispiel dient die Situation in den Vereinigten Staaten, wo die Arbeitslosenrate mit 3.5% auf ein rekordniedriges Niveau gefallen ist. Gleichzeitig ist die US-Wirt-schaft zwei Quartale in Folge geschrumpft, was technisch gesehen bereits eine Rezession signalisiert. Als wäre das nicht genug, sorgen der Krieg in der Ukraine und der Konflikt zwischen dem Westen und Russland, die damit verbundene Energiekrise in Europa und die geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA für zusätzliche Unsicherheiten. An den Börsen sorgt diese komplexe Ausgangslage für ein heftiges Seilziehen zwischen Optimisten («Bullen») und Pessimisten («Bären»). Die rekordhohe Inflation, insbesondere in den westlichen Industrienationen, bleibt damit der bestimmende Faktor an den Finanzmärkten

Hartnäckig hohe Inflation

Die sinkenden US-Inflationserwartungen lassen die Optimisten hoffen, dass sich der Teuerungsdruck schon in den kommenden Quartalen normalisieren wird. Dadurch würde die US-Notenbank (Fed) mehr Flexibilität erhalten und könnte Ende Jahr entweder eine Pause bei den Zinserhöhungen einlegen oder den Straffungszyklus sogar für beendet erklären. Dem setzen die Pessimisten entgegen, dass sich die tatsächliche Teuerung («Headline-Inflation») zwar abschwächen wird, die Kerninfla-tionsrate aber hartnäckig hoch bleiben dürfte. In diesem Fall bleibt der Spielraum für das Fed gering und sie müsste die Zinsen auf gegen 5% erhöhen. Wir sind der Auffassung, dass die Inflation 2023 in den USA zwar hoch bleibt, aber unter das Niveau von 5% sinken wird. Dies dürfte die amerikanische Notenbank teilweise entlasten.

In Europa sieht die Situation hingegen deutlich anders aus. Die Inflationserwartungen sind aufgrund der Energiekrise und des bevorstehenden Winters weiter gestiegen. Die Abhängigkeit von russischem Gas und die geopolitische Lage ergeben einen gefährlichen Cocktail, der das Risiko eines binären Ausgangs erhöht.

Wachstumserwartungen bleiben unter Druck

Im aktuell durch enorme Herausforderungen geprägten Marktumfeld – Kampf gegen die Inflation und Rückzug aus der ultralockeren Geldpolitik («Quantitative Tightening»), Ukraine-Krieg und Energiekrise in Europa – bleiben die globalen Wachstumsaussichten unter Druck. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession ist beidseits des Atlantiks in den vergangenen Wochen gestiegen, wobei in Europa bei einer weiteren Verschärfung der Energiekrise eine Wirtschaftseinbruch unausweichlich scheint.

Vorsicht, Saisonalität

Sowohl die Federal Reserve wie auch die Europäische Zentralbank (EZB) erhöhen die Zinsen während sich das Wirtschaftswachstum abkühlt. Das Zünglein an der Waage ist in den USA der Arbeitsmarkt, wo die Arbeitslosigkeit derzeit auf einem Rekordtief von 3.5% notiert. In Europa ist das Bild durch den scharfen Anstieg der Energiepreise geprägt, der für die Konsumenten wie eine zusätzliche Steuer wirkt und die Produktionsprozesse der Unternehmen gefährdet. Da auch das Wachstum der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft schwächelt, wird uns China in diesem Zyklus nicht aus der Misere helfen können.

Anlagestrategie

Wir erwarten auch weiterhin eine hohe Schwankungsbreite in allen Anlageklassen. Auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten präferieren wir Aktien gegenüber Obligationen sowie alternative Anlagen gegenüber Liquidität. Nach der jüngsten Kursschwäche in Gold sehen wir mittel- bis langfristig Potenzial für das Edelmetall. Für einen breiten Risikoaufbau ist es aber noch zu früh – nicht zuletzt wegen der Saisonalität, denn September bis Oktober sind historisch schwache und turbulente Börsenmonate. 

Aktienstrategie

Nach einer Bewertungsadjustierung durch eine KGV-Kompres-sion im ersten Halbjahr 2022 liegt der Fokus nun auf den Schätzungen der Unternehmensgewinne, die aufgrund des schwächeren Wirtschaftswachstums und der höheren Inputfaktoren unter Druck kommen dürften. Nach einer Rally von fast 20% im S&P 500-Index reduzieren wir unser Rating für US-Aktien von «attraktiv» auf «neutral». Europa bleibt unattraktiv. Derzeit sollten «Farbtupfer» weniger auf regionaler Ebene gesetzt werden, sondern innerhalb der Sektoren und Industrien. Nach dem starken Kursanstieg des technologielastigen Nasdaq stufen wir den Technologiesektor neu als «unattraktiv» ein. Innerhalb des Finanzsektors bevorzugen wir Versicherungswerte («attraktiv») gegenüber Banken («unattraktiv»). Ebenfalls neu auf unserer Präferenzliste befinden sich Goldminengesellschaften. 

Fixed-Income-Strategie

Trotz des leichten Zinsanstiegs entlang der gesamten Zinskurven der westlichen Volkswirtschaften bleibt das Renditepotenzial beschränkt und mit Ausnahme der USA sind die Realrenditen weiterhin negativ. Mit der derzeit «hawkishen» Positionierung des Fed und der EZB halten wir an unserer neutralen Haltungen gegenüber Staatsanleihen und Duration fest. Innerhalb des Kreditsegments präferieren wir Unternehmensobligationen gegenüber hochverzinslichen Anleihen. Auf unserer Präferenzliste stehen zudem weiterhin sehr selektiv nachrangige Unternehmensanleihen (Hybridanleihen).

 

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Chief Investment Officer, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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