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LGT Private Banking House View – September 2020

26. August 2020

Stimuli und Liquidität bleiben die wichtigsten Triebkräfte für die Märkte, jedoch könnte die Saisonalität die Volatilität erhöhen. Aufgrund der Aktienrisikoprämie bevorzugen wir weiterhin Aktien gegenüber der Anlagekategorie Fixed Income, sehen aber nach wie vor den wichtigsten und entscheidenden Erfolgsfaktor in der Selektion. 

LGT Private Banking Europe House View

Schritt für Schritt normalisiert sich das makroökonomische Umfeld und die V-förmige Erholung der wichtigsten Volkswirtschaften bleibt weiterhin unser Basisszenario. Abhängig vom weiteren Verlauf der Corona-Pandemie kann es aber lokal und vereinzelt zu einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Wiedereröffnung kommen. Die Richtung ist unserer Meinung nach aber bereits vorgegeben. Der ganze Prozess scheint so, als würden wir jeweils zwei Schritte nach vorne und einen zurück machen. Die als Vorlaufindikatoren geltenden Einkaufsmanagerumfragewerte (PMIs) aus den USA bestätigten genau diese Tendenz nicht nur im Dienstleistungssektor, sondern auch im stark gebeutelten Industriebereich. So lagen die Indizes jüngst wieder klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und vermochten zudem die Erwartungen an den Märkten zu übertreffen. Ähnliche Signale waren teilweise auch in Europa zu beobachten. Vor diesem Hintergrund halten wir an unserer konstruktiven Einschätzung für die globale Wirtschaft fest, gehen aber davon aus, dass es bis Ende 2021 oder sogar 2022 dauern wird, bis das absolute Vorkrisenniveau erreicht wird.

Steht der US-Konsument vor einer «Fiskalklippe»?

Da der amerikanische Verbraucher nicht nur von zentraler Bedeutung für das Bruttoinlandprodukt der USA ist, sondern auch zwischen 15-20% zum globalen Wirtschaftsausstoss beisteuert, stellt die Fähigkeit und Bereitschaft der Verbraucher zu konsumieren, immer einen wichtigen Faktor für die Finanzmärkte dar. Nachdem die staatlichen Unterstützungen des ersten US-Fiskal-pakets ausgelaufen sind, verstärkt sich die Befürchtung, dass sich die amerikanischen Konsumenten mit einer sogenannten «Fiskalklippe» konfrontiert sehen könnten. Ohne weitere staatliche Unterstützungen hätten US-Privathaushalte weniger Geld in der Haushaltskasse, was den Konsum einschränkt. Dies wiederum könnte eine V-förmige Konjunkturerholung in der weltgrössten Volkswirtschaft gefährden. Die Politiker in Washington streiten bereits seit Wochen über den Umfang des neuen Corona-Hilfspakets. Aus unserer Sicht stellt sich aber nicht die Frage ob, sondern nur wann und in welcher Höhe dieses Paket im Parlament abgesegnet wird. Der Grund hierfür liegt im laufenden Wahlkampf, in dem Kongressabgeordnete und allen voran der amtierende US-Präsident Trump die Gunst der Wähler mit grossen Geldgeschenken für sich gewinnen wollen. Durchaus denkbar ist, dass in Washington mehr als die erwarteten USD 1.5 Billionen gesprochen werden und bis zu USD 2 Billionen an Unterstützung in die Wirtschaft fliessen werden.

Stimuli und Liquidität; der Hauptantrieb für Finanzmärkte

Die enorme expansive Geldpolitik der globalen Notenbanken und die unbegrenzt scheinenden Fiskalpakete der wichtigsten Staaten dieser Welt sollen nicht nur für eine V-förmige Konjunkturerholung garantieren, sondern sind auch der Hauptantrieb für die Kapitalmärkte. Hinzu kommen die Liquidität bzw. die hohen Cash-Niveaus, die gemäss der jüngsten Umfrage unter Fondsmanagern weiterhin sehr hoch sind. Wir können in der Tat von einem Anlagenotstand sprechen und dies in allen Anlagekategorien. So sind beispielsweise die Kreditrisikoprämien für Unternehmensanleihen wieder auf dem Niveau von vor dem Ausbruch der Corona-Krise. Diese Situation dürfte sich unserer Ansicht nach in den kommenden Quartalen kaum ändern.

Die Saisonalität ist kein Freund der Aktienbullen

Wir sind uns bewusst, dass dieses Jahr aufgrund der Corona-Krise aussergewöhnlich ist und Vergleiche mit der Vergangenheit immer mit Vorsicht zu geniessen sind. Dennoch befinden wir uns derzeit in der Phase, in der die sogenannte Saisonalität kein Freund der Aktienbullen ist. In der Vergangenheit waren September, bzw. Oktober tendenziell turbulenter als andere Perioden, da in dieser Zeit die Unternehmen nicht nur Rechenschaft über das dritte Quartal ablegen und einen Ausblick auf das vierte Quartal liefern mussten, sondern normalerweise auch einen Ausblick auf das nächstfolgende Geschäftsjahr geben. Vor diesem Hintergrund rechnen wir in den kommenden Wochen mit einem Anziehen der Volatilität.

Der von uns skizierte Setup einer V-förmigen Wirtschaftserholung und zusätzlicher Stimulierungsmassnahmen wird die Finanzmärkte in einem klassischen «Buy-the-dip»-Modus halten ­ nicht nur für Aktien, sondern für die meisten Anlagekategorien. Die Saisonalität, aber auch die US-Präsidentschaftswahlen sowie die anhaltenden Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte die Volatilität steigen lassen.

Aufgrund der Aktienrisikoprämie bevorzugen wir weiterhin Aktien gegenüber der Anlagekategorie Fixed Income, sehen aber nach wie vor den wichtigsten und entscheidenden Erfolgsfaktor in der Selektion.

 

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Impressum
Herausgeber: LGT Bank (Schweiz) AG, Glärnischstrasse 36, CH-8027 Zürich
Autor: Thomas Wille, Head Research & Strategy, Email: thomas.wille@lgt.com 
Redaktion: Alessandro Fezzi, E-Mail: alessandro.fezzi@lgt.com
Quelle: LGT Bank (Schweiz) AG

 
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